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Immer wieder wird über eigene Wege für Radler diskutiert.

Olching

Bürgerversammlung: Radfahrer monieren gefährliche Stellen

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Chaos auf der Olchinger Hauptstraße, gefährliche Engstellen am großen Wertstoffhof und zu weite Wege zum neuen Müllplatz: Bei der Bürgerversammlung machten Radfahrer ihrem Ärger Luft. Für sie hatte Bürgermeister Andreas Magg (SPD) eine gute Nachricht – aber auch eine schlechte.

Olching – Karlheinz Michalsky ist Sportler. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass er seinen Müll klimafreundlich per Drahtesel transportiert. „Ich fahre jede Woche mit dem Fahrrad zum großen Wertstoffhof“, sagte er bei der Bürgerversammlung. Michalsky war der Erste, der sich zu Wort meldete, als es darum ging, Bürgermeister Andreas Magg (SPD) und Landrat Thomas Karmasin (CSU) mit Fragen und Problemen zu konfrontieren. Im Publikum lauschten neben den Bürgern, die trotz Fußballspiels und schlechten Wetters das Kulturzentrum am Olchinger Mühlbach (KOM) aufgesucht hatten, Stadträte und Mitarbeiter des Rathauses den Wortbeiträgen.

Nur für Autofahrer ausgelegt

Der Müllplatz im Gewerbegebiet an der Johann-G.-Gutenbergstraße sei leider nur für Autos ausgelegt, nicht für Radfahrer oder Fußgänger, schilderte Michalsky. Die Zufahrt sei zu eng und unübersichtlich mit dem ein- und ausfahrenden Verkehr. „Da wird man ständig angehupt“, erklärte der namhafte Langstreckenläufer. Es sei ein absoluter Alptraum, vor allem zu den Stoßzeiten. „Spätestens am Freitagnachmittag um zwei Uhr wird es wirklich höchstgefährlich.“ Michalsky wollte wissen, ob man nicht einen zweiten Zugang schaffen könnte.

Der Landrat hielt dies für eine gute Idee – und Bügermeister Magg konnte eine frohe Botschaft überbringen: „Es ist bereits eine zweite Ausfahrt in Planung.“ Die Autos gelangen dann durch eine Zufahrt hinein und durch eine andere hinaus. So wird die Lage übersichtlicher – auch für die schwächsten Verkehrsteilnehmer.

Wertstoffhof im Norden

Isabella Jäger wollte wissen, warum der geplante Wertstoffhof im Norden (Fertigstellung laut Karmasin nicht vor 2021, Kosten etwa zwei bis zweieinhalb Millionen Euro), so weit von bebautem Areal weg liegt, dass er schwer mit dem Fahrrad erreichbar sei. Der neue Müllplatz, der den alten entlasten soll, soll in die Nähe des Amperverbandes am Josef-Kistler-Weg in Geiselbullach ziehen.

So furchtbar weit sei das jetzt auch nicht, sagte Landrat Karmasin. Und: „Irgendeinen Tod muss man sterben.“ Immerhin will auch kein Anwohner einen Müllplatz vor der Nase haben. Als der Wertstoffhof im Schwaigfeld im Gespräch war, gab es Proteste. Und: „Für solche Maßnahmen nimmt man eben kein Filetgrundstück im Stadtzentrum.“ Magg fügte hinzu, dass laut Abfallwirtschaftsbetrieb immer noch der Großteil mit dem Auto zum Wertstoffhof fährt. „Mit dem Bus kommt man auch hin“, wurde dann noch gescherzt.

Abenteuerlich für Radfahrer

Dass Radeln im Stadtzentrum wenig empfehlenswert sei, ging aus einer weiteren Wortmeldung hervor: „Der Ort ist für die Hauptstraße zu schnell zu groß geworden“, sagte Brigitte Steinmetz. Es sei abenteuerlich für Radfahrer mit den ein- und ausparkenden Wagen und dem vielen Verkehr. „Irgendwas muss da passieren.“

Bürgermeister Magg musste hier mal passen. Der Raum zwischen den Häusern rechts und links lasse sich nicht verbreitern. „Eine Radspur ist einfach nicht machbar.“ Problematisch seien zudem die Grundstücksverhältnisse.

Es wird zwar eine Fahrradstraße geben, die grob gesagt Gewerbegebiet und Olchinger See verbindet. „Aber das ist natürlich keine Alternative, wenn Sie auf die Hauptstraße wollen.“ Maggs Hoffnung: Wenn die Pläne für das Bahnhofsareal (Paulusgrube) umgesetzt werden, soll es ein Parkhaus geben – und vielleicht weniger Autos im direkten Ortskern, wo es besonders eng zugeht.

Weitere Themen bei der Bürgerversammlung Olching

Gymnasium Olching: Landrat Thomas Karmasin versicherte, dass die Sanierung das nächste Projekt des Landkreises sei. Es soll spätestens übernächstes Jahr in Angriff genommen werden – und wird „richtig teuer“. 

Spazierweg an der Amper: Ein Bürger fragte, ob der Weg zwischen Hotel Schiller und Hotel Mühlbach geteert werden könnte, damit auch Seniorenheimbewohner diesen mit dem Rollstuhl befahren können. Bürgermeister Magg erklärte, dass die einzig realisierbare Möglichkeit eine wassergebundene Decke sei. Das soll geprüft werden.

 Dauerparker: Das größte Problem sind laut Magg nicht Wohnmobile, sondern Firmenwagen und Werbe-Anhänger. Zumindest was den Parkplatz am Parkfriedhof angeht, soll geprüft werden, was man hier verkehrsrechtlich tun kann

Eine Infoveranstaltung

zur Paulusgrube findet am Dienstag, 3. Dezember, ab 19 Uhr, im KOM statt.

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