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Eine Szene am Wertstoffhof nahm die Olchinger und die Schwaigfelder auf die Schippe.

38. starkbierfest der kolpingfamilie

Singspiel nimmt Olchings Bürger aufs Korn

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Der Mülltourismus vom Schwaigfeld zum Wertstoffhof oder die Ortsumgehung: Die Kolpingfamilie hat mit ihrem Starkbierfest bei rund 600 Zuhörern für Ovationen gesorgt. 

Olching – Tomas Bauer zog den Hut vor der Kolpingfamilie, die das Starkbierfest zum 38. Mal organisiert hatte. „Es ist eine tolle Leistung, die Menschen zweieinhalb Stunden mit Kommunalpolitik zu unterhalten.“ Er sprach von einem feinen Gespür der Darsteller und der großen Kunst, den Kern der Kritik zu treffen und dabei doch nicht zu verletzen.

38. Starkbierfest der Kolpingfamilie - Fotos

Ein Beispiel für den Feinsinn: So seien wohl auch die alten Reibereien zwischen den Estingern und Olchingern, von den neuen mit den Schwaigfeldern abgelöst worden, meinte Bauer. Treffend skizziert wurde das im Singspiel zum Wertstoffhof, der den Mülltourismus zwischen Schwaigfeld und dem einzigen Großen Wertstoffhof aufs Korn nahm. „Weil sich dort no a paar aufmandeln, die sich solche Negativeinrichtungen nicht vor der eigenen Haustür wünschen“, hieß es unter anderem in diesem Singspiel. 

Dass man dort seit gefühlten Jahrzehnten an der Paulusgrube plant, thematisierte die Kolpingsfamilie mit einem weiteren Singspiel. Ein Investor, der sich über das Planungsgebahren der Stadt wundert, und zwei Bürgermeister, die sich im Glanz ihrer eigenen Ideen sonnen, waren dafür die bestens gemixten Zutaten. Die Glanzlichter darstellerischer Art setzten dabei Michi Schwimmbeck als Andreas Magg und Katja Gemmecke als gesanglich perfekte Maria Hartl.

Gememcke holte sich bei ihrer ersten Einlage des textlich umgewandelten Schlages „Santa Maria“ Szenenapplaus ab. „Ich heiß Maria für die Ortsumgehung geboren. Würd lieber heut al morgen für mehr Lastwagenverkehr sorgen“, hieß es dort. 

Einer, der Handwerk seit langem versteht, ist Eugen Sollinger. Zu seiner Rede als Wutbürger fehlte nur noch der Starkbierkrug, um neben den großen Nockherberg-Vorbildern des Bruder Barnabas standhalten zu können. „Keine Planung, keine Peilung, koa Konzept. Die wissen noch nicht mal, mit wem sie bei der Bahn, diesem zerfledderten Haufen, reden sollen“, polterte Sollinger und stellte den Wutbürger realistisch dar.

Hans Kürzl

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