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Orangen, Orangen und nochmals Orangen: Im Winter dreht sich bei Mario Interrante alles um die süßen Früchte. Diese lässt er sich aus seiner Heimat Sizilien liefern. So wurde er zum Orangenkönig.  „Das Leben ist schon verkrampft genug.“Mario interrante

Mario Interrante

Er ist der Orangenkönig von Olching

Eine Frucht hat es Mario Interrante besonders angetan: die Orange. Der Olchinger wird auch der Orangenkönig genannt. Rund 4000 Kunden beliefert er mit den süßen Früchten aus seiner Heimat Sizilien. Wenn die Saison vorbei ist, chauffiert er Weltstars wie Steven Tyler von Aerosmith oder Eros Ramazzotti.

OlchingDem italienischen Schmusesänger Eros Ramazzotti hat der Orangenkönig in seiner Funktion als VIP-Betreuer, die er im Sommer ausübt, sogar schon einmal eine Kiste seiner Orangen geschenkt. Doch nicht nur den Promis scheinen die Früchte zu schmecken. Denn wenn während der Orangen-Saison in der Regel jede Woche frische Ware angeliefert wird, bildet sich regelmäßig eine lange Schlange vor seinem Laden in der Johann-G.-Gutenbergstraße, die bis auf den Parkplatz hinausreicht. Drei zusätzliche Mitarbeiter hat Interrante deswegen mittlerweile eingestellt.

Der 52-Jährige wurde im sizilianischen Sciacca geboren und kam als Sechsjähriger nach Köln, wo er auch aufwuchs. 1994 zog er nach München und arbeitete dort zunächst als Neuwagenverkäufer, ehe er 2001 einen Feinkostladen in Gröbenzell eröffnete.

Einer seiner Brüder verkaufte damals schon Orangen in Köln. Weil der aber viele Kisten nicht an den Mann brachte, wandte er sich an Interrante. „Ich hatte dann den Druck, diese loszuwerden“, erinnert er sich. Am Anfang habe er sich den Mund fusselig geredet, um die Kundschaft zu überzeugen. „Die Leute haben aber nach kurzer Zeit gesehen, dass die Orangen eine gute Qualität haben.“ Also ließ der 52-Jährige sich im Jahr 2002 das erste Mal eine große Menge Orangen aus seiner Heimat kommen.

Seit sieben Jahren hat Mario Interrante nun schon seinen Laden im Olchinger Gewerbegebiet. Den Namen „Orangenkönig“ verpasste ihm übrigens ein Kunde, wie er berichtet: „Ein Kunde von mir, Udet Wühlrich, kam plötzlich mit einer Krone zu mir in den Laden rein und sagte, ich hätte die besten Orangen und sei daher der Orangenkönig.“

Die Orangen von Interrante sind nicht mit Konservierungsmitteln oder Wachsen behandelt, sondern naturbelassen. Sie kommen direkt und ohne Zwischenhändler aus Sizilien. Während der Saison, die von November bis März geht, reist er fünf bis sechs Mal zu den Plantagen in Süditalien und macht sich selbst ein Bild vor Ort. In Sizilien lernte er beim Tauchen auch seine Ehefrau Lydia kennen, die ihn im Laden in Olching unterstützt und mit der er zusammen eine 21-jährige Tochter hat.

Insgesamt zwei Sorten von Orangen bietet Interrante seinen Kunden an: eine spritzige aus der frühen Ernte im November und eine etwas süßere. Wichtig dabei ist, dass die Früchte genügend Zeit zum Reifen bekommen. Die Farbe, sagt Interrante, sei dabei kein Reifemerkmal. „Ich probiere die Orangen sogar, wenn sie noch grün sind.“

Für den Orangenkönig sind seine Kunden wie eine große Familie. Er selbst versucht, den Alltag immer mit einer gewissen Portion Humor zu nehmen und das Leben zu genießen. „Das Leben ist schon verkrampft genug“, sagt er und lacht.

Deshalb verwundert auch nicht der Job, den er nach der Orangen-Saison im Sommer macht. Der 52-Jährige chauffiert und kümmert sich um weltbekannte Bands in ganz Europa, die sich auf Tournee befinden. Bruce Springsteen, Iron Maidon, Aerosmith, Eros Ramazzotti: Wenn Mario Interrante erzählt, wen er schon vom Flughafen abgeholt oder mit wem er essen und shoppen war, könnte man glatt neidisch werden. Doch in Zukunft wird er für die Stars wohl nicht mehr so viel Zeit haben, sein Kundenstamm wächst stetig. (Sebastian Öl) 

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