Nach hitziger Debatte 

Wasserrohr: Sportler müssen selber zahlen

Oberschweinbach - Die Günzlhofener Fußballer dürfen eine Wasserleitung verlegen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Anschluss nichts kostet. Das hat nun der Gemeinderat beschlossen.

Die seit Jahrzehnten geführte Diskussion um einen eigenen Wasseranschluss für die Fußballer des VSST Günzlhofen erreichte ihren Höhepunkt, nachdem Vize-Bürgermeister Lutz Rosenbaum (BV Günzlhofen), unterstützt von einigen Vereinsmitgliedern, in Eigenregie und ohne vorherigen Gemeinderatsbeschluss ein Loch für ein entsprechendes Wasserrohr buddeln ließ (wir berichteten).

Besonders problematisch: Die geplante Leitung verläuft durch zwei Grundstücke, wovon eines dem Schulverband gehört. Ein erstmaliger Anschluss ans Wassernetz würde diesen 20 000 Euro kosten. Nun fassten die Gemeinderäte mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss, im Falle von Anschluss-Gebühren ihre Ablehnung auszusprechen.

Gleichzeitig darf der VSST unter Übernahme der Kosten aber innerhalb des Kindergarten-Grundstücks, das der Gemeinde gehört, ein Wasserrohr verlegen, ohne es jedoch zunächst anzuschließen. Zuvor muss etwa überprüft werden, ob die Gefahr von Legionellen durch die seltene Wassernutzung besteht, wie Wasserwart Vitus Trinkl befürchtet. Falls zudem der Wasseranschluss die mittelfristig möglicherweise notwendige erneute Erweiterung des Kindergartens behindern wird, muss das Wasserrohr gegebenenfalls wieder weichen.

Doch bis es zu dieser Entscheidung kam, ging es in der Sitzung teilweise hoch her. Der Vorsitzende des VSST, Michael Staudenmeir, reichte kurz vor der Sitzung einen offiziellen Antrag auf Genehmigung der Wasserleitung ein, ehe er den Standpunkt der Fußballer schilderte. Im Bezug auf die vorangegangene Berichterstattung sagte er, einige Informationen wären falsch gewesen. Man wolle kein Wasserrohr in die Hütte verlegen, sondern auf eigene Kosten einen Hydrant für die Platzpflege oder für Reinigungsarbeiten auf dem Hartplatz errichten. „Wir wollen dort keine zweite Gaststätte.“

Bürgermeister Norbert Riepl (CSU/DG), der das eigenmächtige Vorgehen als „Riesenbock“ bezeichnete, hat sich unter der Woche mit Rosenbaum und einigen VSST-Funktionären vor Ort getroffen. Dort seien auch einige Beschimpfungen gefallen, so Riepl, der sowohl seine Verbundenheit zum Fußball-Club als auch seinen Vorsitz im Schulverband betonte. „Ich versuche, Lösungsansätze zu finden.“

Die Suche danach gestaltete sich im Gemeinderat sehr schwierig und emotional. Rosenbaum, der noch einmal seine Kompetenzüberschreitung betonte, schlug vor, den bereits vorhandenen Wasserhahn auf der Nordseite des Kindergartens zu nutzen und lediglich einen Wasserzähler einzubauen. Riepl verwies allerdings auf den Antrag der Fußballer, er glaube nicht, dass das mit dem Verein abgestimmt sei.

Nach zahlreichen weiteren Wortgefechten riefen Diana Wolf (FW-Miteinander), Johannes Heitler und Hardy Richard (beide CSU/DG) zu Besonnenheit auf. „Findet endlich eine Lösung“, animierte Wolf ihre Kollegen.

Eine vorläufige Lösung, mit der alle Beteiligten leben könnten, hatte dann Franz Neheider (Dorf mit Zukunft). Die Gemeinde solle entweder die fünf Quadratmeter, die momentan noch dafür sorgen, dass die Wasserleitung auch durch das Grundstück des Schulverbands gehen würde, kaufen. Oder überprüfen, ob durch das Gewohnheitsrecht die Satzung außer Kraft gesetzt werden könne.

von Sebastian Öl 

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