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Beim SV Esting ist man sauer

Amperchallenge wird zur Luftnummer:  Verdruss um Gaudi-Rennen in den Amperauen

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Diverse Freizeit-Sportler sind im Rahmen der so genannten Amperchallenge über den Tisch gezogen worden: Sie überwiesen Teilnahmegebühren für ein Event, das nie stattfand und wohl auch nie stattfinden wird. Der private Veranstalter ist abgetaucht, beim SV Esting ist man sauer.

Olching – Die Amperchallenge 2017 respektive 2018 sollte vereinfacht gesagt ein Hindernislauf in den Amperauen werden – ähnlich wie die im Jahr 2015 vom SV Esting organisierte Breiten-Sportveranstaltung, nur diesmal aus privater Hand. Anders als damals beim SV Esting aber wurde nie etwas daraus.

Wie viele Sportler in gutem Glauben die Ticketpreise von 25 bis 35 Euro vorab überwiesen haben, lässt sich schwer sagen. Mehrere Nutzer beschweren sich auf der Facebook-Seite des Veranstalters. „Termin abgesagt. Neuer wird nicht genannt. Stellen sich tot. Geld weg“, schreibt einer. „Geld eingesammelt und dann untergetaucht“, schreibt ein anderer. „Kohle Futsch. Miese Nummer“ meint ein weiterer Nutzer. Der Veranstalter reagiert auf Nachfragen des Tagblatts ebenso wenig wie auf Kommentare im Internet-Netzwerk Facebook.

Tilman Brenner, Präsident des SV Esting, bezeichnet die ganze Geschichte als äußerst ärgerlich für seinen Verein. Viele Leute verbänden die Amperchallenge mit dem SVE und beschwerten sich dort – dabei kann der Verein für die Misere nichts. „Wir bedauern das extremst. Für unseren Ruf ist das nicht schön.“

Im Jahr 2015 habe der SV Esting den Hindernislauf organisiert und dabei alle geforderten Auflagen eingehalten, erklärt Brenner. Der Aufwand sei auch was den Einsatz ehrenamtlicher Helfer anbetraf, riesengroß gewesen. Deshalb habe man im Jahr darauf beschlossen, die Idee zwar nicht zu beerdigen, aber erst einmal zu pausieren. Dann aber habe eine Privatperson, 2015 im Organisationsstab, die Idee kopiert und eigenständig beworben. „Er hat aber nichts auf die Reihe gebracht“, sagt Brenner. So wurde die für Herbst 2017 terminierte Challenge kurzfristig abgesagt. Später tauchte Werbung für eine Challenge im Frühjahr 2018 auf – wieder eine Luftnummer.

Wie Brenner sagt, läuft sogar ein Verfahren des SV Esting gegen den Challenge-Organisator. Dabei geht es um die Kopie – man könnte auch sagen den Diebstahl – der Idee und des Namens „Amperchallenge“. Beides habe man jedoch nie markenrechtlich schützen lassen. „Wer denkt denn an sowas?“

Die Challenge 2017 wurde übrigens mit Verweis auf strenge Auflagen abgesagt – auch hier aber stimmt etwas nicht. Die Stadt Olching berichtet,dass tatsächlich einmal zwei junge Männer im Rathaus vorgesprochen und sich nach Auflagen erkundigt hätten – die Amperauen unterliegen strengem Naturschutz . Man habe ihnen damals alles erklärt, dann dann aber nie wieder etwas von ihnen gehört. Die Anfrage sei nur formlos gewesen, eine offizielle Genehmigung sei nie beantragt worden, sagt die Sprecherin der Stadt Olching, Sie verweist allerdings auch aufs Landratsamt , das gerade in Naturschutzfragen stets gefragt werden muss. Die Amperauen sind als Flora Fauna Habitat gelistet. In der Kreisbehörde allerdings hat man von einer Challenge 2017 oder 2018 überhaupt noch nie etwas gehört. Ein wie auch immer gearteter Antrag sei nie eingereicht worden, sagte ein Sprecherin.

Ob die potentiellen Teilnehmer ihr Geld je wiedersehen, darf bezweifelt werden. Anzeigen wegen Betrugs sind bei der Polizei in diesem Zusammenhang nicht eingegangen. Ein Sprecher der Inspektion ahnt auch warum: Bei kleineren Beträgen lassen es die Geschädigten oft einfach gut sein und sparen sich den Weg zur Polizei.

Nach diesem Bericht meldete sich der Organisator. Mehr dazu hier.

Das war der Vorbericht zur Challenge 2015 - und so lief sie ab.

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