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Ein bekanntes Gesicht in Olching: Michael Maier, vielen bekannt von Maier’s Sportsbar, ist der Bürgermeisterkandidat der Grünen. 

Michael Maier als Bürgermeisterkandidat nominiert

Bürgermeisterwahl 2020: Er geht für die Grünen ins Rennen um das Olchinger Rathaus

Die Gerüchte kursierten schon länger, nun ist es offiziell: Michael Maier geht bei der Kommunalwahl 2020 für die Grünen ins Rennen um den Chefsessel im Olchinger Rathaus. Eher außergewöhnlich für die Partei ist: Der 44-Jährige zählt zur Kategorie Vereinsmeier.

Olching – Ein möglicherweise wichtiges Kriterium für einen Wahlkampf bringt er schon einmal mit: Michael Maier ist bekannt wie ein bunter Hund in Olching. So jedenfalls beschreiben es seine Parteikollegen.  Es hat sich mittlerweile auch herumgesprochen, dass die Grünen im Gegensatz zu früher mehr auf Kandidaten setzen wollen, die in den jeweiligen Orten vernetzt sind. Maier wäre dafür ein Paradebeispiel. 

Sein ganzes Leben hat er hier verbracht, kennt die örtlichen Sportvereine, spielt gerne Fußball und Eishockey. Einer seiner beiden Söhne, Ferdinand, machte Schlagzeilen als Motocross-Talent.

Fast drei Jahre lang hat Maier außerdem die Vereinsgaststätte des SC Olching betrieben, bis Anfang des Jahres ein neuer Pächter übernahm. „Aus gesundheitlichen und auch wirtschaftlichen Gründen“, erklärt Maier. Sein Bruder, der dort als Koch arbeitete, wurde krank, und das Geschäft lohnte sich auch nicht mehr so sehr. Maiers Interesse geht jedoch über den Sport hinaus: Der 44-jährige Familienvater ist auch noch eines der Gesichter des Organisations-Komitees des Gaudiwurms, immerhin einer der größten in Oberbayern.

Lesen Sie auch: Darum kam es zum Pächterwechsel in der Vereinsgaststätte des SC Olching. 

In seiner Freizeit engagiert er sich im Stadtleben, beruflich ist er seit 2007 als Marktleiter bei Getränke Krämer in Olching tätig. Gelernt hat er eigentlich Druckformhersteller beziehungsweise Mediengestalter. Und jetzt hat sich der Olchinger also vorgenommen, der erste grüne Bürgermeister seiner geliebten Heimatstadt zu werden. „Als ich gefragt wurde, war ich sofort begeistert von der Idee“, erinnert er sich. 

Maier als Bürgermeisterkandidat für Olchings Grüne: Das sind seine Schwerpunkte

Der Olchinger gehört der Partei erst seit zwei Jahren an, war vorher nicht politisch aktiv. Zusammen mit Heide Kuckelkorn, die auch im Stadtrat sitzt, bildete er 2017 gleich die Doppelspitze des Ortsverbandes. Die grüne Politik interessiere ihn mittlerweile aber bereits seit mehreren Jahren. Und er ist überzeugt: „Olching muss noch grüner werden.“

Er persönlich will sich als Bürgermeister besonders für die Umwelt einsetzen. Entsprechende Mobilitätskonzepte, zum Beispiel für die Radler, müssten viel mehr in den Vordergrund rücken. Außerdem soll der Einzelhandel im Ortszentrum erhalten bleiben. Klar positioniert er sich gegen Flächenversiegelung und die geplante Südwestumfahrung. Sein Motto: „Ich will ein Bürgermeister sein, der sich die Probleme der Menschen anhört und ihre Wünsche auch umsetzt.“

Der neue Vorstand (v.l.): Michael Maier, Christiane Tupac-Yupanqui, Heide Kuckelkorn und Manfred Fratton. 

Vom Ortsverband, dem Maier seit 2017 angehört, gab es nun grünes Licht – nachdem die Nachricht schon seit Monaten herumgeistert. Am vergangenen Donnerstagabend war die Aufstellungsversammlung. Elf stimmberechtigte Grünen-Mitglieder waren in die Ratsstuben an der Heckenstraße gekommen. Am Ende votierten sechs für Maier, der sich als einziger Kandidat zur Verfügung gestellt hatte. Offenbar waren nur sieben gültige Stimmen (es gab eine Enthaltung) im grünen Schuhkarton mit der Sonnenblume gelandet, wie Wahlleiterin Lena Satzger. Vorsitzende des Grünen-Kreisverbands, bekannt gab. Ob Absicht dahintersteckte oder einfach eine gewisse Unaufmerksamkeit der Mitglieder, als Satzger die Formalitäten beim Stimmzettel erklärte, ließ sich im Nachhinein nicht mehr herausfinden. Es gab jedenfalls lauten Applaus, als die Kandidatur verkündet wurde.

Wohnraum ohne Flächenversiegelung: Maier will leere Gebäude nutzen

Allerdings hatte der eine oder andere noch Nachfragen im Anschluss. Wie ist das mit dem Wohnraum für Geringverdiener oder Infrastruktur für Senioren und Menschen mit Handicap? Wie kann man Fläche sparen und trotzdem Wohnraum schaffen? „Vielleicht könnte man auch Gebäude, die leer stehen, mehr nutzen“, so Maier. Er brachte etwa die Schule an der Heckenstraße ins Spiel. Ansonsten seien das alles Themen, die Maier sich anschauen will. Ganz klar hat er sich für das Wohn-Genossenschaftsmodell ausgesprochen, wie es die Bürgerinitiative Wohngut derzeit bereits am Großen Berg praktiziert.

Seine Chance, den amtierenden und wieder antretenden SPD-Bürgermeister Andreas Magg zu schlagen, bewertet er als gut. Bei der letzten Wahl lagen die Grünen in einigen Wahllokalen sogar vorne, sagt er. Und was den bisher einzigen bekannten weiteren Gegenkandidaten Maximilian Gigl (27) von der CSU angeht, der ebenfalls tief verwurzelt und in Vereinen engagiert ist, entgegnet Maier nur lachend: „Ich bin älter.“

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