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Die Kleiderspenden wurden in den vergangenen Monaten in den Kellerräumen einer Flüchtlingsunterkunft gelagert. Nun steht die Kleiderkammer vor dem Aus. 

Sie sind sauer aufs Landratsamt

Asylhelfer bangen um ihre Kleiderkammer

Olching - Aufs Landratsamt ist der Helferkreis Asyl Olching derzeit nicht gut zu sprechen. Die Ehrenamtlichen sind sauer, weil die Behörde sie aufgefordert hat, die Kleiderkammer in einer der Sammelunterkünfte zu schließen . Jetzt wissen die Helfer nicht wohin mit den Sach- und Kleiderspenden.

Eva Gassner ist wirklich frustriert. Die Olchingerin hat im vergangenen September mit anderen Freiwilligen im Keller einer der Flüchtlingsunterkünfte an der Johann-G.-Gutenberg-Straße innerhalb kürzester Zeit eine Kleiderkammer für die Asylsuchenden eingerichtet. Durch den unermüdlichen Einsatz der Ehrenamtlichen und dank der großzügigen Spendenbereitschaft der Olchinger konnte der Betrieb der Kleiderkammer sogar erweitert werden. „Wir konnten Kleider- und Sachspenden reibungslos an die Bedürftigen weitergeben“, sagt Gassner. Und das Angebot sei von den Flüchtlingen sehr gut angenommen worden.

Doch jetzt ist das Team um Gassner zum Nichtstun verdammt. Denn der Hauskoordinator des Landratsamtes hat die Ehrenamtlichen angewiesen, die Kleiderkammer innerhalb kürzester Zeit zu räumen. „Das Erdgeschoss und der Keller sollen renoviert und für weitere Flüchtlinge hergerichtet werden“, hat Gassner gehört. Im Keller werden wohl Schulungsräume für die Flüchtlinge eingerichtet.

Großes Packen

In den vergangenen Tagen hat das Kleiderkammer-Team nun in großer Eile die zahlreichen Spenden in über 100 Kartons verpackt und in einen der Kellerräume zusammengetragen. Was sie mit den Kartons machen, wissen sie nicht. Denn, so beklagt der Helferkreis, das Landratsamt kommuniziere weder richtig mit den Ehrenamtlichen, noch gebe es irgendeine Form von Unterstützung. „Man fühlt sich etwas im Regen stehen gelassen“, sagt Gassner dazu.

Die Ehrenamtlichen bangen nun um die Zukunft der Kleiderkammer und um die Versorgung der Flüchtlinge. „Wenn wir keine neuen Räume für die Kleiderkammer finden, wird es für die Flüchtlinge, die in Olching ankommen, künftig auch keine Unterstützung durch Kleider- und Sachspenden geben“, warnt Gassner. Gerade in der letzten Zeit seien wieder einige schwangere Frauen in Unterkünften angekommen. Die müssten ausreichend mit Babysachen versorgt werden.

Stadt soll eingreifen

Der Helferkreis Asyl hofft nun auf die Stadtverwaltung. Wie Stadtsprecherin Julia Henderichs bestätigt, habe sich Bürgermeister Andreas Magg in der Sache an Landrat Thomas Karmasin gewandt. Gleichzeitig prüfe man im Rathaus, ob die Stadt den Ehrenamtlichen Räume für die Kleiderkammer zur Verfügung stellen kann.

Landratsamt-Sprecherin Ines Roellecke will jedenfalls die Vorwürfe so nicht stehen lassen. Ihren Ausführungen zufolge habe das Landratsamt den Helferkreis von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Räume im Keller der Sammelunterkunft nur so lange für die Kleiderkammer zur Verfügung stehen, bis sie renoviert werden. Aus Gründen des Brandschutzes sei es nach den Arbeiten nicht möglich, dort die Kleiderausgabe weiter zu betreiben. Man habe die Ehrenamtlichen aber auf ein benachbartes Grundstück mit Lagerräumen hingewiesen. Ob der Helferkeis sich um diese Räume bemüht habe, wisse man aber nicht.

sw

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