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Ein Bauträger über 120 Wohnungen direkt an den Gleisen in Esting bauen.

Bei Bürgerversammlung

Estinger ärgern sich über Baurecht für Investor – und fehlendes Klo

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Bei der  Bürgerversammlung wurde deutlich, dass den Estingern zwei Dinge stinken. Bei einem Thema im Olchinger Stadtteil ist das wortwörtlich zu nehmen. 

Esting – Viele Fragen stellten die Estinger bei ihrer Bürgerversammlung nicht, aber ein Thema rückten sie sehr wohl in den Mittelpunkt: die Planungen zum Wohnbauprojekt Hubertushof. „Vielleicht brauchen Sie als Stadt für den Investor ein explodierendes Baurecht“, kritisierte Alfred Kraus, dass seiner Ansicht nach mit zweierlei Maß gehandelt worden sei. Er verwies auf zehn private Anwohner, die in diesem Gebiet nahe der S-Bahn hätten bauen wollen. „Sie sind aber immer wieder abgeblockt worden“, berichtete Kraus. Wegen Gründen wie Parkplätzen oder Lärmschutz. Die Bürger würden immer wieder benachteiligt, monierte er.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) hielt entgegen, dass ein höheres Bauen mehr Lärmschutz für die restlichen Bewohner bedeuten könne. Wie das in dem Gebäude selber verträglich geregelt werde, müsse selbstverständlich noch diskutiert werden. Besonders betonte Magg an dieser Stelle, dass das erhöhte Baurecht auch dazu führe, dass über 30 bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen werden. „Auch wenn das nicht der ausschlaggebende Punkt für die Genehmigung war“, wie der Bürgermeister weiter erläuterte. Ausräumen konnte Magg die Skepsis in der Bürgerversammlung nicht. „Es bleibt ein Gschmäckle“, meinte Jürgen März in einer weiteren Wortmeldung.

Gar nicht nach dem Geschmack von Marion Höfler ist die Parkplatzsituation an der Dachauer Straße nahe der S-Bahn. Insbesondere die fehlenden Toiletten stören Höfler. „Der Parkplatz wird benutzt“, sagte Höfler knapp und meinte: Hier wird wild gebieselt und wohl noch mehr.

Bürgermeister schlägt Erlebnisbücherei als Ersatz für stilles Örtchen vor

Bürgermeister Magg verwies darauf, dass die Diskussion ob der vielen Ansprechpartner bei der Bahn grundsätzlich sehr spannend sei. Er brachte aber an dieser Stelle eine Möglichkeit ins Gespräch, die seiner Ansicht nach noch zu wenig beachtet werde: „Vielleicht ist die nahe neue Erlebnisbücherei zumindest eine kleine Lösung und der kürzeste Weg, dem Bedürfnis Abhilfe zu schaffen.“ Toilettenanlagen unmittelbar vor Ort sah Magg eher skeptisch: „Die Art und Weise, wie sie oft benutzt werden, kann schon ein Problem sein.“

Es gab auch ein Lob bei der Bürgerversammlung. Eine Anwohnerin hatte im Vorjahr bei der gleichen Veranstaltung über Busse geklagt, die im Bereich von Grundstückseinfahrten anhielten oder parkten. Nun berichtete Iris Wegner, dass sich die Situation spürbar gebessert habe. Verkehrsreferent Hans Bieniek, der für die CSU im Stadtrat sitzt, habe sich die Lage vor einem Jahr noch am Abend der Bürgerversammlung angesehen. „Er hat sofort gehandelt“, erinnerte sich Wegner.

Lesen Sie auch: Die S-Bahn in der Region Fürstenfeldbruck

Dringenden Handlungsbedarf sieht Magg bei den Schulen. „Wenn sich der Bau in Graßlfing bewährt, ist das das Vorbild für die Schule in Esting“, sagte er. Immerhin habe sich die räumliche Situation bei der Mittagsbetreuung entspannt, weil die Bücherei in neue Räume umgezogen sei. Wie dringend das gewesen sei, machte Magg an einer Zahl fest. Seit 2014 sei die Nachfrage der Mittagsbetreuung um 70 Prozent gestiegen. 2020 werde man zudem die Umgestaltung des Pausenhofs angehen. HANS KÜRZL

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