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Stolz auf ihre Auszeichnung: die Musiklehrer Thomas Braun und Christina Kudym. 

Diese Musiklehrer sind besonders beliebt

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Wer sind Bayerns beliebteste Musiklehrer? Das wollte der Radiosender Bayern 4 Klassik von seinen Hörern wissen. Die nominierten Lehrer – mehr als 1000 an der Zahl – wurden mit einer Urkunde ausgezeichnet. Acht von ihnen unterrichten in Olching. Was sie so beliebt macht, ist nicht nur die Kompetenz am Instrument.

Olching– Beim Musikunterricht geht es um mehr als ums Töne treffen. Roman Chowdhury, Cesar Tapia, Romana und Joachim Bolte, Mirjam Weschle, Christina Kudym, Raphael Huber und Thomas Braun arbeiten alle an der Olchinger Musikschule 3klang. Sie unterrichten eine breit gefächerte Palette an Instrumenten: Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Harfe, Cello, Horn, Alphorn und Saxophon. Und sie alle waren erstaunt, als ihnen die Urkunde mit der Aufschrift „Best-Note“ ins Haus flatterte.

Eine stichwortartige Begründung verrät jedem ausgezeichneten Lehrer, was die Schüler an ihm besonders mögen. Schulleiter Thomas Braun etwa wird geschätzt wegen seiner Heiterkeit, seines absoluten Gehörs und seiner zugewandten Art. Der Horn- und Alphornlehrer nimmt sich am Anfang jeder Stunde ein paar Minuten Zeit für ein Gespräch, fragt nach Problemen und Nöten seiner Schüler. Das Menschliche sei genauso wichtig wie die Technik des Spielens und das Üben von Tonleitern. „Denn man kann nur dann wirklich Musik machen, wenn man seine Alltagssorgen loslassen kann. Zu einem guten Unterricht gehört Vertrauen.“

Oft wird der Musiklehrer zur wichtigen Bezugsperson der Schüler, der von der Kindheit durch die Pubertät begleitet und Schwierigkeiten mitbekommt. Braun hat nebenbei eine psychologische Ausbildung gemacht. Als Therapeut oder Seelentröster versteht er sich zwar nicht, aber die Musikstunde bietet Raum für menschliche Anliegen. „Das ist ja etwas, was heutzutage immer mehr untergeht.“ Manchmal bekommt er die Rückmeldung, einem Schüler geholfen zu haben. Oder dass jemand sich ermutigt gefühlt hat, für ein Problem professionelle Hilfe zu suchen.

Die Musikschüler kommen aus allen Altersklassen. Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Senioren, Menschen mit und ohne Behinderung lernen Instrumente oder lassen ihre Stimme schulen. Von den 20 Schülern, die Cello-Lehrerin Christina Kudym aktuell unterrichtet, ist die jüngste im Kindergarten- und die älteste im Rentenalter. Etwa ein Drittel sind Erwachsene, Tendenz steigend. „Ich glaube, was den Schülern bei mir gefällt, ist die Tatsache, dass ich immer offen und positiv bin, egal, auf welchem Niveau sie sind“, sagt Kudym.

Der Unterricht wird den individuellen Bedürfnissen angepasst. „Meine jüngste viereinhalbjährige Schülerin lasse ich nicht eine halbe Stunde sitzen und Cello spielen, das wäre zu lang.“ Zwischendurch wird getanzt, um das Rhythmusgefühl zu schulen, oder gemalt, um die Beweglichkeit der Hand zu erhöhen. Bei den Schülern im Seniorenalter geht es auch um den sozialen Austausch und um gemeinsames Musizieren. „Oft spielen wir zu zweit oder zu dritt.“

Und wie ist es mit dem leidigen Thema Übungsdisziplin? Immerhin hat B4 die Auszeichnung ausdrücklich dafür vergeben, dass Musiklehrer geduldig nickend die hundertste Ausrede zur Kenntnis nehmen, warum nicht geübt wurde. „Ich schimpfe nicht“, sagt Kudym. „Aber ich spreche mit dem Schüler darüber, dass er keine Fortschritte macht, wenn er nicht übt.“ Auch Saxophonlehrer Raphael Huber ist „nicht wirklich sauer“, wenn die Hausaufgaben nicht gemacht wurden. „Ich habe sehr viel Verständnis.“ Tricks für einen besonders guten Unterricht hat er nicht. „Ich versuche, mit meinen Schülern – egal, in welchem Alter sie sind – ganz normal umzugehen.“ In seiner Urkunde steht: „Immer gut drauf und motiviert.“

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