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Kette der helfenden Hände

Oft bleibt Frauen nur noch die Flucht

Landkreis - Seit 25 Jahren nimmt das Brucker Frauenhaus Opfer häuslicher Gewalt auf. Drei Sozialpädagoginnen begleiten die Frauen dort, und helfen auch beim Ausfüllen von Formularen oder beim Gang zum Anwalt.

Doch: Der Weg dieser Frauen und ihrer Kinder in eine gewaltfreie Zukunft ist trotzdem alles andere als leicht. Drei Beispiele.

Miriam H. ist 46 Jahre alt. Seit März lebt sie mit ihrer neunjährigen Tochter Magdalena im Brucker Frauenhaus.

Vom Mann aus der Wohnung geworfen

„Mein Mann ist Alkoholiker. Er wurde immer wieder gewalttätig. Er schlug mich und warf mich und unsere Tochter schließlich aus der Wohnung“, erzählt Miriam H. unter Tränen. Neben der körperlichen Gewalt litt sie jahrelang unter dem psychischen Druck, den ihr Partner auf sie ausübte. „Ich musste immer zuhause bleiben und durfte alleine nicht aus dem Haus.“, erzählt die gelernte Krankenschwester. Jetzt ist sie ihren Peiniger zwar los. Aber sie steht vor dem Nichts. Ihr Schwesterndiplom hat sie im Ausland gemacht. Bisher versucht sie vergeblich, es in Deutschland anerkennen zu lassen. Die Wohnungssuche ist ebenso zermürbend. Alleinerziehend und mittellos findet sie einfach keine bezahlbare Bleibe. Den Kopf oben zu behalten, fällt da oft schwer.

Schon der Vater schlug die Mutter

Ein ähnliches Schicksal durchlebt die 32-Jährige Ulrike P. – allerdings schon zum zweiten Mal. Mit ihren Kindern Katharina (4) und Sebastian (8) floh sie vor ihrem gewalttätigen Ehemann. Seit August leben sie im Frauenhaus, auch das Weihnachtsfest haben sie dort gefeiert. Ulrike P. kennt das Leben in Frauenhäusern – allerdings aus einem anderen Blickwinkel. Schon als Kind hatte sie einmal in einer solchen Einrichtung Zuflucht gefunden. Auch ihre eigene Mutter war mit der Tochter vor dem brutalen Vater geflohen. Das Mädchen hatte sie zusehen müssen, wie der Vater die Mutter schlug. Als Erwachsene durchlitt sie dieses Martyrium in der eigenen Ehe selbst. „Ich sah keinen Ausweg mehr; ich musste meine Kinder und mich vor ihm schützen und habe ihn schließlich verlassen.“ Die gelernte Bürokauffrau würde gerne in ihrem Beruf arbeiten und eigenes Geld verdienen, um sich und die Kinder selbst durchbringen zu können. Doch sie muss sich erst nach und nach eine neue Existenz aufbauen. „Gottseidank habe ich endlich einen Kindergartenplatz für meine Tochter gefunden, jetzt kann ich mich ruhigen Gewissens bewerben.“ Ulrike P. möchte ihren Kindern so gerne ein angstfreies Zuhause bieten – ohne Gewalt. Bislang blieb auch ihre Suche nach einer kleinen Wohnung oder einer Arbeitsstelle ohne Erfolg.

Sie durfte nicht Deutsch lernen

Auch Zeynep (27) hofft darauf, ihren Kindern Eylül (2) und Ömer (3) eine bessere Zukunft bieten zu können. Ihr Mann ist 20 Jahre älter. Er übte ihr gegenüber seit der Heirat seelische Gewalt aus. „Er verbot mir, die Wohnung zu verlassen oder Deutsch zu lernen und gab mir kein Geld. Er behandelte mich einfach wie einen Gegenstand, nicht wie einen Mensch“, sagt Zeynep rückblickend.

Diesen Zustand konnte die Türkin nicht länger ertragen und so floh sie vor den Gewaltausbrüchen ihres Gatten ins Frauenhaus. Die Kinder musste sie schweren Herzens zurücklassen. Seither kämpft sie um das Sorgerecht.

Zeynep ist wie ihre Leidensgenossinnen Miriam und Ulrike, verzweifelt. So unterschiedlich ihre Schicksale auch sein mögen: Alle drei hoffen darauf, künftig ein glücklicheres Leben führen zu können. Mit ihren Kindern. Ohne ständig Angst haben zu müssen. Sie hoffen alle auf ein Leben ohne Gewalt. Die Kette der helfenden Hände möchte sie bei ihrem Neuanfang wenigstens finanziell unterstützen.

Angi Kiener

Die Spendenkonten:

Sparkasse Bruck IBAN: DE23700530700008128126

BIC: BYLADEM1FFB

VR-Bank Bruck IBAN: DE93701633700000037788 BIC: GENODEF1FFB

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