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Norbert Riepl

In Oberschweinbach

Zu wenig Stellplätze: Bauausschuss lehnt Mehrfamilienhaus ab

Anstelle eines einst landwirtschaftlich genutzten Stadels will eine ortsansässige Familie ein Wohnhaus für acht Parteien errichten. Doch der Antrag wurde erst einmal vom Gemeinderat abgelehnt.

Oberschweinbach– Anstelle eines einst landwirtschaftlich genutzten Stadels will eine ortsansässige Familie ein Wohnhaus für acht Parteien errichten. Doch der Antrag wurde erst einmal vom Gemeinderat abgelehnt.

Acht Wohneinheiten und dafür nur zwölf Stellplätze: Das war dem Gremium zu wenig – neben anderen Kritikpunkten. Zuvor war das Vorhaben auch schon vom Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung diskutiert worden. Bürgermeister Norbert Riepl (DG/CSU) hatte auch ein Gespräch mit den Bauherren. Dabei hatten sich vier Schwerpunkte herauskristallisiert.

Zum einen überschreitet der geplante Baukörper die im Ort eigentlich zulässige Geschoßflächenzahl (GFZ) von 0,5 deutlich. Laut Plan liegt diese bei dem Bauantrag bei 0,91. Zum anderen war dem Gemeinderat die Nordansicht des Hauses mit 16 Metern Höhe zu massiv. Das geplante Wohnhaus füge sich nicht in die umliegende Bebauung ein. Zu Beginn waren für die acht Wohneinheiten auch nur neun Stellplätze vorgesehen. „Es gibt bei uns ja keine Stellplatzverordnung, aber das ist der Zeichen der Zeit, dass es eigentlich mehr als ein Auto pro Wohneinheit gibt“, so der Rathauschef in der Sitzung.

Die Gemeinde bat zudem darum, ein Stück Grund der Familie zu erwerben, damit die Straße von aktuell 4,10 Meter auf die gewünschten 6,50 Meter verbreitert werden kann. Dies war bereits bei aktuellen Bauvorhaben in der Hauptstraße und in der Schulstraße in Günzlhofen so geschehen. Der beauftragte Architekt der Familie machte sich an die Änderungen. Die als massiv eingestufte Nord-Ansicht wurde angepasst. Statt neun gibt es nun zwölf Stellplätze. In Sachen Reduzierung der GFZ könnte das gegenüberliegende Grundstück, das ebenfalls der Familie gehört, dazugenommen werden. Dann läge die GFZ bei 0,71. Würde man dort noch weitere Stellplätze schaffen, käme man auf insgesamt 18. Da der geplante Baukörper an ein bestehendes Wohnhaus angebaut wird, wäre das laut Riepl eine „akzeptable Zahl“.

Doch die Familie hatte dies abgelehnt, ebenso wie der Grundstücksverkauf für die Verbreiterung der Straße. Sie hatte Bedenken geäußert, dass dadurch die Straße zu nah ans Wohnhaus verlegt und der Verkehr dadurch beschleunigt werde. Es wäre auch ein Tausch von Flächen möglich, so Riepl.

„Wir sollten uns nicht auf die GFZ versteifen“, fand Thomas Gaeb (DG/CSU). Er nannte als Beispiel das Grundstück, auf dem früher die Alte Wirtschaft war und das nun mit Wohnhäusern bebaut ist. „Ein Schandfleck – was war da mit der GFZ? Allerdings wären 16 Stellplätze schon ideal.“

Vize-Rathauschef Lutz Rosenbaum (BV Günzlhofen) nannte das Gebäude, das den Stadel ersetzen soll, „schon rein optisch einen Gewinn.“ Aber die Stellplätze bereiten auch ihm Bauchschmerzen. Man sollte sich indes unbedingt verständigen bei dem Grundstücks-Tausch, sagte er.

Der Bauausschuss hatte empfohlen, die Geschossflächenzahl auf die ortsüblichen 0,5 anzupassen und pro Wohneinheit zwei Stellplätze zu schaffen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung zu dem Bauantrag in der aktuellen Fassung lautete auf „nicht zustimmen“. Dem folgte auch der Gemeinderat und lehnte den Bauantrag ab. (gog)

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