Olching

Ein bayerischer Maibaum für Frankreich

Dass die Olchinger vor Ort einen Maibaum aufstellen, ist guter, alter Brauch. Jetzt wird diese Tradition in die französische Partnerstadt exportiert. Das war gar nicht so leicht – aber das Happy End naht.

Olching – „Vor 2 Jahren, 2017, hat alles angefangen“, erzählt Feuerwehrkommandant Josef Gigl. Damals war eine Delegation aus Feurs zu Gast in Olching. Weil die Feuerwachen der Städte regen Austausch pflegen, wollte Jean Pierre Taite, der Bürgermeister von Feurs, auch die Feuerwehr Olching besuchen. „Da hat er dem Bürgermeister und mir seinen Wunsch offenbart“, erinnert sich Gigl. Der französische Rathauschef wollte einen richtigen Maibaum in seiner Stadt aufstellen.

„Da hab ich dann, typisch bayerisch, eine dicke Lippe riskiert und ihm einen Maibaum versprochen“, gesteht Gigl. Doch das Unternehmen Maibaum für Feurs hatte es in sich. Im Januar 2018 fiel eine Informationsfahrt nach Frankreich aus – wegen der Pleite einer Fluglinie. Als die Olchinger das nächste Mal in Feurs waren, taten sich weitere Probleme auf. Die Franzosen wollten etwa eine Metallstange nehmen. „Könnte funktionieren, war meine erste Einschätzung“, erzählt Gigl. Doch im Januar bekam er ein Foto mit einem Baumstamm: geschält, etwa 500 Kilogramm schwer, 15 Meter lang und unten mit einen Durchmesser von 31 Zentimetern. „Jetzt musste der Schlosser in der letzten Minute wieder alles ändern“, so der Feuerwehrkommandant. Er kümmert sich aktuell drei Stunden pro Woche nur um den Maibaum für Feurs.

Aufgestellt werden soll der an Christi Himmelfahrt. Elf Mitglieder von Feuerwehr und Kolpingfamilie reisen – quasi als Aufstellprofis – nach Frankreich. Im Vereinsbus werden die Taferl für den Baum, Bier, Kühlgeräte und Stromerzeuger transportiert. Das Aufputzen des Stamms wird wohl eine Nachtschicht. Die Spitze ziert ein gallischer Hahn. Die Taferln zeigen unter anderem das Speedwaystadion Olching und die Trabrennbahn Feurs. Ob eine bayrische oder eine deutsche Flagge am Maibaum weht, wird noch diskutiert. So oder so, Olchings Bürgermeister Andreas Magg ist begeistert: „Ein bayerisches Symbol in der Mitte einer französischen Stadt, das zeigt die Verbundenheit der beiden Städte.“

Auch interessant: hier werden heuer im Landkreis FFB Maibäume aufgestellt.

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