Die Eltern wollen helfen: Anita Zillner (v.l.) und Frauke Hanusch vom Gesamtelternbeirat Olching übergaben Spendenzusagen an Bürgermeister Andreas Magg. Es sind schon 18 000 Euro zusammengekommen.
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Die Eltern wollen helfen: Anita Zillner (v.l.) und Frauke Hanusch vom Gesamtelternbeirat Olching übergaben Spendenzusagen an Bürgermeister Andreas Magg. Es sind schon 18 000 Euro zusammengekommen.

Olching

In der Corona-Pandemie: Olching kauft Luftfilter für Schulen und Kitas

  • Kathrin Böhmer
    VonKathrin Böhmer
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Olching wird Luftfilter für seine Schulen und Kindertagesstätten beschaffen. Die kalkulierten Kosten liegen bei über zwei Millionen Euro, allerdings übernimmt der Staat einen großen Anteil.

Olching – Jetzt ist mit Hinblick auf eine mögliche vierte Corona-Welle ein Paket geschnürt, von dem die Stadt Olching hofft, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, Luftfilter für Schulen und Kindertagesstätten anzuschaffen. Aufgebaut ist das Ganze auf drei Pfeilern – Priorität haben die drei Grundschulen.

Feste Anlagen mit Hilfe des Bundes

Der erste Pfeiler ist ein Programm des Bundes, das erst Mitte Juni aufgelegt wurde. Dieses bezuschusst coronagerechte stationäre raumlufttechnische Anlagen (kurz RLT) mit 80 Prozent. Ganz vereinfacht gesagt, geht es um Geräte zum Lüften und Klimatisieren. Das Rathaus hat schnell reagiert („eine absolute Glanzleistung“ nannte es Ralf Greim von der SPD-Fraktion) und sich mit Erfolg beworben. „Wir haben jetzt die Förderzusage für jeweils 500 000 Euro für drei Grundschulen“, berichtete Bürgermeister Andreas Magg (SPD).

Etwa 70 Geräte sollen angeschafft werden. Die kalkulierten Kosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Die Stadt muss davon 500 000 Euro stemmen. Eigentlich liegt der Eigenanteil bei 20 Prozent. Da allerdings die Höchstförderbeträge von 500 000 Euro (unabhängig von der Schulgröße) pro Einrichtung überschritten werden, steigt dieser. Der Neubau der Grundschule Graßlfing ist bereits entsprechend ausgestattet, ebenso die Mittelschule.

Mobile Anlagen vom Freistaat

Beim Förderprogramm des Freistaats geht es nicht ganz so schnell. „Wir kennen da noch nicht alle Details“, erklärt Magg. Dass etwa von einer Förderung von bis zu 50 Prozent die Rede ist, erschwere die Sache. Dennoch setzt die Stadt auf diesen Zuschuss für die Anschaffung von mobilen Luftreinigungsanlagen und dezentralen Lüftungsanlagen. Förderfähig sind nun im Gegensatz zum Vorgängerprogramm laut Stadt auch UV-C-Geräte (sofern sie 40 Dezibel nicht überschreiten und keine Schadstoffe ausstrahlen).

Diese will die Stadt für die Kitas beschaffen. Andere Modelle, die das Rathaus im vergangenen Herbst getestet hatte, führten aufgrund der Lautstärke dazu, dass man sich gegen die Luftfilter entschied. Die Eltern waren da mit einbezogen, wie CSU-Schulreferent Maximilian Gigl betonte.

Luftfilter verhindern keine Quarantäne

Die Verwaltung macht in ihrer Vorlage für den Stadtrat keinen Hehl daraus, dass die Luftfilter kein Allheilmittel sind, und es keine einheitliche Aussage zur Effektivität gibt. Ewald Zachmann (FWO) brachte es so auf den Punkt: „Letztlich weiß keiner, was das Gelbe vom Ei ist.“

Lüften ist weiterhin nötig. Die Hauptansteckungsgefahr liege zudem gerade bei den Kleinen darin, dass Abstände nicht eingehalten werden. Quarantäne könne nicht verhindert werden, ebenso wenig, dass Einrichtungen bei hohen Inzidenzen schließen müssen. „Aber die Ansteckungsgefahr in den Räumen könnte verringert werden“, erklärte Schulreferent Gigl. Deshalb: „Wir investieren in die richtige Sache, für die Gesundheit der Kinder.“

Übergangsweise Geräte mieten

Allen Beteiligten ist bewusst: Geldsegen hin oder her, dass die Geräte rechtzeitig eintreffen, ist fraglich. Deshalb gibt es noch einen Joker: kurzfristig mieten oder leasen. Das Budget hierfür beläuft sich auf 100 000 Euro, für das der Stadtrat dem Rathaus eine Freigabe erteilt hat. „Wenn ein Kauf wirtschaftlicher ist, reagieren wir entsprechend“, erklärte der Bürgermeister.

Elternspenden für Leihgeräte

Magg bedankte sich außerdem bei den Olchinger Eltern, die per Unterschriftensammlung ihre Spendenbereitschaft zugesichert haben. Rund 18 000 Euro sind zusammengekommen. Übergeben wurden die Unterschriften kurz vor der Stadtratssitzung von Anita Zillner, Vorsitzende vom Gesamtelternbeirat, und weiteren Vertretern. Dieses Geld wird wohl für die Leihgeräte verwendet, wie Magg erklärte. Für diese gibt es nämlich keine Förderung.

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