Impression von der Challenge 2015

Hindernislauf in den Olchinger Amperauen

Amperchallenge: Die Rückabwicklung läuft

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Nach den Beschwerden rund um die Amperchallenge will der Veranstalter einen Schlussstrich ziehen. Er hat nach eigener Aussage begonnen, die bereits bezahlten Teilnahmegebühren zurück zu bezahlen. Doch das ist nicht so einfach.

Olching – Der Hindernislauf namens Amperchallenge hatte im Jahr 2015 unter dem Dach des SV Esting stattgefunden und galt als Erfolg. Danach versuchte einer der Organisatoren mit Freunden, die Challenge auf eigene Faust durchzuziehen. Etliche Freizeitsportler überwiesen Gebühren in Höhe zwischen 25 und 35 Euro vorab, insgesamt gingen um die 800 Anmeldungen ein. Doch die zweite Challenge fand nie statt.

Zwischendurch wurde der Vorwurf laut, der Organisator sei abgetaucht, nachdem er auf Anfragen und Beschwerden nicht reagierte. Nach einem Tagblatt-Bericht nun aber meldete er sich wieder zu Wort. Das überwiesene Geld sei vorhanden und werde zurückerstattet, versicherte er am Montag gegenüber der Heimatzeitung. Ein Teil des Problems seien die spezifisch im Falle einer abgesagten Veranstaltung greifenden Regeln des verwendeten Internet-Überweisungsdiensts, der allerdings sehr kooperativ sei. Außerdem schwierig: Teilnehmern, die per Paypal bezahlten, könne das Geld nicht ohne Weiteres rücküberwiesen werden. Denn dazu brauche es eine Iban.

Die Betroffenen würden daher von ihm und seinem Team angeschrieben, sagte der Organisator, der auch eine Firma gegründet hat und daher mit dem Finanzamt in Kontakt steht. Er gesteht ein, dass ihm und seinen Leuten die Sache ab einem gewissen Zeitpunkt über den Kopf gewachsen sei. „Wir haben gemerkt: Mist. Wir schaffen es nicht.“ Detail am Rande: Selbst nach der Absage der Challenge 2017 (und der allerdings terminlosen Ankündigung einer Challenge 2018) seien weitere Anmeldungen und damit Zahlungen eingegangen.

Im Hintergrund schwelt ein Rechtsstreit zwischen dem Organisator und dem SV Esting vereinfacht gesagt um das Recht an der Marke „Amperchallenge“. Das angekündigte Event für 2017 sei letztlich aus Angst vor einer möglicherweise kurzfristig eingehenden einstweiligen Verfügung durch den Verein abgesagt worden, sagt der Veranstalter. Man habe aber auch keinen öffentlichen Krieg gegen den SVE führen wollen. Er beharrt darauf, dass die Challenge seine eigene Idee gewesen sei und kann nicht verstehen, wie man das beim SVE anders sehen könne. Das entsprechende Verfahren am Patentamt sei vom SV Esting immer wieder verzögert worden, daher sei es auch unmöglich gewesen, eine erneute Challenge auf die Beine zu stellen. Er habe immer auf einen für ihn positiven Ausgang gehofft.

Der SV Esting indes hatte zuletzt gegenüber dem Tagblatt beteuert, dass der private Organisator die Idee dieser Art des Hindernislaufs vom Verein kopiert, wenn nicht gar geklaut, habe. Mit der zuletzt propagierten Challenge habe der Verein nichts zu tun, hieß es.

Der private Organisator beteuert in diesem Zusammenhang, wegen der Genehmigung für den Lauf sehr wohl mit der Stadt Olching in Verbindung gewesen zu sein. Dann aber sei nichts mehr gekommen. Er sei immer sehr emotional bei dieser Sache dabei gewesen, sagt er. Er bedauert: Von einer Super-Amperchallenge werde nun niemand mehr sprechen.

Kommentar: 

Wenn die verhinderten Challenge-Teilnehmer nun wirklich ihr Geld zurück erhalten, dann ist das gut und notwendig so – man könnte also ein Ei über die Sache hauen und fertig. So einfach ist es aber auch wieder nicht. Denn der Rechtsstreit um die Marke ist eine ziemlich spannende Angelegenheit mit vielleicht sogar Beispielcharakter für andere Vereine respektive Ideengeber in den Vereinen. Es wäre also wünschenswert, wenn es dereinst auch einen rechtsverbindlichen Abschluss dieser Frage gäbe. Dieser Aufgabe müssen die Verantwortlichen nachgehen. Der Fall zeigt freilich auch, wie leichtfertig viele bereit sind, Geld im Netz ohne jede Sicherheit und ohne jedes kritische Hinterfragen der Umstände zu überweisen. 

Das soll keine Beschimpfung der Teilnehmer sein – sie hatten halt einfach Lust auf ein fröhliches Sportevent und dachten sich nichts dabei, weil viele ja den SV Esting im Hintergrund wähnten, der es de facto aber nicht war. Unterm Strich ist´s etwas schade um die Challenge. Tot muss sie aber nicht sein: Gibt es eine verbindliche Rechtsaussage, der sich zu beugen beide Partner bereit sind, dann könnte das Grundlage für weitere Gespräche sein – und wer weiß: Vielleicht sollte man sich – so wünschenswert die juristische Aufarbeitung insgesamt wäre – auch einfach mal wieder miteinander unterhalten. (st)

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