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Anstoßen auf 60 Ehejahre (v.l.): Bürgermeister Andreas Magg, Christine und Paul Held sowie Sohn Paul.

Diamantene Hochzeit

Auf der Wiesn zwinkerte sie ihm zu – und es hat gefunkt

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Vor 60 Jahren hat der Olchinger Paul Held seiner späteren Frau Christine auf dem Münchner Oktoberfest zugezwinkert. Seitdem ist das Paar unzertrennlich.

Olching – Paul Held zwinkert seiner Frau Christine zu – und innerlich wohl auch sich selbst. „Es ist schon ganz praktisch, wenn Hochzeitstag und Geburtstag auf einen Tag fallen“, sagt er. Damit meint er aber nicht seinen Ehrentag, sondern den seiner Frau. Vergessen hat er den besonderen Tag nie in all den 60 Ehejahren. Nun hat das Paar seine diamantene Hochzeit gefeiert.

Das liege auch daran, „dass wir beide immer in der gleichen Aufstellung gespielt haben“. Der Vergleich, den Paul Held zu Feier der diamantenen Hochzeit und zum 80.Geburtstag seiner Frau mit dem Fußball zieht, kommt nicht von ungefähr. Denn beide lieben den Sport. Wem das Ehepaar näher verbunden ist, dem SC Olching oder dem TSV 1860 München, verrät es nicht. Der Fußball liefert auch die Taktik für 60 Jahre Eheleben. „Jede Saison ist anders und mal nicht so erfolgreich. Das muss man akzeptieren“, so der gebürtige Olchinger Paul Held, der zum Fußball unbedingt noch einen Satz loswerden muss: „Wenn man 1860 auf Erden erlebt hat, braucht man kein Fegefeuer mehr.“

Christine Held zwinkerte ihrem späteren Mann aus der Rundschaukel zu

So sah das Paar bei seiner Hochzeit vor 60 Jahren aus.

Mit 18 Jahren ist Paul Held zum Löwenfan geworden, mit 18 hat er seine Frau kennengelernt. Dass das auf dem Münchner Oktoberfest passiert ist, passt ebenfalls zum Leben des Paares. Aber erst einmal musste sie ihm zuzwinkern: „Von oben aus der Rundschaukel. Ich wollte den feschen Burschen nicht aus den Augen verlieren“, erinnert sich die jetzt 80-Jährige, die in Schwabing geboren und aufgewachsen ist.

Später haben sie sich beide selbstständig gemacht, sie mit einem Friseurgeschäft, er als Maler. Trotzdem fanden sie noch Zeit, sich zwei weiteren Olchinger Institutionen zu widmen: dem Fasching und der Volksbühne, wenn auch eher mit Rollen im Hintergrund. Christine Held war zweite Vorsitzende der Olchinger Tanzfreunde und sorgte dafür, dass die Tänzer mit pfiffigen Frisuren aufs Parkett kam. Die Volksbühne indes wusste die teils legendären Bühnenbilder von ihm zu schätzen.

Sohn Paul, der eine Tochter hat, ist gleich mehrfach in die Fußstapfen seiner Eltern getreten: selbstständig als Friseur und als Löwenfan. Zudem hat er die Hymne des SC Olching neu aufgelegt.

Insgesamt blickt das Paar zufrieden zurück. „Es hat gepasst“, sagen sie – und freuen sich auf die nächste Saison miteinander. „Wir wollen weiter so aktiv bleiben“, wünschen sie sich. Christine Held hat einen guten Kundenstamm im Alten- und Pflegeheim. Und der Ehemann hat immer noch das fachlich gute Auge, wenn es irgendwo in der Stadt den Malerpinsel in die Hand zu nehmen gilt.

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