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Was für ein Spaß: Die kleine Adela buddelt im weitläufigen Sandbereich des Ringstraßenspielplatzes. Sie und ihre Mutter Paula Reisek sind zum ersten Mal auf dem Spielplatz. Und bestimmt nicht zum letzten Mal, wie die 31-Jährige versichert. 

Der Spielplatz an der Ringstraße 

Ein Kinderparadies seit über 40 Jahren

An warmen Sommertagen ist am Ringspielplatz in Esting die Hölle los. Das Areal bietet Kindern und Jugendlichen ausreichend Platz, sich zu bewegen und etwas zu erleben – und zwar seit 44 Jahren.

Esting – Wenn Renate Grill vom Ringspielplatz erzählt, strahlen ihre Augen. Bereits seit der Gründung 1973 ist sie Vorsitzende des Spielplatzvereins. Seither kümmert sich die Estingerin gemeinsam mit ihrem Mann Hans und einigen engagierten Eltern um die Spiellandschaft. „Es war ein weiter Weg für alle freiwilligen Helfer“, so Renate Grill.

Für die Kinder aus der Estinger Siedlung ist der 9000 Quadratmeter große Platz ein Paradies zum Spielen. Burgen bauen im großen Sandkasten, kraxeln auf dem Klettergerüst oder kicken auf der Fußballwiese – hier kommt Jeder auf seine Kosten. Aber bis aus der ehemaligen Kiesgrube ein Spielplatz wurde, mussten die Mitglieder der Spielplatzgemeinschaft viel Arbeit investieren. „Der gesamte Park ist durch Eigenleistungen entstanden. Rund 30 Väter haben jeden Samstag angepackt, damit ihre Kinder in Zukunft einen Ort zum Herumtollen haben“, erzählt Grill. Finanziert habe man die Geräte aus Vereinsbeiträgen, den Erlösen aus dem Spielplatzfest und Altkleidersammlungen sowie Spenden, so die 73-Jährige. „Später kamen noch Zuschüsse der Gemeinde dazu“.

Heute muss auf dem Areal selten etwas erneuert werden. Trotzdem fallen regelmäßig Arbeiten an. „Der Eingang muss täglich auf- und zugesperrt werden. Diesen Dienst teilen wir unter den Mitgliedern auf“, erzählt Hans Grill (81). Dazu kämen noch Wartungsarbeiten an den Geräten und die Pflege der Grünanlage. Das erledige man bei der jährlichen Frühjahrsaktion. „Da bringen rund zehn Männer den Platz auf Vordermann. Hinterher gibt es für alle Helfer eine Brotzeit“.

Der Spielplatz garantiert Vergnügen für Kinder aller Altersgruppen. Ein ganz besonderes Highlight – besonders für die kleinen Gäste – ist der riesige Sandkasten. Hier spielt gerade die dreijährige Adela. Ihre Mutter, Paula Reisek, behält sie dabei stets im Auge. Sie seien zum ersten Mal auf dem Spielplatz, erzählt die 31-Jährige. „Ich bin begeistert von dem tollen Angebot. So etwas habe ich noch nirgends gesehen.“

Obwohl sich bei gutem Wetter bis zu 100 Kinder und Eltern auf dem Abenteuerspielplatz aufhalten, gibt es selten Lärmbeschwerden der Anwohner. Streitigkeiten und Probleme wegen Verstößen gegen das Alkohol- und Rauchverbot sind auch meist schnell gelöst. „Die Kinder schlichten selbst Konflikte. Wenn das mal nicht gelingt, holen sie ihre Eltern oder mich und meine Frau zu Hilfe“, erklärt Hans Grill.

Neben mehreren Papier- und Altkleidersammlungen organisiert der Spielplatzeverein jedes Jahr zwei Feste. Im Herbst wird der traditionelle Martinsumzug gefeiert. Dazu werden helfende Hände gebraucht. „Zu unseren größeren Veranstaltungen finden sich immer genügend Helfer“, sagt Renate Grill zufrieden.

Beim Spielplatzfest im Juli haben die Besucher besondere Freude an der Wasserrutsche. Auf einer 50 Meter langen Plane können sie den Berg herunter rutschen. „Da wollen die Erwachsenen am liebsten auch mitmachen“, erzählt die Estingerin. Für die Vorsitzende geht im Juli nach 44 Jahren die Amtszeit beim Spielplatzverein zu Ende. Dann wird ein neuer Vorstand gewählt. Sie will nicht mehr kandidieren.

von Alexandra Müller 

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