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Die Kläranlage in Geiselbullach: Der Amperverband plant, seine komplette Verwaltung dorthin zu verlegen.

Auch ein Besucherzetrum ist geplant

Amperverband will Eichenau verlassen

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Olching/Eichenau –Der Amperverband will umziehen - von Eichenau auf das Gelände der Kläranlage in Geiselbullach. Dort soll ein dreigeschossiges Verwaltungsgebäude samt Besucherzentrum entstehen.

Seit knapp 50 Jahren befindet sich der Verwaltungssitz des Amperverbandes in Eichenau. Die Starzelbachgemeinde wurde Ende 1967 als Standort gewählt, „da Eichenau in der Mitte des ganzen Projekts liegt“, wie es der Eichenauer Bürgermeister Hans Kraus damals in einem Schreiben ausdrückte. Zudem war in dem Ort noch Platz.

Nun aber will der Amperverband seinen Sitz auf das Gelände der Kläranlage in Geiselbullach verlegen und hat eine entsprechende Bauvoranfrage im Olchinger Rathaus gestellt. „Wir wollen unsere Betriebsabläufe verbessern“, erklärt Verbandsvorsitzender Frederik Röder auf Nachfrage. „Momentan pendeln wir zwischen Eichenau und Geiselbullach.“ Denn auf dem Kläranlagen-Areal gebe es schon drei Verwaltungsstandorte. „Das ist für viele schon mehr als nervig“, so Röder. Zudem sei Arbeitszeit vertan. Ein weiterer Grund ist das Gebäude selbst. Die Räume des Amperverbandes sind alles umgebaute Wohnungen. „Es ist zu klein, wir haben keine Erweiterungsmöglichkeit.“ Der Verband beschäftigt derzeit 89 Mitarbeiter. 65 davon sind bereits auf dem Gelände der Kläranlage tätig.

Geiselbullacher Anlage eine der führenden bezüglich Abwasserreinigung

Geplant ist ein dreistöckiges Bürogebäude, links vom Eingang. In diesem soll auch der von der Belegschaft geforderte Schwarz/Weiß-Bereich untergebracht werden. Sprich Duschen und Umkleidebereich werden getrennt, so dass die Arbeitskleidung nicht mit den privaten Klamotten in Kontakt kommt. „So wie eine Schleuse“, erklärt Röder.

Zudem sollen ein Parkdeck und ein Besucherzentrum entstehen. „Alle 10. Klassen aus dem Verbreitungsgebiet, also aus allen Schulen von zehn Kommunen, sind einmal im Jahr da“, erklärt Röder. Hinzu kämen etliche Besucher aus Fachkreisen. Schließlich ist die Kläranlage in Geiselbullach eine der führenden im Bereich der Abwasserreinigung. Auch eine Kantine ist geplant. „Die alte ist nicht mehr bedarfsgerecht“, so der Vorsitzende.

Kritik im Ausschuss

Im Olchinger Ferienausschuss sah man das Vorhaben kritisch – nicht nur, weil es im Außenbereich liegt. „Es erscheint mir doch etwas groß dimensioniert“, sagte Ingrid Jaschke (Grüne) in Hinblick auf das Besucherzentrum. Marina Freudenstein (SPD) befürchtete deutlich mehr Verkehr, „und wir kennen das Problem der Verkehrsanbindung von der GfA“. Vor allem für die Anwohner der Schulstraße bedeute es eine enorme zusätzliche Belastung. Bauamtsleiter Markus Brunnhuber entgegnete ihr, dass das Hauptproblem dort der Schwerlast- und nicht der Pkw-Verkehr sei. Kritisch sah die Verwaltung aber die fehlende ÖPNV-Anbindung der Kläranlage. Diese ist nur über eine kleine Zubringerstraße über die Autobahn zu erreichen. Verkehr der üblicherweise im Innenbereich stattfindet, verlagert sich in den Außenbereich.

Umzug für 2019 geplant

Bedenken wegen der möglichen Geruchsbelästigung der Mitarbeiter hatte hingegen Ewald Zachmann (FW). Er wollte wissen, ob Maßnahmen zu deren Schutz geplant sind.

Die meisten der Bedenken konnte Röder, der anwesend war und das Wort erteilt bekam, entkräften. Letztendlich stimmte der Ferienausschuss der Bauvoranfrage zu – allerdings unter der Prämisse, dass möglichst schonend gebaut und möglichst wenig Boden versiegelt wird. Läuft alles nach Plan, will der Amperverband 2019 nach Geiselbullach umziehen. Die reinen Baukosten sind mit zehn Millionen Euro angesetzt. Einen Kredit aufnehmen muss der Amperverband laut Vorsitzenden Röder nicht.

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