Das Gymnasium in Olching.
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Das Gymnasium in Olching.

Infektions-Fall in Olching

Bayerische Schülerin hatte Corona-Test nicht abgewartet: Albtraum-Szenario eingetreten - „sehr blauäugig“

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Der erste Schultag im Präsenzunterricht war für etliche junge Leute auch der letzte für die nächste Zeit: Im Gymnasium Olching ist eine Schülerin positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

  • Bereits am ersten Schultag musste das Gymnasium Olching einen Corona-Fall verzeichnen.
  • Die gesamte Q11 ist noch vom Präsenzunterricht ausgeschlossen.
  • Die infizierte Schülerin hatte keinerlei Symptome.

Olching - Am Vormittag des ersten Schultages nach den Sommerferien wurden die Schüler der Q11 noch auf den Ernstfall vorbereitet, am Nachmittag war es bereits soweit. Gegen 15 Uhr schlug das Gesundheitsamt in Fürstenfeldbruck Alarm: Eine Schülerin der Oberstufe war positiv auf das Coronavirus getestet worden, zu dem eine chinesische Virologin nun eine spektakuläre These aufstellte.

Schule und Behörde reagierten sofort und schlossen 103 Schüler vom Präsenzunterricht aus. Olchings Direktor René Horak nimmt es allerdings gelassen: „Wer als Schulleiter in Bayern derzeit nicht mit so etwas rechnet, ist sehr blauäugig.“ Damit sieht er es ähnlich wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dieser hatte auf einer Pressekonferenz jüngst betont, dass man in Zeiten von Corona stets mit allem rechnen müsse.

Die mit Covid-19 infizierte Schülerin hatte sich laut Gesundheitsamt über die Sommerferien in einem Risikogebiet in Frankreich aufgehalten. Den obligatorischen Test habe sie gemacht, aber das Ergebnis nicht abgewartet. „Die Schülerin hat keinerlei Symptome“, erklärt Luitgard Reigl, Vize-Sprecherin des Landratsamtes.

Bayern/Olching: Corona-Albtraum - Am ersten Schultag fand eine Vollversammlung der Q11 statt

So spazierte die Jugendliche am ersten Schultag in die standardmäßig stattfindende Vollversammlung der Q11, die laut Direktor auch in diesen Zeiten unerlässlich ist. Die angehenden Abiturienten werden hier auf die beiden wichtigsten (und letzten) Jahre ihrer Schullaufbahn vorbereitet.

Diesmal kam noch ein besonderes Kapitel hinzu: Distanzunterricht per Internet – Homeschooling. „Wir sind da jetzt deutlich besser gerüstet als noch im April“, berichtet der Schulleiter. Von Routine will er jedoch noch lange nicht sprechen. Aber: Die Notfallpläne konnten schnell aktiviert werden. Die Lehrer hätten dafür am Dienstag teils bis 23 Uhr dagesessen und die Pläne umgesetzt.

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Immerhin wurde sicherheitshalber der gesamten Q11 Homeschooling verordnet. Kultusminister Piazolo nach sind Maßnahmen wie Homeschooling fest im neuen Schuljahr verankert. Notwendig wurde dies allerdings nicht wegen der Vollversammlung an sich. Laut Direktor wurden bei der Veranstaltung alle Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln eingehalten. Aber: „Die Schüler haben sich schon vorher vor der Turnhalle getroffen und sich begrüßt“, erzählt Schulleiter Horak. Somit konnte erst einmal niemand definitiv als Kontaktperson ausgeschlossen werden.

Corona-Fall in Olching: Gesundheitsamt sieht keine Notwendigkeit zur Schulschließung

Für alle anderen Schüler und Lehrer besteht laut Gesundheitsamt allerdings keine Gefahr. Die ultima ratio, die Schule komplett zu schließen, sei somit nicht notwendig. Als engste Kontaktpersonen hat das Gesundheitsamt zwei Freundinnen und die Familie der Schülerin ermittelt. Diese müssen sich testen lassen und ab sofort für 14 Tage in Quarantäne.

Mit der Informationspolitik ist Olchings Direktor Horak im Übrigen sehr zufrieden. „Wir haben eine Standleitung mit dem Gesundheitsamt. Wir werden über alle Schritte in Kenntnis gesetzt.“ Am Dienstagnachmittag wurden umgehend nahezu alle betroffenen Personen per Telefon benachrichtigt. Außerdem lief die Information über das Elternportal.

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