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Betroffen sind vor allem Hasen.

Krankheit breitet sich aus

Neuer Hasenpest-Fall: Jetzt warnen die Jäger vor dem Erreger

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Auch in Eichenau gab es einen bestätigten Fall von Hasenpest. Im Nachbarort wurde ein Verdachtsfall gemeldet. Das Problem weitet sich aus.

Update 21 Oktober: Warnung der Jäger

Auch in Puchheim ist die Hasenpest aufgetreten. Deshalb appellieren die Jäger im Landkreis an die Bevölkerung, erhöhte Vorsicht walten zu lassen. Mensch und Hund könnten sich leicht mit der bakteriösen Krankheit infizieren. Die Krankheit ist richtig diagnostiziert mit Antibiotika behandelbar. Aber unbehandelt durchaus gefährlich und im Extremfall tödlich. „Daher bitten wir die Bevölkerung in der Natur um erhöhte Aufmerksamkeit, insbesondere hinsichtlich ungewöhnlich zutraulicher oder toter Tiere“, sagt der Sprecher der Brucker Jagd-Kreisgruppe, Michael Pöllmann. „Die fachgerechte Entsorgung infizierter, toter Tiere ist entscheidend, weil so einerseits der Erreger bestätigt und damit der Seuchenumfang beurteilt werden kann. Andererseits ist es wichtig, verseuchte Kadaver schnellstmöglich zu entfernen.“ 

Denn der Erreger überlebe mitunter Wochen bis Monate, und Kadaver seien ein maßgebliches Ansteckungsrisiko, so Pöllmann weiter. Bei der Entdeckung toter Tiere bittet die Jägerschaft um folgendes Vorgehen: genaue Beschreibung des Fundorts, unmittelbare Information des Jägers oder der nächsten Polizeidienststelle, die den Kontakt zum zuständigen Jagdpächter hat. Falls man selbst oder ein Haustier Kontakt mit dem Kadaver hatte, wird eine Untersuchung empfohlen. Die Jäger betonen deshalb, dass Hundehalter ihre Tiere lieber an die Leine nehmen sollten. Wenn ein totes Tier gefunden wird, bringen es Jäger – sie schützen sich mit Handschuhen und Atemmaske – zum Veterinäramt zur Untersuchung. Der Kadaver wird mehrfach und luftdicht verpackt.

Update vom 15. Oktober

Die Hasenpest breitet sich weiter aus. Die Veterinärbehörden im Landratsamt melden einen weiteren bestätigten Fall – diesmal aus Eichenau. Aus Puchheim wurde ein Verdachtsfall gemeldet sowie ein weiterer aus Olching. Vergangene Woche wurden dort infizierte tote Tiere gefunden. Die Kadaver wurden zur Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geschickt. Menschen können sich bei Kontakt mit erkrankten Tieren anstecken. Besitzer von Hunden und Katzen sollen besonders vorsichtig sein. Auch im Nachbarlandkreis Dachau ist ein erster Fall von Tularämie gemeldet worden.

Tote Tiere bei Olching gefunden: Es ist die Hasenpest

(Erstmeldung vom 10. Oktober) Olching - Die beiden ersten toten Tiere waren unlängst von Jägern gemeldet worden. Tests ergaben, dass sie wirklich an Tularämie litten, wie die Hasenpest korrekt heißt. Das erklärte ein Sprecher des Fürstenfeldbrucker Veterinäramts am Mittwoch auf Anfrage. Die Untersuchung des dritten Tieres im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit werde nun etwa zwei Wochen dauern. Weil es aber ungewöhnlich ist, dass ein toter Hase auf freiem Feld liegt und weil die beiden bestätigten Fälle wie der neue aus Olching stammten, werde vor der Hasenpest gewarnt. Das tut das Amt nur dann, wenn eine gewisse Häufung auftritt. 

Hasenpest ist eine bakterielle Erkrankung 

Fälle von Hasenpest gebe es immer wieder, sagte der Sprecher. Auch im Landkreis sei es nicht das erste mal. Er rät dazu, mehr Vorsicht zu üben als üblich und tote Tiere nicht anzufassen. 

Bei der Hasenpest handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die vor allem bei wildlebenden Tieren vorkommt. Menschen können sich vor allem bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen beziehungsweise beim Umgang mit Kadavern infizieren, besonders beim Enthäuten und Ausnehmen erlegten Wildes. Die Tularämie des Menschen sei daher in erster Linie eine Berufskrankheit von Jägern, aber auch von Köchen, Metzgern, Tierärzten und seltener von Landwirten. 

Hasenpest: So steckt man sich an 

Auch kann es saisonal zu einer Häufung von Tularämieerkrankungen beim Menschen kommen, abhängig von der Aktivität im Freien (Campen, Wandern) und der dadurch möglichen Übertragung durch Mücken- und Zeckenstiche. In Einzelfällen ist auch eine Infektion über unzureichend erhitzte Nahrungsmittel oder kontaminiertes Wasser möglich. Ebenso wurden bereits Infektionen über Bissverletzungen und Einatmen infektiösen Staubes beschrieben. Schon wenige Erreger genügen bei Mensch und Tier, um sich anzustecken. Abhängig von Infektionsdosis, Infektionsweg und der Gefährlichkeit des Erregerstammes beträgt die Inkubationszeit bis zum Auftreten möglicher Symptome der Hasenpest beim Menschen zwischen einem und 14 Tagen. In der regel sind es drei bis fünf Tage.

 Antibiotika helfen gegen Hasenpest

Beim Menschen äußert sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erregerstamm sehr unterschiedlich. Zumeist werden Fieber, Lymphknotenschwellungen, Schüttelfrost, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen beobachtet. Durch Einatmen des Erregers kann es zu Husten, Brustschmerzen, Atemstörungen mit Atemnot, Schweißausbrüchen, Übelkeit und Erbrechen und in seltenen Fällen zu einer Lungenentzündung kommen. Bei einer Infektion über den Verdauungstrakt sind Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten sowie ggf. Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfälle die Folge. Bei rechtzeitiger, gezielter Antibiotikatherapie können die eher seltenen schweren Krankheitsverläufe in der Regel vermieden werden. 

Mehrere Hasenpest-Fälle in Freising

Zuletzt war es im Landkreis Freising zu einem vermehrten Auftreten der Hasenpest gekommen. Dort steckte sich sogar ein Mensch an. 

So schützt man sich vor der Hasenpest

 Dazu wird geraten: In freier Natur gefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden, auch nicht deren Ausscheidungen und Blut. Wer ein totes Tier findet, sollte den Jagdrevierbesitzer oder die Polizei informieren. Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen sowie sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.

Hasenpest erkennen Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt hinzuziehen. Das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper sollten für eine weitere Untersuchung zur Verfügung gestellt werden.

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