Die Wellküren Burgi, Bärbi und Moni singen auf der Bühne und auch unter der Dusche.

Heute erscheint „Abendlandler“

Wellküren nehmen CD in Wohnstube auf

Hintersinnig und subtil, unbekümmert und witzig – die Wellküren bringen auf ihrer neuen CD „Abendlandler“ so einiges unter einen Hut. Erstmals sind die Aufnahmen nicht während eines Auftritts, sondern bei Monika Well im Wohnzimmer entstanden, dem Stubnmusi-Studio.

Günzlhofen „Wir wollten mal testen, wie das ist, so ohne Publikum“, sagt die Musikerin. Resultat: „Es war schön, ganz relaxed.“ Eineinhalb Wochen dauerten die Aufnahmen. Zu hören sind Mozart und Nina Simone, das Abend- und das Morgenland, Leitkultur und Leichtigkeit. Als Gag stellten sich die aus der Günzlhofener Musikerfamilie stammenden Burgi, Bärbi und Moni Well sogar einmal alle drei zum Singen in die Dusche, weil dort die Akustik so gut war. „Das ist aber nicht auf der CD drauf“, sagt Moni Well und lacht.

Die Lieder sind teilweise neu, teilweise aus Bühnenprogrammen bekannt. Immer wieder fragten Fans, wo bestimmte Stücke zu finden wären. Die beliebtesten haben die Wellküren nun auf CD gebannt. „Es sind einfach Lieder, die wir festhalten wollen.“ Originelle Ideen zu haben und witzige Texte zu schreiben, werde nach 31 Bühnenjahren immer schwieriger. Dennoch wirkt das Album in keiner Weise angestrengt. Fans der Wellküren können schwelgen. Im bodenständigen „Monilog“ zum Beispiel, einer Betrachtung über Lifestyle-Mamis, die zwar alle einen Thermomix besitzen, aber „kocha kenna de nix“. Viele werden sich auch im Text von „Ich bin ein guter Verlierer“ wiederfinden. Hier geht es nicht etwa um faires Verhalten beim Sport, sondern um alles, was man so verlieren kann - von der Fahrkarte bis zum Vermögen.

Mit dem Titel „Abendlandler“ spielen die Wellküren auf ihr Lebensalter an, geben aber auch ein politisches Statement ab, indem sie gegen die selbst ernannten Retter des Abendlandes ansingen. „Wir wollen nicht, dass solche Begriffe nur von der rechten Szene besetzt sind“, sagen die drei Well-Schwestern. Das Thema Rechtsaußen beschäftigt sie auch im „Leitkulturmarsch“. Nicht umsonst sind sie die Gründerinnen der Studiga-Bewegung. Das steht für „Stubenmusik gegen die Idiotisierung des Abendlandes“.

Der Titelsong schwebt mit seiner zeitlosen klassischen Schönheit weit über aller Tagespolitik. Es ist eine von Mozarts Klaviersonaten. Die Wellküren spielen sie auf Hackbrett, Harfe und Gitarre. Für ihren Arrangeur Franz Wittenbrink war die Bearbeitung des Klavierstücks eine echte Herausforderung. „My Baby Just Cares For Me“ von Nina Simone haben sie zu „Mei Oida, der schaugt auf mi“ eingebayert.

Ansonsten bekommen die Herren der Schöpfung in einer Betrachtung der männlichen Wechseljahre den Spiegel vorgehalten. Und natürlich darf auch eine Portion Selbstironie nicht fehlen („I kann net bügeln“). „Wir wollen Themen ansprechen, die die Leute betreffen und die uns betreffen“, fasst Monika Well zusammen. In jedem Text geben die Schwestern auch ein Fünkchen von sich selber preis. (Ulrike Osman)

Die CD „Abendlandler“

der Wellküren erscheint heute und ist auch online unter www.wellkueren.de zu haben.

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