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Sigrid Dahmwar ein Ass im Skat. 

Olching

Eine starke Frau und engagiert für Olchings Bürger

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Dass sie stark sein musste im Leben, das merkte Sigrid Dahm früh. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs kam sie als erste von vier Schwestern bei Hannover auf die Welt und übernahm als Älteste schnell Verantwortung für die jüngeren Geschwister.

Olching –  Zwei ihrer eigenen drei Kinder hatte sie bereits, bevor sie 20 war.

Ihren Mann lernte Sigrid Dahm mit 18 Jahren in Essen kennen, wo sie in einer Schokoladenfabrik arbeitete. Er war gelernter Bauschmied, hatte aber auf Lkw- und Busfahrer umgesattelt. Die junge Beziehung der beiden führte im Zeitraffer zu Ehe und Familie. Geheiratet wurde im Oktober 1963, kurz darauf kam der erste Sohn und im folgenden Jahr eine Tochter zur Welt. 1973 machte Sohn Markus die Familie komplett.

Zu diesem Zeitpunkt lebten die Dahms – nach Stationen in Oberammergau, München-Riem und Geiselbullach – in Olching. Hier nahm Sigrid Dahm, die sich in erster Linie als Hausfrau und Mutter um die Familie kümmerte, einen Job an. Markus Dahm erinnert sich, dass seine Mutter viele Jahre lang nachts Zeitungen austrug, darunter auch die Heimatzeitung. Sie stand spätestens um drei Uhr morgens auf und machte sich mit den Zeitungspäckchen auf den Weg, während die Familie noch schlief. Wenn dann die Kinder zum Frühstück kamen, standen schon frische Semmeln auf dem Tisch, die die Mutter von ihrer Tour mitgebracht hatte.

1985 zerbrach die Ehe der Dahms. Nun musste die damals 40-Jährige ihre Kinder allein durchbringen und begann, zunächst als Kassiererin und dann als Bürokraft in einem Estinger Einkaufszentrum zu arbeiten. Weil ihr das Betriebsklima dort nicht besonders gefiel, sah sie sich nach einer Alternative um und fand sie in der Gemeindeverwaltung (bis zur Stadterhebung Olchings sollten noch fast 20 Jahre vergehen). Von 1992 bis 2005 kümmerte sich Sigrid Dahm im Bürgerbüro um vielfältige Anliegen der Olchinger und war bei Kollegen und Vorgesetzten als pflichtbewusste, zuverlässige Mitarbeiterin geschätzt.

Aus gesundheitlichen Gründen durfte sie mit 60 Jahren vorzeitig in den Ruhestand gehen und hatte nun Zeit, sich ausgiebig ihren beiden Hobbys zu widmen: puzzeln und am Computer Karten spielen. Vor allem im Skat war Sigrid Dahm ein Ass. Lange hatte sie – noch gemeinsam mit ihrem Mann und dem älteren Sohn – im Verein gespielt und war sogar einmal südbayerische Skat-Meisterin geworden.

Seit 2012 wohnte die hilfsbereite, immer freundliche Frau in Bruck, ab 2017 mit einer Pflegekraft an ihrer Seite. Doch schließlich ließ sich der Umzug in ein Heim in Mühldorf nicht mehr vermeiden. Dort war sie ganz in der Nähe ihrer Tochter und bekam jede Woche Besuch von ihrem jüngeren Sohn.

Ihren Kindern wird Sigrid Dahm als eine Frau in Erinnerung bleiben, deren gute Laune so leicht durch nichts zu erschüttern war – und mochten die Herausforderungen noch so groß sein. Eine sehr starke Frau eben. Sigrid Dahm wurde 74 Jahre alt. 

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