Die olympische Fackel könnte Station in Olching machen, sollte die Stadt Gastkommune für die Special Olympics 2023 werden. 	archivfoto: dpa
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Die olympische Fackel könnte Station in Olching machen, sollte die Stadt Gastkommune für die Special Olympics 2023 werden.

Gastkommune

Ein Hauch von Olympia in Olching

  • Kathrin Böhmer
    VonKathrin Böhmer
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Die Stadt Olching könnte zum Schauplatz eines besonderen Sportereignisses werden: Es ist angedacht, sich als Gastkommune für die Special Olympics im Juni 2023 zu bewerben.

Olching – Die Initiatorin will damit auch ein Signal an die Sportvereine senden, dass Menschen mit geistiger Behinderung noch besser eingebunden werden.

Für Manuela Brehmer ist die Bewerbung eine Herzensangelegenheit. Die Vorsitzende des Kreises Eltern behinderter Kinder (EBK) hat das Rathaus mit Nachdruck auf die Möglichkeit hingewiesen, dass Olching zu einem sogenannten Host für die Special Olympics in zwei Jahren werden könnte. Die Idee der Veranstalter: Für 170 Nationen soll es 170 inklusive Kommunen geben.

Das bedeutet: Ein Teil der 7000 Sportler besucht die Stadt vier Tage lang, bevor es zum Wettkampf nach Berlin geht. In Olching würde ein buntes Programm warten. Es soll ein Sportfest geben, so eine Art Spiel ohne Grenzen – und die olympische Fackel würde Station in der Amperstadt machen.

Für Brehmer eine ganz wunderbare Sache. „So nimmt ganz Deutschland an der Sportveranstaltung teil und nicht nur die Hauptstadt.“ Sie habe ordentlich Tempo gemacht, da der Bewerbungsschluss bereits Ende Oktober ist. Brehmer ist bekannt für ihr leidenschaftliches Engagement, wurde dafür sogar vom Freistaat ausgezeichnet. Und sie weiß: Für ihre Schützlinge würde sich ein Traum erfüllen.

Nun wird sich der Ferienausschuss am morgigen Donnerstag mit dem Thema auseinandersetzen. Brehmer hat bereits seit Monaten an den Unterlagen getüftelt. Es muss ein Konzept erarbeitet werden und ein Motivationsschreiben formuliert. „Da steckt noch richtig Arbeit dahinter“, erklärt die 59-Jährige. Und in der Verwaltung brauche das alles noch einmal seine Zeit. Das Gute: Von der Führungsspitze gibt es volle Unterstützung.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) weilt derzeit im Urlaub, sein Stellvertreter Maximilian Gigl hat die Geschäfte übernommen. Er steht voll hinter der Sache. „Wir können damit deutlich ausdrücken, dass Menschen mit geistiger Behinderung ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind.“ Es sei eine wesentliche Aufgabe der Stadt, Inklusion zu fördern.

Angedacht ist, 25 Athleten samt Begleitpersonen aufzunehmen. Diese würden in einem Hotel untergebracht. Die Stadt finanziere das, voraussichtlich auch die Reise nach Berlin. Was das Ganze insgesamt koste, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer kalkulieren, so Gigl. Bislang seien dafür im Haushalt 10 000 Euro vorgesehen. Das sei aber eine ganz grobe Orientierung, wie er ausdrücklich betont.

Auch für Brehmer geht es neben dem spannenden sportlichen Ereignis um ein wesentliches Signal. Sie erhofft sich, dass man so ein Umdenken bewirke. „Mein Wunsch ist, dass sich die anderen Sportvereine noch mehr öffnen. Es gibt immer noch keine echte Inklusion.“ Im besten Fall brauche es kein spezielles Sportprogramm des EBK mehr. Sondern die Athleten könnten in den Vereinen trainieren.

Leise Hoffnung macht sich Brehmer auch darauf, dass die Sportler an den Spielen in Berlin teilnehmen können. Das haben sie schon einmal geschafft. Möglich wäre es zum Beispiel in der Rhythmischen Sportgymnastik. „Dranzukommen ist aber wie ein Sechser im Lotto“, erklärt Brehmer.

Man muss sich zuerst für die nationalen Spiele qualifizieren, dann gibt es ein Bewerbungsverfahren. „Für unsere Sportler wäre das ein Lebenstraum“, sagt Brehmer. Im Rahmen der nationalen Spiele gab es im Übrigen schon einmal ein Golfturnier in Olching, wie Brehmer erzählt. Klar ist, wie auch immer es weitergeht: „Wir werden auf jeden Fall in Berlin vorbeischauen.“

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