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Leidenschaft für Wein: Cathrin Trost, 31, aus Olching bei dem Wettbewerb auf einer Messe in Düsseldorf. 

31-Jährige Olchingerin gewinnt Wettbewerb 

Sie ist Deutschlands beste Jung-Sommelière

Cathrin Trost ist Sommelière. Sie hat geschafft, was nur wenigen gelingt. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Nun ist sie sogar als Deutschlands beste Nachwuchssommelière des Jahres ausgezeichnet worden.

Olching – Als Cathrin Trost vor fünf Jahren zusammen mit ihrem Freund Urlaub in der Toskana machte, war für die 31-jährige Olchingerin endgültig klar, dass Wein ihre Berufung ist. Es regnete in Strömen, weshalb sie viel Zeit in alten Weinkellern verbrachte. Einmal traf sie einen Winzer, der mit großer Leidenschaft über Wein philosophierte. Das beeindruckte Trost so sehr, dass sie sich in ihrer Berufswahl bestärkt fühlte.

Seit sechs Jahren arbeitet die 31-jährige Olchingerin als Verkäuferin bei Geisels berühmter Weingalerie in München. Die Laufbahn in der Gastronomie war ihr sozusagen in die Wiege gelegt, denn ihre Mutter und ihr Bruder sind beide Köche und auch für sie war früh klar, dass es in diese Richtung gehen wird. „Mein Bruder ist sieben Jahre älter und berichtete mir früher immer von seinem Job in der Küche. Das faszinierte mich immer sehr“, erzählt Cathrin Trost.

Nachdem sie die Mittlere Reife an der Realschule Maisach gemacht hatte, begann sie eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau im renommierten Königshof. Hier kam sie auch das erste Mal beruflich mit Wein in Kontakt, denn an den Königshof angehängt ist die bekannte Vinothek, in der sie nicht nur einen Teil ihrer Ausbildung absolvierte, sondern auch später gerne als Gast einkehrte.

Sechs Jahre leitete sie das Restaurant im Hotel Schiller in Olching. Anschließend ging es wieder zurück nach München. In einem Sternerestaurant durfte sie mit ihrem Serviceteam zu einem ständig wechselnden Menü die richtigen Getränke aussuchen und vorbereiten.

Doch die reine Arbeit im Service war ihr nicht genug und so hatte sie vor sechs Jahren durch Zufall einen Job in ihrem Traumbetrieb ergattert. „Ich war nicht mehr hundertprozent glücklich in der Gastro“, sagt Trost, „deshalb suchte ich nach einem neuen Job“. Ihre Mutter hatte ihr eine Stelle aus der Zeitung ausgeschnitten, die sie aber nicht wirklich interessierte. „Mir fiel dann aus Versehen die Anzeige zu Boden und auf der Rückseite suchte mein Traumarbeitgeber einen neuen Mitarbeiter. Ich bewarb mich und bekam die Stelle. Das war wirklich ein riesen Zufall.“ Ihr Chef verriet ihr später noch, warum er sie genommen hatte. Es lag an der Antwort auf die Frage nach ihrem Lieblingswein: „Ich sagte mein Favorit unter den Weinen ist der Chateau Montus, ein sehr schwerer, französischer Rotwein. Das faszinierte ihn wohl.“

Jetzt arbeitet die Olchingerin in Geisels Vinothek und Weingalerie hauptsächlich im Verkauf. Sie springt aber auch in der Vinothek ein. „Ganz auf den Service verzichten will ich auch nicht“, sagte das Nachwuchstalent. Berufsbegleitend macht sie derzeit die Weiterbildung zur geprüften Sommelière bei der Industrie- und Handelskammer. In dieser Zusatzausbildung lernt man alles über den Weg des Weins vom Anbau bis zur Flasche. „Ich kannte mich davor ganz gut aus, was Wein und Spirituosen angeht, doch mit der Ausbildung lernt man viele Techniken, um noch genauer vorgehen zu können“, sagt Trost.

Ein wichtiges Anliegen der 31-Jährigen ist, dass die Leute nicht glauben, dass Sommeliers nur Weinkellner sind: „Wir müssen uns mit so vielen Dingen auskennen, nicht nur mit Wein. Wir müssen über alle Arten von Getränken Bescheid wissen, aber auch im Bereich Käse und Desserts sollten wir uns auskennen.“ Auch die klassischen Regeln – Weißwein zu Fisch und Rotwein zu Fleisch – zählen heute nicht mehr. „Es gibt eine sehr aktive junge Wein-Szene, die viele der alten Regeln aufbricht“, sagt Trost.

Diese Leidenschaft konnte sie nun auch im Wettbewerb zum besten deutschen Nachwuchssommelier ausleben. Knapp setzte sie sich gegen ihre Konkurrenten durch und bekam auf der ProWein – die wohl wichtigste Messe der Branche – den Preis überreicht. Mit dem Gewinn des Wettbewerbs ist ihr nicht nur die Anerkennung ihrer Kollegen und Kunden sicher, sondern sie bekommt auch ein Stipendium. Drei Jahre lang hat sie die Möglichkeit, sich weiterzubilden und zu vielen Wettbewerben und Veranstaltungen zu fahren. Bereits jetzt ist eine Weinreise nach Portugal in Planung. (tel)

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