Julius Langosch und Guido Amendt von der Olchinger Braumanufaktur.

Neue Ideen für altes Gemäuer

Auf Gut Graßlfing soll Bier gebraut werden

Olching –Seit gut zwei Monaten hat das Gut Graßlfing mit der Münchner Landwirtsfamilie Grandl neue Besitzer. Die wollen das unter Denkmalschutz stehende Anwesen nach außen hin öffnen – und für Besucher interessant machen.

 „Entgegen anderslautenden Meldungen gibt es auf dem Gut Graßlfing keinen Leerstand – alle Flächen sind an rund 20 Betriebe oder Personen vermietet“, sagt Gutsverwalter Ulrich Schaffner. Er ist seit kurzem im Ruhestand, werkelt aber noch auf geringfügig beschäftigter Basis auf dem Anwesen. Ihn freut es, dass die Zukunft des Gutes mit dem neuen Besitzer gesichert ist.

Sein neuer Chef heißt Wolfgang Grandl. Der 36-jährige Münchner Landwirt hat das Gut und die Ackerflächen mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) gegen Flächen in München-Obermenzing getauscht. Denn dort beabsichtigt die Landeshauptstadt München bereits seit längerem, Wohnhäuser zu bauen. Dem WAF gehörte das Gut seit Ende des Ersten Weltkriegs.

In dieses Gebäude auf dem Gut Graßlfing könnte die Braumanufaktur einziehen. Davor müsste es aber grundlegend saniert werden. Die Außenfassade soll in ihrer bisherigen Aufteilung weitgehend erhalten bleiben.

Wolfgang Grandl will das Anwesen vor allem landwirtschaftlich nutzen. Auf den rund 160 Hektar umfassenden Ackerflächen will er Mais, Weizen, Raps und Sonnenblumen anbauen. Unter anderem pflanzt Grandl auf seinen Flächen in München auch Braugerste für die älteste Brauerei der Landeshauptstadt an, die Augustiner Brauerei. Da passt es nur allzu gut, dass die Olchinger Braumanufaktur auf das Gut ziehen und dort ihren Gerstensaft herstellen will.

„Es fühlt sich einfach gut und richtig an“, sagen Julius Langosch und Guido Amendt, die beiden Geschäftsführer der Brauereimanufaktur. Derzeit wird das Olchinger Bier noch im Allgäu hergestellt.

Einziehen könnte die Braumanufaktur in das Gebäude, das zur Schulstraße hin gelegen ist. Allerdings braucht es einen neuen Wasser- und Kanalanschluss, muss eventuell trockengelegt und natürlich rundum renoviert werden. Die Fassade soll in ihrer bisherigen Aufteilung weitgehend erhalten bleiben. Eventuell könnte auch ein Biergarten auf dem Gut entstehen. Laut Wolfgang Grandl steht die Stadt den Plänen der Braumanufaktur Olching positiv gegenüber.

Was sich sonst noch auf dem Gelände tun könnte? „Das steht noch in den Sternen“, meint der Landwirt. Eines will er aber auf alle Fälle nicht: „Ich bin Landwirt und kein Gärtner, darum habe ich auch an den Tomatengewächshäusern, die früher nahe der Müllverbrennungsanlage Geiselbullach angedacht waren, keinerlei Interesse“, sagt er. (akk)

Das Interview

Biergarten und eine gläserne Brauerei: Die Brau-Manufaktur Olching hat auf Gut Graßlfing große Pläne. Das Tagblatt sprach mit den Geschäftsführern Julius Langosch und Guido Amendt. -

Es waren zwei Standorte im Gespräch – das Gut Graßlfing und die Grünen Höfe in Esting. Was hat den Ausschlag für Graßlfing gegeben?

Das Gut war schon immer ein Wunschstandort. Doch vor zwei Jahren war noch nicht absehbar, dass der Eigentümer so zeitnah wechseln würde. Als dann schneller als erwartet die Familie Grandl das Gut übernommen hatte, nahmen wir trotz der parallelen Planungen in Esting sofort Kontakt auf, und die ersten Gespräche sind sehr gut verlaufen. -

Wie und wann wurde die Idee des Olchinger Biers geboren?

Bei einem Skiwochenende mit der Faschingsgilde Olching vor zwei Jahren. Wir wunderten uns, warum eine Stadt wie Olching kein eigenes Bier hat und beschlossen, eines auf den Markt zu bringen. 

Der Biermarkt ist hart umkämpft, viele kleine Brauereien wollen sich behaupten. Mit unseren Bieren geht es uns nicht darum, eine kleine Nische zu besetzen. Wir verfolgen vielmehr die Idee, mit handwerklicher Braukunst hochwertige Bierspezialitäten herzustellen, die dem Geschmack vieler Konsumenten entgegenkommen. Wir wollen unser Bier also einer breiten Masse schmackhaft machen. (akk)

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