Ich habe noch mehr Idealismus undEngagement, alsjemand, der 40 Jahre dabei ist.Maximilian Gigl, CSU

Olching

CSU-Herausforderer will offenes Ohr für alle haben

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Maximilian Gigl (CSU) will Bürgermeister Andreas Magg (SPD) bei der Kommunalwahl 2020 herausfordern und prescht bereits mit klaren Ansagen voraus: Mehr Bürgernähe und mehr Transparenz will er im Rathaus schaffen.

Olching –  Das gab er vor Kurzem bei einem Pressegespräch bekannt. Die Stadtverwaltung betrachtet der 26-Jährige als Dienstleistungsunternehmen, die Bürger als Kunden. „Bürgermeister ist ein Amt und das hat man 24 Stunden, 365 Tage im Jahr.“ Er würde auch eine Bürgersprechstunde anbieten. „Die Stadt muss zuhören können, auch wenn es mal unangenehm wird.“

Derzeit hapere es an der Kommunikation. Das habe sich etwa bei der Einführung der neuen Buslinien gezeigt, da hätte man vorher deutlicher machen müssen, wie die Pläne aussehen – und so Ärger vermieden. Gigl will ein Rathauschef sein, den jeder erreichen kann, wenn Bedarf besteht. Ein persönliches Gespräch sei ihm am liebsten, zur Not auch abends um halb Neun am Telefon.

Vereine besonders am Herzen

Ganz besonders am Herzen liegen ihm die Vereine. „Manche würden mich auch als Vereinsmeier bezeichnen.“ Gigl ist vernetzt in der Stadt, unter anderem bei Feuerwehr und Kolpingfamilie, als dessen Vorsitzender. Aus dieser Erfahrung heraus sei ihm auch wichtig, dass die Vereine einen festen Ansprechpartner haben. „Solche Dinge, wie die neue Datenschutz-Grundverordnung sorgen für Verunsicherung.“ Da sei es wichtig, dass man schnelle Hilfe bekommt, vor allem in Zeiten, in denen es immer schwieriger werde, Ehrenamtliche zu finden. Einen recht konkreten Seitenhieb in Richtung aktueller Stadtführung erteilt er auch noch: Der Slogan von 2011, der lautet „Gemeinsam Stadt sein“, müsse mit Leben gefüllt werden.

Nominierung im Sommer

Gigls Karriere ging bisher steil bergauf. Seit 2010 ist er Mitglied in der CSU, war aktiv in der Jungen Union, im CSU-Kreisvorstand und seit 2014 sitzt er im Stadtrat. 2017 wurde er der jüngste Ortsvorsitzende im Landkreis, er übernahm den Posten von der jetzigen Vize-Landrätin Martina Drechsler, die damals schon große Hoffnungen in ihn steckte. Nun könnte er der jüngste Bürgermeisterkandidat in der Geschichte Olchings werden. Das Alter sieht er als Vorteil an: „Ich habe noch mehr Idealismus und Engagement, als jemand, der seit 40 Jahren dabei ist.“ Der Vorstand hat ihn bereits einstimmig empfohlen. Die Nominierung durch die Mitgliederversammlung findet im Sommer statt.

Rückendeckung gibt es auch vom Kreisverband und Landtagsabgeordnetem Benjamin Miskowitsch: „Er weiß, von was er spricht, wenn es um Kommunalpolitik in Olching geht“, sagte er beim Pressegespräch. Das liegt ihm quasi im Blut: Vater Josef Gigl ist auch Stadtrat, allerdings für die Freien Wähler.

Es reicht mit Wohnungsbau

Maximilian Gigl stellt auch klar, dass die Kommune den Druck auf den Speckgürtel hinsichtlich Mieten nicht nehmen kann. Und: „Jetzt reicht es erst einmal mit Wohnungsbau, die Infrastruktur muss erst einmal nachgezogen werden.“ Den Beweis dafür würde man jeden Tag auf den überfüllten Straßen sehen. Allerdings dürfe man den sektoralen Wohnungsmarkt dabei nicht vernachlässigen: Es müsste trotzdem gewährleistet sein, dass dringend benötigte Kräfte wie Altenpfleger oder Erzieher bezahlbaren Wohnraum haben. Kommunaler Wohnbau ja, aber mit Ziel und Verstand. Überhaupt: Die Entscheidungen im Rathaus müssten mit mehr Weitsicht und Konzept getroffen werden.

Das gelte auch für die Kinderbetreuung, ein Thema, das dem Schulreferenten sehr wichtig ist. Diese werde noch stiefmütterlich behandelt. Die Betreuung dürfe außerdem nicht nach dem Kindergarten enden. „Die Realität ist, dass Eltern wollen, dass die Kinder länger betreut werden.“

Eine Übersicht zur Kommunalwahl im Kreis Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

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