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Dreht Videos mit einer Drohne: Hakan Balikci will sein Hobby zum Beruf machen.

Drohnenpilot Hakan Balikci

Er ist der Kameramann der Lüfte

Wenn Hakan Balikci seinem Hobby nachgeht, sammeln sich in seiner Nähe schnell Schaulustige. Er ist Herr einer Kameradrohne. Er macht Videos und Fotos – und hofft darauf, sich damit ein zweites berufliches Standbein zu schaffen.

Olching – Früher haben ihn Modellflugzeuge fasziniert, allerdings nur aus der Ferne. Zwar hätte er gerne selbst so einen Flieger gehabt, „aber irgendwie hat es nicht gepasst“, erinnert sich der Olchinger. Die Vorstellung, dass ihm ein Modellflugzeug in der Luft auskommen und abstürzen könnte, wirkte abschreckend. „Ich fand das zu riskant.“

Die Entwicklung der Drohnen verfolgte Balikci mit Interesse. Sie düsen wenigstens nach dem Start nicht einfach davon, können in der Luft stoppen und sind besser kontrollierbar. Irgendwann fand der 25-Jährige die Technologie so fortgeschritten, kompakt und auch erschwinglich, dass er sich dachte: So ein Ding kann man sich anschaffen.

Beim ersten Flug der Drohne flatterten Hakan Balikcis Nerven

Seit ein paar Monaten ist er mittlerweile stolzer Besitzer einer eineinhalb Kilo leichten Drohne. Der schneeweiße Flugkörper wirkt wie ein Mini-Raumschiff mit seinen blinkenden roten und grünen Positionslampen und der auf der Unterseite in einer Aufhängung montierten Kamera, die sich per Fernbedienung hin- und herschwenken lässt.

Balikci schwärmt von der Qualität der Bilder und der hohen Auflösung. „Die Kameraqualität hat sich in den letzten Jahren immens verbessert.“ Dank der Aufhängung bleibt das Objektiv immer stabil und liefert „absolut wackelfreie Bilder“.

Beim ersten Flug der Drohne flatterten die Nerven. „Ich hatte Angst, sie zu schrotten.“ Doch alles ging gut. Inzwischen beherrscht der Groß- und Außenhandelskaufmann sein Fluggerät im Schlaf. Auf der Fernbedienung kann er ein Tablet montieren und auf dem Bildschirm mitverfolgen, was die Drohnenkamera gerade filmt. So lassen sich sowohl Videos als auch Standbilder schießen.

Der Pilot dreht Filme vom Englischen Garten und vom Friedensengel

Kürzlich hat Balikci unter dem Namen Drone Aviation Munich ein Gewerbe angemeldet. Sein Traum: Für Kunden Luftbilder von Gebäuden, Grundstücken, Events oder Sportveranstaltungen zu machen. „Die Einsatzbereiche sind sehr vielfältig und nehmen stetig zu.“ In München hat der Olchinger zu Demonstrationszwecken Videos vom Englischen Garten und vom Friedensengel gedreht, sie daheim nachbearbeitet und mit Musik unterlegt. Mehrere Tage sitzt er an so einem Schnitt – zumindest, „wenn es ganz, ganz gut werden soll“.

Der Drohneneinsatz wird von vielerlei Regularien eingeschränkt. Balikci kennt sie alle und findet sie „verständlich und nachvollziehbar“. Geflogen werden darf zum Beispiel nur auf Sicht, nur bei Tageslicht bis eine Stunde vor der Dämmerung, und nicht über Menschenmengen. Dass sie in bestimmten Bereichen – zum Beispiel in der Nähe des Fliegerhorsts – nicht aufsteigen darf, erkennt die Drohne dank eingebautem GPS sogar selbstständig. „Dort würde sie einfach nicht starten.“

Dass er eines Tages als hauptberuflicher Drohnenpilot seine Brötchen verdient, damit rechnet der 25-Jährige eher nicht. Außerdem ist er in seinem Job in einer Firma für Antriebstechnik ganz zufrieden. Aber nebenbei als Luftbilderfotograf Erfolg zu haben – „wenn sich’s ergibt, wäre es toll“.

von Ulrike Osman

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