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Der Baumeister und seine Miniaturwelt: Rund eineinhalb Jahre hat Antonio Santoro an der Krippe gearbeitet. Die Landschaft ist aus Moos, Blättern und Wurzeln gestaltet – und sogar das Wasser im Bach fließt.

Olchinger Krippenweg

65-Jähriger erschafft Krippen-Traumwelt

Olching - Antonio Santoro baut schon seit 35 Jahren Weihnachtskrippen. Heuer ist eines seiner Werke auf dem Olchinger Krippenweg ausgestellt – und entführt den Betrachter in eine zauberhafte Traumwelt, die von einer alten Tradition inspiriert wurde.

Der Hauptcharakter: Der schlafende Benito erträumt sich die Szenerie. Das Werk wurde von den neapolitanischen Krippen inspiriert.

Der kleine Benito liegt schlafend unter einem Baum im weichen Moos. In der Nähe rauscht leise ein Bach. Schäfer treiben ihre Tiere den Berg hinauf. Was sich wie Idylle pur anhört, ist aber nur Fiktion – genauer gesagt ein Traum. Denn der kleine Benito, wie ihn Antonio Santoro getauft hat, ist kein echter Bub, sondern eine Figur – und der Hauptcharakter in der Krippe, die derzeit im Geschäft seines Sohnes ausgestellt ist.

„Die ganze Krippe ist die Traumwelt Benitos. Er erträumt sich die Szenerie“, erklärt der 65-Jährige. Eine Menge Arbeit hat der gebürtige Italiener in das Werk gesteckt. Als Vorbild für die Krippenlandschaft diente Toirano, ein kleines Bergdorf in Italien mit 2700 Einwohnern. „In Italien hat das Krippenbauen eine lange Tradition“, erläutert Santoro. So gebe es in Neapel sogar eine ganze Straße mit Geschäften, die das ganze Jahr über Zubehör verkaufen.

Rund 1,5 Meter breit und einen Meter tief ist die Welt, die der 65-Jährige seinen Benito erträumen lässt. Was die Krippe von vielen anderen unterscheidet, ist die Liebe zum Detail und das handwerkliche Geschick das Santoro, der eigentlich eine Firma zur Betonverarbeitung in Emmering leitet, an den Tag legt.

„Die Figuren sind gekauft, aber das meiste habe ich selbst gebaut oder zusammen gesucht, die Berglandschaft besteht zum Beispiel aus Wurzeln, die ich im Wald gesammelt habe“, erzählt er. Besonders beeindruckend sind die Höhlen, die sich in den Berg ziehen. „Am Ende der Höhlengänge sind Spiegel angebracht. So wirkt es, als würden sie noch viel weiter rein gehen“, erklärt Santoro. Dazu kommen unzählige kleine LED-Lichter und Brunnen und Bäche – natürlich mit fließendem Wasser. Das wird durch eingebaute Aquarium-Pumpen möglich. „Dass man das Wasser sogar rauschen hört, war mir besonders wichtig“, sagt der Baumeister.

Antonio und sein Sohn Enrico Santoro: Beim Bau der rund 1,5 Meter breiten Krippe erhielt der 65-Jährige viel Unterstützung von seiner Familie.

Etwa eineinhalb Jahre lang hat Santoro an der Miniaturwelt gearbeitet. „So ein bisschen ist da dann immer Weihnachten, sogar im Sommer“, meint er und lacht. „Oft sitze ich auch nur stundenlang davor und lasse es auf mich wirken, bis ich dann wieder eine Idee bekomme was man noch verbessern könnte.“

Unterstützung beim Bau erhielt der 65-Jährige von seinen Söhnen. „Alleine hätte ich das nicht geschafft.“ Gemeinsam seien sie auch schon nach Neapel gefahren, um sich inspirieren zu lassen.

Tagsüber steht die Krippe im Geschäft seines Sohnes Enrico, aber abends nach Ladenschluss wird sie gedreht und ins Schaufenster geschoben. „Im Dunkeln ist sie besonders schön beleuchtet“, sagt Enrico Santoro. „Wir freuen uns natürlich sehr, wenn die Leute auf ihrem Weg stehen bleiben und sich die Krippe anschauen. Das macht schon etwas stolz.“

Die Krippe steht bei Enrico Santoro Einlagen und Schuhtechnik in der Feursstraße 19a. Im Rahmen des Olchinger Krippenwegs ist sie in der Weihnachtszeit zu sehen.

von Marco Gierschewski 

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