Das Smartphone als allgegenwärtiger Begleiter wird in dem Theaterstück thematisiert. 

Theater am Gymnasium Olching

Bühne frei für Cybermobbing und Fake News

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In digitalen Zeiten kann die Flut an Informationen gerade für Kinder und Jugendliche oft überfordernd sein. Die damit verbundenen Probleme waren jetzt das Thema des diesjährigen Theaterstücks „#we_all“ der Schauspielgruppe „timeless“ des Gymnasiums Olching. 

Olching – In vielen Szenen griffen die 34 Schauspieler aus sechs Jahrgangstufen die Tücken der modernen, vernetzten Welt auf.

Bereits beim Betreten der verdunkelten Aula, in der das Stück aufgeführt wurde, laufen einen die Schüler wie ferngesteuert mit ihren Handys in der Hand fast über den Haufen. Genauso wie es das Jugendwort 2015 „Smombie“ beschreibt, sehen die Jugendlichen aus, wie eine Kombination aus Smartphone und Zombie. Zu Beginn werden Alltagssituationen aufgegriffen und mit Überzeichnung und Ironie parodiert. So bestimmt das Apple-Programm Siri und die Amazon-Hilfe Alexa über das Leben einer Schülerin.

Ein Anderer wird von seinen Social Media-Programmen, wie Facebook und Snapchat, gejagt, bis er es nicht mehr aushält und sein Handy ausschaltet. Auch der digitale Fitnesstrend wird aufgegriffen, wenn Siri im Befehlston sagt: „Du musst heute noch 1000 Schritte laufen!“

Ein anderer Themenblock umfasst die durch alle Medien gegangene #meToo-Kampagne, bei der Frauen über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung sprechen. Die Schüler stellen in ihrem Stück die Männer wie Affen im Zoo dar, denen man nicht zu nahe kommen darf, denn sonst bespringen sie einen.

Auch der amerikanische Präsident Donald Trump mit seiner Twitter-Nachrichtenflut und seinen frauenverachtenden Interviews bekommt einen Platz in dem Stück. Trump selbst ist es, der Fake News verbreitet und nur Blödsinn redet – so sehen es die Schüler. Damit stellt er auch eine Gefahr für die Demokratie dar, über die daraufhin diskutiert wird. So wird auch eine typisch deutsche Debatte aufgegriffen: Menschenrechte ja, Flüchtlinge nein.

Zum großen Finale kommen alle 34 Schauspieler auf die Bühne und zitieren der Reihe nach die Grundrechte, wie sie im Grundgesetz verankert sind. Wie ein Mantra wiederholen sie am Ende den ersten Artikel daraus: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Mit dem Stück hat die Theatergruppe ein topaktuelles Thema grandios portraitiert und wurde dafür zurecht mit tosendem Beifall belohnt. Noch beindruckender ist dabei, dass alle Texte und Szenen selbst erdacht und mit Hilfe der Lehrer Sebastian Pöllmann und Karin Kellermann auf die Bühne gebracht wurden. 

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