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Planung der Stadt Olching 

37 Wohnungen gegen den Miet-Wahnsinn

Die Stadt Olching geht einen ersten Schritt, um einkommensschwachen Menschen bezahlbare Mieten zu ermöglichen. 37 Wohnungen sindbereits in Planung.

OlchingDie Vertreter der Stadt Olching sprechen von hoher organisatorischer und finanzieller Priorität, wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. Bis 2020 werden für knapp elf Millionen Euro ungefähr 37 Wohnungen mit erschwinglichen Mieten am Großen Berg und am Nöscherplatz geschaffen. Dies entspricht der Zielsetzung eines von der breiten Mehrheit des Stadtrates befürworteten SPD-Antrages, im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus im Stadtgebiet mittelfristig jährlich etwa 15 neue Wohnung zu schaffen.

Das „etwa“ in den Formulierungen bekam in der Diskussion durchaus seine Bedeutung. Auf eine jährliche Mindestzahl, wie aus den Reihen der Grünen gefordert, wollte sich die Mehrheit des Stadtrates nicht festlegen lassen. An der guten Absicht wollten aber vor allem die Antragsteller keinen Zweifel lassen. „Wir müssen einen zweiten Angebotsmarkt schaffen, der sozial verträglich ist. Wir sollten nicht nur politisches Gequatsche liefern, sondern auch Fakten“, sagte Alfred Münch (SPD), Referent für Stadtentwicklung.

Derzeit fallen 71 Olchinger Wohnungen in den sozialen Bereich. Dem stehen laut Auskunft der Stadt aktuell 156 anerkannte Bedarfsmeldungen entgegen.

Finanzreferentin Marina Freudenstein (SPD) begrüßte daher die Entscheidung als ersten Schritt, im kommunalen Wohnungsbau für kontinuierlichen Zuwachs zu sorgen. Dass dies das Problem nicht grundlegend lösen würde, räumten die Antragsteller durchaus ein.

Dagegen sprach Ingrid Jaschke (Grüne) von einer Minimallösung. Man müsse beachten, dass mit der Zeit auch Wohnungen aus der sozialen Bindung fallen werden.

Den Aspekt der barrierefreien Bauweise vernachlässigt sah Sozialreferentin Gerlinde Zachmann (FW). Skeptisch zeigte sich ebenfalls Andreas Teichmann (FDP): „An der Mietsituation in Olching werden auch jährlich geschaffene 15 neue Wohnungen nichts ändern.“ Für die CSU kündigte Fraktionssprecher Tomas Bauer ein eigenes Programm an, um „zielgerechter für die bauen zu können, die sich den Marktpreis nicht leisten können“. Einen Zeitpunkt nannte Bauer allerdings nicht.

Ein Zeitplan steht auch für künftige Projekte nicht fest, die kommunalen Wohnungsbau betreffen. Mögliche Orte zeigte die Stadt aber auf. Mit einem so genannten Planungs- und Realisierungshorizont ab 2022 sollen rund 100 Wohnungen geschaffen werden. In der Heckenstraße ist dies im Bereich eines noch abzubrechenden Bauteils der ehemaligen Mittelschule vorgesehen. In der Ludwigstraße ist eine Bebauung erst nach Verlagerung der Kindertagesstätte möglich. In der Fürstenfeldbrucker Straße handelt es sich um Ersatzbauten und Nachverdichtung. Für diese Bereiche ist ein Investitionsvolumen von etwa 19,4 Millionen Euro angegeben.

Wie die Olchinger Mieten im Vergleich zu anderen Kommunen im Landkreis abschneiden, zeigen diese Zahlen, bezogen auf Quadratmeter

Olching:

13,00

Eichenau:

13,30

Puchheim:

13,50

Gröbenzell:

13,30

Germering:

12,50

Stadt Fürstenfeldbruck:

11,40

Die Miet-Preise gelten für den Bestand. Die Mietpreise (Euro pro Quadratmeter kalt) stammen aus dem Halbjahresbericht des Immobilienverbands Deutschland vom Januar 2018.

Bei Neubauten zieht Olching mit 14 Euro pro Quadratmeter (kalt) gleich mit den Spitzenreitern Puchheim und Germering. Über Altbau gibt es keine Angaben. Der Preisanstieg im Vergleich zum Mietspiegel vom September 2017 (erstes Halbjahr) beträgt 50

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