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Mehr Sauberkeit am Bahnhof: Das wünschen sich die Estinger Gertraud Neubert sowie Herbert und Brigitte Drexler mit Hündchen Bärli.

Serie: Unsere Bahnhöfe im Osten

„Alles verdreckt“: Ekel-Alarm am Estinger Bahnhof

Sie sind Sehnsuchtsorte und Verkehrsknotenpunkte: unsere Bahnhöfe. Tagtäglich nutzen sie mehrere tausend Pendler, um zur Arbeit, zur Schule oder in andere Orte zu kommen. Grund genug, die Bahnhöfe im Osten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: der Estinger Bahnhof.

Der Lift wird manchmal als Klo benutzt.

Esting – Zum Verweilen lädt der Estinger Bahnhof nicht ein. Es gibt weder einen Kiosk noch eine Toilette. Aber zumindest ist der Haltepunkt barrierefrei, ein Aufzug existiert. Allerdings lässt dessen Sauberkeit oft zu wünschen übrig. „Da drin stinkt’s manchmal recht gewaltig“, erzählt Herbert Drexler. Denn manchmal werde der Lift als Klo benutzt.

Der Estinger sitzt mit seiner Frau Brigitte am Bahnsteig. Die beiden haben ihr Malteser-Hündchen Bärli mit dabei. „Mich ekelt es oft, weil alles rundherum so verdreckt ist“, sagt Brigitte Drexler und wirft einen Blick auf den Boden, der mit Flecken übersät ist. „Wenn wir die Fahrpreise mit der Sauberkeit vergleichen, dann müssen wir schon feststellen, dass da das Verhältnis nicht stimmt“, ist sich das das Ehepaar einig.

Dreckig: Der Boden unter den Sitzbänken ist mit Flecken übersät.
Die Unterführung wirkt dunkel und nicht gerade einladend. Da hilft auch kein Graffiti.

Beim Treppenaufgang hängen Schilder, die den Bahnhof als rauchfreie Zone ausweisen – dort liegen haufenweise Zigarettenkippen und sonstiger Unrat herum. Außerdem haben die Drexlers festgestellt, dass die zwei Fahrkartenentwerter am Bahnsteig manchmal gar nicht funktionieren. „Vor einem Vierteljahr gingen beide nicht, und wir mussten notgedrungen mit einem sehr mulmigen Gefühl mehrere Stationen schwarzfahren“, erzählt das Paar. Wegen einer Streckensperrung mussten die Drexlers vergangenes Jahr zum Eichenauer Bahnhof ausweichen. „Der ist ja richtig toll, da sitzen sogar immer Menschen beim Kiosk.“

Das Estinger Paar hat auch die Parkplatzsituation im Blick, obwohl es immer zum Bahnhof läuft. Zahlreiche Pendler aus Bergkirchen frequentierten den Bahnhof, und da würden die Parkplätze schnell zur Mangelware.

Günter Hiller nutzt die S-Bahn fast täglich. Er hat ein Knieproblem und fährt deshalb regelmäßig mit dem Aufzug. „Wenn der Lift kaputt ist, wird er immerhin relativ schnell repariert“, erzählt er. Das Problem mit der Sauberkeit ist ihm natürlich auch schon aufgefallen: „Da müsste wirklich mehr gemacht werden“, sagt der Estinger.

Das war der letzte Teil der Serie Unsere Bahnhöfe im Osten. Zuvor hat das Fürstenfeldbrucker Tagblatt bereits den Bahnhof Eichenau, den Puchheimer Bahnhof und den Bahnhof in Gröbenzell vorgestellt.  

von Angi Kiener

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