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Das selbst gebohrte Loch für eine Wasserleitung (roter pfeil) ist immer noch zu sehen.

Gemeinderat Oberschweinbach

VSST-Fußballer bleiben weiter ohne Wasser

Die Fußballer vom VSST Günzlhofen sind nicht nur gerade abgestiegen. Sie sitzen auch weiter auf dem Trockenen. Es gibt keinen eigenen Wasseranschluss für den Sportplatz. Ein Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2016 bleibt bestehen. Eine bittere Pille für den Verein, der im Juli 50-jähriges Bestehen feiert.

Oberschweinbach – Vor einem Jahr hatte sich der Gemeinderat mit 12:1 Stimmen gegen einen Wasseranschluss ausgesprochen. Vorausgegangen war dem Ganzen eine Hauruck-Aktion im Sommer 2016, als der Außenbereich des benachbarten Kindergartens erneuert wurde. Dort wurde der Container abgebaut, der als Übergangslösung während des Neubaus genutzt wurde. Vize-Bürgermeister Lutz Rosenbaum (BV Günzlhofen) hatte das damals als Chance gesehen und ließ ein Loch ausheben für ein entsprechendes Rohr zur Wasserversorgung am Sportgelände.

Dieser Alleingang hatte jedoch Folgen. Ein Problem war: Es gab keinen Antrag vom VSST, keinen Beschluss vom Gemeinderat und keine Genehmigung zum Graben auf dem Kindergartengelände. Das Ganze wurde gestoppt. Seitdem ist nun nichts mehr passiert. Das Loch ist immer noch zu sehen am Sportplatz.

Nun kam die Sache erneut auf die Tagesordnung. Gemeinderat Andreas Marschner (BV Günzlhofen) stellte einen entsprechenden Antrag – mit Unterstützung von Rosenbaum und Johannes Heitler (CSU/DG). Denn das Gremium sei ja nicht per se gegen eine Wasserversorgung des Sportgeländes. Doch der erstmalige Anschluss ans Wassernetz würde 20 000 Euro kosten. Diese Summe müsste der Schulverband als Eigentümer des Geländes berappen.

„Der Verband wird das nie zahlen“, glaubt Bürgermeister Norbert Riepl (CSU/DG). Bisher bewässern die Sportler vom VSST, die die Pflege des Platzes übernommen haben und dort die Fußballspiele austragen, die Anlage mit Hilfe der Feuerwehr, die dort ihre alljährliche Großübung abhält. Manchmal hilft man sich mit einem Wasserschlauch vom Kindergarten oder mit alten Feuerwehrschläuchen und dem Hydranten – ein Riesenaufwand für den Verein.

Dementsprechend groß war auch der Unmut der anwesenden Zuschauer – allesamt vom VSST – bei der Sitzung, als sich abzeichnete, dass immer noch keine Lösung des Problems in Sicht ist. „Es gibt auch jetzt keine neuen Erkenntnisse und keine entscheidungsrelevanten Infos“, so Riepl. „Wir alle wollen eine Lösung.“

Aber er sieht derzeit nur eine einzige Chance: „Der Verein treibt aus irgendeiner Ecke das Geld auf.“ Er wisse aber selber, dass das unrealistisch sei. Man habe das Ganze wieder und wieder geprüft und nach einem Ausweg gesucht. „Wir haben aber keine einzige Lösung gefunden, bei der kein Geld anfällt.“

Das Augenmerk der Ämter sei groß, so Marschner. „Wir dürfen uns da nichts erlauben, das ist klar.“ Er glaubt jedoch nicht, dass man „schon am Ende aller Möglichkeiten sei“ und hatte deshalb in seinem Antrag die Bildung eines Arbeitsgremiums vorgeschlagen, das sich eingehend mit der Problematik befasst. Marschner: „Wir müssen jetzt schauen, was geht und nicht, was nicht mehr geht.“ Das Ganze dürfe aber kein offizieller Ausschuss des Gemeinderats werden, mahnte der Rathauschef. Das müsse unter Führung des Vereins stehen.

Diana Wolf (FW Miteinander) kürzte die aufkommende Diskussion ab: „Dann nennen wir das halt Arbeitskreis statt Ausschuss.“ Damit zeigte sich auch Marschner zufrieden: „Dann machen wir das.“ VSST-Chef Michael Staudenmeir, ebenfalls in der Sitzung als Zuhörer anwesend, war „klar enttäuscht“, wie er hinterher zugab, zeigte sich aber „positiv überrascht von einigen Gemeinderäten.“ Er hofft, dass der Arbeitskreis etwas erreichen kann. „Ich würde auf alle Fälle das Team unterstützen.“ (gog)

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