Bürgerversammlung

Olchinger bemängeln Zustand der Straßen

Mit den Großprojekten in ihrer Stadt scheinen die Olchinger recht zufrieden zu sein. Bei der Bürgerversammlung ging es jedenfalls eher um Details wie fehlende Zebrastreifen, zu dunkle Straßenbeleuchtung und Schlaglöcher.

Olching – Sicher von einer Straßenseite zur anderen kommen – vor allem Kinder, ältere Leute oder Menschen mit Behinderung sind da für jede Querungshilfe dankbar. Entsprechend groß ist das Unverständnis vieler Olchinger, wenn die Stadt jahrelang bestehende Zebrastreifen plötzlich entfernt. So geschehen an der Kreuzung Jahnstraße/Fritzstraße. Gleich mehrere Olchinger machten bei der eher durchschnittlich besuchten Bürgerversammlung am Mittwochabend ihrem Ärger über den entfernten Zebrastreifen Luft.

„Für Kinder ist es dort gefährlich“, sagte Alfons Schwaninger – gerade weil die Kreuzung wegen einer großen Hecke im Westen nicht gut einsehbar sei. Auch Isabella Jäger monierte, dass der Zebrastreifen entfernt worden ist und forderte, wie Anton Posch, eine Verkehrszählung zu starten, um die Notwendigkeit der Querungshilfe zu belegen. Doch Bürgermeister Andreas Magg (SPD) konnte wenig Hoffnung machen. „Dort wird es keinen Zebrastreifen mehr geben“, sagte der Rathaus-Chef. Hintergründe seien rechtliche Bedenken – denn die Querung sei sehr nah an der Kreuzung.

Einigen Olchingern passen die „Flickerlteppiche“ auf den Straßen nicht

Werden Straßen aufgegraben, werden sie oft nicht mehr wieder richtig hergerichtet, monierten Isabella Jäger und weitere Bürger. Gerade für Radler könne es dann schnell gefährlich werden, wenn sie mit den Reifen in nicht geschlossene Fugen gerieten. Magg versicherte, dass sich die Stadt nach jeder Baumaßnahme die Straßen genau ansehe und regelmäßig viel Geld in die Hand nehme, um die Straßen in Schuss zu halten. Rund 400 000 Euro investiere die Stadt jedes Jahr in den Erhalt der Straßen.

Einigen Bürgern passten auch die vielen „Flickerlteppiche“ auf den Straßen nicht – sie forderten mehr Generalsanierungen. Die kämen bei den Anwohnern allerdings gar nicht gut an, erklärte Magg. Wird die Straße nämlich grundsaniert, werden auch die Eigentümer zur Kasse gebeten. „Dann ist sie im Bewusstsein der Anlieger gar nicht mehr so kaputt.“

Kritik auch an der durchgezogenen weißen Linie auf der Hauptstraße

Einen Schildbürgerstreich nannte Georg Smolinski die durchgezogene weiße Linie auf der Hauptstraße vom Kreisel am Roßhaupter Platz Richtung Innenstadt. Die Geschäfte, darunter der Friseurladen seiner Frau, seien dadurch quasi abgeschnitten. Autofahrer seien gezwungen, bis zum nächsten Kreisverkehr zu fahren, um umzudrehen. Was Smolinski besonders ärgert: Nur an der Abzweigung zum KOM sei die Linie unterbrochen – zu den Geschäften aber nach wie vor nicht. Bürgermeister Magg versicherte, dass sich die Stadt dem Thema annehmen werde. Allerdings hätten sich die Verhandlungen mit dem zuständigen Straßenbauamt für die Unterbrechung der Linie beim KOM schon rund sechs Monate hingezogen.

Entlang des Olchinger Golfplatzes ist die Beleuchtung nicht ausreichend

Zu dunkel und entsprechend gefährlich ist die neue LED-Straßenbeleuchtung – etwa entlang des Golfplatzes – für Günther Plöckinger. „Man sieht da fast gar nichts mehr“, sagte er. Dieses Phänomen habe er an vielen Stellen beobachtet, wo die Leuchtmittel erneuert worden seien. Das konnte der Rathauschef allerdings nicht nachvollziehen. „Sonst kommen eigentlich nur Beschwerden, dass es zu hell ist.“ Aber auch diesen Sachverhalt werde man klären.

von Tobias Gehre

Rubriklistenbild: © Panthermedia

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