Im Olchinger See

81-Jährige kurz vor dem Ertrinken gerettet

Olching - Eine 81-jährige Frau ist am Freitagmittag beim Baden im Olchinger See beinahe ertrunken. Doch Badegäste retteten sie. Durch Zufall waren sie alle Experten.

Es ist einer der ersten schönen – und wirklich heißen Tage im Jahr. Klar, dass sich am Olchinger See die Badegäste tummeln. Unter ihnen befindet sich auch Sebastian Hörger aus Gröbenzell, der sich ehrenamlich beim Malteser Hilfsdienst im Bereich Katastrophenschutz engagiert. Der 19-Jährige trifft am See zufällig zwei befreundete Wasserwachtler, Jakob Heimerl und Max Fritsch. Nach dem Schnorcheln ratscht er mit dem 16-jährigen Fritsch im Wasser, nahe des Stegs an der Wasserwachtstation. „Plötzlich sehen wir eine leblose Person im See treiben, mit dem Gesicht nach unten“, erzählt Hörger.

Fast zeitgleich rudert eine Frau am Ufer wild mit den Armen und schreit um Hilfe. Wie sich später herausstellt, handelt es sich um die Schwester der Verunglückten. Dann geht alles ganz schnell: Hörger und Fritsch schwimmen zu der Frau, ziehen sie ans Ufer. Auf den letzten Metern bekommen sie Hilfe von zwei weiteren Badegästen – zwei Krankenschwestern.

Die beginnen sofort mit der Reanimation, nachdem bei der 81-Jährigen weder Puls noch Atmung festgestellt werden können. Hörger und die zwei Wasserwachtler rennen derweil zur Wasserwachtstation, holen dort Notfall-Rucksack, Funkgerät und Defibrillator. Offiziell ist die Wasserwachtstation an diesem Tag nicht besetzt, wie BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Bertram später erklärt. „Denn dazu bräuchte es eigentlich drei Personen.“

Die ehrenamlichen Lebensretter sind in der Regel nur feiertags und am Wochenende im Dienst. Doch auch zu zweit – und dank Mithilfe Hörgers und der beiden Krankenschwestern – wird lehrbuchmäßig Erste Hilfe geleistet: Während der eine die Integrierte Leitstele alarmiert, rennt der andere mit Hörger zu der Verunglückten zurück und macht die Notfallgeräte startbereit. Hörger setzt derweil die Herzdruckmassage bei der Senioren fort. Der Einsatz des Defibrillators ist gar nicht nötig. „Das Gerät hat von einem elektronischen Schock abgeraten“, sagt Hörger. Vermutlich hatten da die lebensrettenden Maßnahmen schon gegriffen.

Als neun Minuten nach der Alarmierung der Notarzt eintrifft, atmet die 81-Jährige jedenfalls wieder und hat einen Puls. Mit Decken wird die Verunglückte vor den Blicken Neugieriger geschützt, während sie weiter medizinisch versorgt wird. Mit dem Krankenwagen wird die Frau, die nicht aus dem Landkreis stammt und wohl zu Besuch bei ihrer Schwester war, wenig später ins Kreiskrankenhaus nach Dachau gebracht.

Ein Kriseninterventionsteam der Malteser kümmert sich derweil um die Schwester, die alles mit ansehen hat müssen. Sebastian Hörger hat sich noch am Samstagabend nach dem Befinden der Patientin erkundigt, Bertram gestern. Beide erhalten folgende Kunde aus der Klinik: Die Frau lebt.

sw

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