Förderverein stellt Konzept vor

Was im Kloster Spielberg alles möglich ist

Der Förderverein Klosterhof Spielberg hat im Gemeinderat auf rund 40 Seiten aufgezeigt, was aus dem Kloster gemacht werden kann. Das umfassende Konzept ist allerdings noch mit vielen Fragezeichen versehen.

Oberschweinbach – Der Fördervereinsvorsitzende Marc Koch und sein Stellvertreter Inno Heiß hatten das Konzept vorab mit Bürgermeister Norbert Riepl (DG/CSU) besprochen. Danach gab es einige Änderungen, ehe es der Klosterausschuss und dann der Gemeinderat zu Gesicht bekamen. Man habe sich bewusst ein ganzes Jahr Zeit genommen dafür, erklärte Koch: „Das ist kein Schnellschuss.“

Schon im Jahr 2016 hatte sich der Verein Gedanken über die denkmalgeschützte Klosteranlage in Spielberg gemacht, die die Gemeinde 1998 von den Franziskanerinnen erworben hatte. Die Sanierung von Kapelle, Remise und Benefiziatenhaus sei erst der Anfang gewesen.

Der Förderverein hat für die weiteren Liegenschaften im Areal verschiedene Möglichkeiten der Umnutzung im Sinn. Die Ideen reichen von Café, Dorfladen und Wirtschaft bis zu Seminarräumen, Fremdenzimmer und Bürgersaal. All das könnte im alten Pferdestall entstehen, der jetzt entkernt wurde.

Schon beim Christkindlmarkt 2017 konnten Besucher das böhmische Gewölbe bewundern. „Das ist ein Kleinod und das Herzstück des Konzepts“, so Koch. Hier hatten Mitglieder des Fördervereins im vorigen Sommer gewerkelt und unter anderem sämtliche Einbauten wie Tröge und Verschläge entfernt. Nun muss der salzgetränkte Ober- und Grundputz entfernt, das Mauerwerk trocken gelegt und eventuell mit einem sogenannten Opferputz versehen werden. Im Obergeschoss wären Seminarräume und Fremdenzimmer denkbar.

Über der bereits restaurierten Remise, die für viele Veranstaltungen gebucht wird, könnte ein Bürgersaal entstehen. In dem Gebäudetrakt sind derzeit auch der Bauhof der Gemeinde und die Lagerräume des Burschenvereins untergebracht. Sollte tatsächlich eine Umnutzung erfolgen, steht also ein Umzug bevor.

Auf der angrenzenden Wiese wäre Platz vorhanden. Dort befinden sich die alte Liegehalle und auch der Bauwagen der Burschen. Rathauschef Riepl stellte jedoch klar: „Niemand muss ausziehen, bevor wir nicht eine Alternative haben.“ „Wir waren nicht bei jeder Idee deckungsgleich“, meinte Riepl nach dem Vortrag. Es gäbe auch bewusst keine Detaildiskussion, das Konzept solle nur als Orientierungsleitfaden dienen und sei auch „in keinster Weise bindend für den Gemeinderat“.

Zudem gibt’s noch keinerlei Kostenschätzungen für das ganze Projekt oder Teile davon. Man habe überhaupt nicht über Kosten spekulieren wollen, ergänzte Koch, sondern nur ein Konzept vorlegen wollen als Denkanstoß für Eigentümer und Entscheider. Koch: „Es gibt keine Zahlen, wir wollen uns nicht aufs Glatteis begeben.“

Bürgermeister Riepl meinte nüchtern: „Die Gemeinde hat in absehbarer Zeit null Chance, dort etwas zu investieren. Das ist unrealistisch.“ Das Konzept, als Ideensammlung jedoch, sei gut.

Es stecke viel Hirnschmalz drin, lobte Thomas Gaeb (DG/CSU). Auch Vizebürgermeister Lutz Rosenbaum (BV Günzlhofen) fand: „Respekt. Aber das wird bestimmt kein einfacher Weg.“ Johannes Heitler (DG/CSU) stellte beim Konzept jedoch teilweise den Nutzen für die Einheimischen in Frage, wenn es etwa um Fremdenzimmer und Seminarräume geht.

Der Gemeinderat beschloss letztlich einstimmig, das Konzept als Orientierungshilfe für künftige Entscheidungen zu nutzen, die nicht bindend ist. (gog)

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