So in der Art soll das Gebäude einmal aussehen: Die Süd-Ost-Ansicht zeigt die hintere Fassade. Besonders stolz ist die Wohngenossenschaftauf den abgesenkten Gemeinschaftsbereich draußen vor dem Gebäude. Auf dem Dach soll Gemüse angebaut werden.

In Olching

Mit Sauna und Außenküche: Acht Millionen Euro für ein Wohnparadies

Die Stadt Olching hat ihre Pläne für das Areal an der Münchner Straße bereits vorgestellt, nun legt die Genossenschaft Wohngut nach. Auch diese will einen großen Komplex mit Wohnungen, 32 an der Zahl, am Großen Berg errichten. Der Bauantrag wurde nun eingereicht. Kosten: acht Millionen Euro.

Olching – Während bei den Plänen der Stadt vor allem Pragmatismus vorherrscht und die Frage, wie man den Bedarf an Wohnungen am besten abdeckt, schwingt bei der Genossenschaft Idealismus mit: Der Gedanke vom Leben in der Gemeinschaft spiegelt sich wider. Garten auf dem Dach, Gemeinschaftssauna, Gemeinschaftsräume, Kreativbereich und Außenküche – ein Wohnparadies für alle quasi, sogar mit Seeblick (auf dem Nachbargrundstück gibt es einen Fischweiher). Das wurde bei der jüngsten Mitgliederversammlung deutlich. Hier wurde auch abgestimmt – erfolgreich. Der Bauantrag wurde kurz darauf eingereicht.

Damit beginnt die heiße Phase nach einem jahrelangen Prozess. Das 7000 Quadratmeter große Grundstück an der Münchner Straße gehört der Stadt. Am Ende der Verhandlungen mit der Wohngut, die aus dem Verein „Älter werden in Olching“ hervorging, war das Ergebnis, dass die Stadt Wohnungen (geplant waren 33) und Kindertagesstätte auf dem vorderen Teil und die Wohngut ihren Komplex auf dem hinteren Teil baut. Der Genossenschaft wurde der Grund per Erbpacht überlassen. Die Stadt hat Kosten von 25 Millionen Euro für ihr Projekt aufgerufen. Die Wohngut kalkuliert mit acht Millionen Euro.

„Wir müssen mit dem Pfennig rechnen, es ist ja unser Geld“, sagt Vorstandsmitglied Harald Kucharcik. 32 Wohnungen (Zwei-/Drei-/Vier-Zimmer), barrierefrei, 21 davon familiengerecht, sollen erricht werden. Ein-Zimmer-Wohnungen sind nicht vorgesehen – auch das ist ein Unterschied zu den Plänen der Stadt. Aber es gibt einen gemeinsam Knotenpunkt der Komplexe: Die Bewohner der kommunalen Wohnungen und der Genossenschaftswohnungen nutzen dieselbe Einfahrt zur Tiefgarage. Das Grundstück wird über die Münchner Straße erschlossen, was nicht ganz unkompliziert war, da es sich um eine Bundesstraße handelt.

Architekt Michael Anderer freut sich, dass es nun endlich losgeht. Er ist zuversichtlich, dass die beiden Bauvorhaben einen parallelen Genehmigungsverlauf nehmen werden und dem gemeinsamen Baubeginn im Sommer 2019 nichts mehr im Wege steht. Der Stadtrat hat das kommunale Vorhaben vor Kurzem abgesegnet – mit einigen Anpassungen.

Anderer hätte sich allerdings mehr Gemeinschaftsdenken bei der Kooperation mit der Stadt gewünscht. „Dachlandschaften für regenerative Energie“, nennt er als Beispiel. Stichwort: Synergieeffekte. Immerhin: Der Landschaftsarchitekt ist ein gemeinsamer Nenner.

Dass aus der Bürgerschaft eine Initiative hervorgeht, um in Zeiten immer größeren Drucks auf dem Wohnungsmarkt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist nicht neu. Genossenschaftliche Modelle gibt es schon sehr lange und es scheinen sich auch immer mehr neue zu bilden. So ist etwa in der Nachbargemeinde in Gröbenzell ein solches Projekt angedacht, wie Harald Kucharcik weiß.

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