Guido Amendt (r.), Thomas Weber

Eigentümer haben große Pläne

Bier und Brände: Auf Gut Graßlfing braut sich was zusammen

Gut Graßlfing erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Noch heuer sollen auf dem Areal eine Brauerei sowie eine Brennerei entstehen. Die Eigentümer können sich dort auch Büros, Handwerksbetriebe und Veranstaltungsflächen vorstellen.

Graßlfing – Ein Olchinger Bier soll auch auf Olchinger Flur gebraut werden. Das findet Guido Amendt, der zusammen mit seinem Geschäftspartner seit zwei Jahren mit der Olchinger Braumanufaktur auf dem Markt ist. Noch mietet das Duo dafür tageweise verschiedene Brauereien an. Doch damit soll zum Jahresende Schluss sein. Dann soll der Gerstensaft im Gut Graßlfing entstehen. Genießen können soll man das bayerische Grundnahrungsmittel auch vor Ort. Angedacht ist nämlich auch ein Biergarten. „Die Planungen sind schon weit fortgeschritten“, sagt Amendt, der es gar nicht erwarten kann, in Olching zu brauen.

Auch die Eigentümer von der Landwirtsfamilie Grandl freuen sich auf die neuen Nutzer. „Es soll wieder Leben ins Gut Graßlfing kommen“, sagt Wolfgang Grandl. Für die Besitzer hat das auch ganz pragmatische Gründe. Denn nur durch die permanente Nutzung des Gebäude-Ensembles kann der Verfall gestoppt werden. Auf die Eigentümer kommt einiges an Arbeit – und Kosten – zu. Heizungen, Leitungen und Dächer seien in keinem guten Zustand, sagt Grandl. Momentan seien Spezialisten dabei, die Gebäude zu prüfen. Vor allem der Brandschutz und die Statik spielen dabei eine bedeutende Rolle. Aber auch der Denkmalschutz ist bei den teils Jahrhunderte alten Gebäuden ein wichtiges Thema. „Wir arbeiten deshalb eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege zusammen, sagt Grandl.

Denn die künftigen Mieter würden viel Geld in die Hand nehmen und bräuchten entsprechende Sicherheiten. Zu ihnen gehören auch Markus Schnell und sein Sohn Alexander. Mit seiner Bavarian Moonshine GmbH stellt das Olchinger Duo Whiskey und andere Brände her – momentan noch im Bayerischen Wald. Und wie die Kollegen von der Braumanufaktur wollen auch sie ihre Produktion in die Heimat holen. Das alte Gut sei dafür optimal geeignet. „Das war schon lange mein Traum“, sagt Markus Schnell. Auf rund 180 Quadratmetern wollen Vater und Sohn eine Brennerei sowie einen Verkaufs- und Verkostungsraum einrichten. Einmal fertig, sollen pro Jahr mehrere 1000 Liter Hochprozentiges aus den Kesseln strömen.

Stadt unterstütztdie Pläne

Eigentümer Wolfgang Grandl kann sich aber auch noch andere Nutzungen auf dem Areal vorstellen. Ein Tanzstudio habe bereits angefragt. Denkbar ist für den Landwirt dort aber auch die Ansiedlung kleinerer Handwerksbetriebe, Büros oder Veranstaltungsflächen – es soll wieder Leben einkehren auf Gut Graßlfing.

Bei der Stadt ist man begeistert von den Plänen. „Ich bin sehr optimistisch, dass aufgrund dieser Keimzelle weitere Entwicklungen folgen werden, so dass das Gut Schritt für Schritt wieder ein für die Öffentlichkeit bedeutsamer Ort wird“, erklärt Bürgermeister Andreas Magg. Die geplanten Nutzungen seien nicht nur regional nachhaltig, sondern fügten sich auch in die örtlichen Gegebenheiten ein. Der Rathaus-Chef hat die Unterstützung der Stadt zugesichert. „Dies ist ein wichtiger Schritt zur attraktiven Entwicklung des Areals, das befürwortet die Stadt Olching natürlich sehr.“ (Tobias Gehre)

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