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Kläranlage Geiselbullach

Amperverband

Problemfall Klärschlamm: Verbrennung wieder im Gespräch

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Phosphor ist ein seltener Rohstoff geworden. Vor allem für die Düngemittelerzeugung ist er notwendig. Jetzt überlegt man in Geiselbullach durch Verbrennung des Klärschlamms an das seltene Gut zu kommen. 

Landkreis – Die Verbrennung von Klärschlamm in der Müllverbrennungsanlage Geiselbullach (GfA) wird wieder zu einem Thema. Grund ist eine neue Verordnung, wonach es zur Pflicht wird, den Phosphor aus der Masse zurückzugewinnen. Eine Studie soll nun die Machbarkeit klären.

Schon vor einigen Jahren war eine Klärschlammverbrennung im Gespräch. 2013 ist das Projekt nach langwierigen Planungen aber gestorben – wegen der damals bereits diskutierten Pflicht zur Phosphorrückgewinnung.

„2013 wäre dazu der Bau einer kompletten Verbrennungslinie nötig gewesen“, sagt Frederik Röder, Vorsitzender des Amperverbands. Damals waren Kosten von mehr als einer Million Euro im Gespräch.

Der Amperverband erzeugt jedes Jahr bei der Reinigung des Abwassers große Mengen Klärschlamm. Das darin gebundene Phosphor gilt als immer knapper werdender Rohstoff für Düngemittel. Die im Oktober 2017 in Kraft getretene Klärschlammverordnung schreibt dessen Rückgewinnung deshalb für Verbände von der Größe des Amperverbandes ab 2029 vor. Bereits 2021 müssen die Verbände sich erklären, wie sie vorgehen wollen.

Phosphor aus feuchtem Klärschlamm zu extrahieren, ist laut Röder „generell eher schwierig“. Die derzeit denkbare Variante sei die Rückgewinnung aus verbrannter Masse. Und dann lohne sich auch eine eigene Verbrennung in der GfA wieder – zumal sich die Situation nun anders als noch vor fünf Jahren darstellt. „Derzeit könnte die Verbrennung unseres Klärschlamms komplett ohne Umbau durchgeführt werden“, sagt der Amperverbandschef. Wenn auch die Zweckverbände der Region sich beteiligen, müsste zwar eine eigene Verbrennungslinie gefahren werden. „Aber auch die haben wir schon.“

Finanziell könnte sich eine eigene Verbrennung in der GfA lohnen. Derzeit karrt der Amperverband die Masse oft bis zu 100 Kilometer weit zu anderen Verbrennungsanlagen. „Die Aufkäufer wissen natürlich, was durch die neue Düngeverordnung auf dem Markt passiert“, sagt Röder. Das führe zu steigenden Preisen.

Im Februar soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Die GfA, der Amperverband und die Städte Fürstenfeldbruck und Dachau beteiligen sich bereits an der rund 100 000 Euro teuren Untersuchung.

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