Illegale Waffe

Familie bedroht: Olchinger muss in Haft

Wegen unerlaubten Waffenbesitzes und wegen Bedrohung muss ein Olchinger in den Knast. Vor Gericht in München war der 50-Jährige geständig.

Olching Das Amtsgericht München verurteilte den 50-Jährigen wegen vorsätzlichen, unerlaubten Erwerbs einer Schusswaffe, von Munition und wegen zweier Fälle der Bedrohung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und einer weiteren Freiheitsstrafe von elf Monaten. Außerdem wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an geordnet. Der Verurteilte hatte 2015 auf dem Friedhof in Olching von einem Tschechen oder Polen einen Revolver der Marke Rossi, Kaliber 38 special samt 169 Schuss Kaliber 38 special, sowie 23 Schuss Kaliber neun Millimeter zum Preis von etwa 600 bis 700 Euro erworben. Er bewahrte die Waffen samt Munition seitdem in seiner Wohnung in Olching auf, ohne eine Erlaubnis dafür zu besitzen.

Kurz nach dem Kauf der Waffe richtete er den gespannten Revolver auf seine Freundin und kündigte laut Amtsgericht an, sie zu erschießen. Anfang des Jahres 2017 kam es erneut zwischen dem Verurteilten und seiner Freundin zu einem Streit. Plötzlich nahm der 50-Jährige den Revolver in die Hand und hielt diesen direkt vor das Gesicht der Frau, wobei er den Finger am Abzug hatte und der Revolver gespannt war.

Als der anwesende Stiefvater der Freundin sich einmischte, hielt er auch diesem die Waffe vor das Gesicht. Die beiden Geschädigten nahmen die Drohung ernst und hatten Todesangst.

In der Sitzung vor dem Amtsgericht München war der Verurteilte geständig und entschuldigte sich bei den beiden Geschädigten. Das Gericht verhängte für den Erwerb des Revolvers eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten und für die Bedrohung im Jahr 2015 eine Freiheitsstrafe von acht Monaten. Da noch eine einbeziehungsfähige Freiheitsstrafe des Amtsgerichts Fürstenfeldbruck vorlag, wurde die Gesamtfreiheitsstrafe auf zwei Jahre ohne Bewährung festgelegt.

Für die Tat Anfang Januar 2017 verhängte das Gericht eine gesonderte, zusätzliche Freiheitsstrafe von elf Monaten ebenfalls ohne Bewährung. In der Urteilsbegründung heißt es: „Zu seinen Lasten war zu werten, dass die Folgen für die Opfer extrem waren und noch heute beide an Schlaflosigkeit und zum Teil an Panikattacken und Angstzuständen leiden.“ Die extreme Gefährlichkeit im Umgang mit der Waffe in der konkreten Art sei ebenfalls zu seinen Lasten zu werten gewesen.

Da laut den Aussagen eines Sachverständigen der Olchinger einen Hang zum übermäßigen Alkoholkonsum hat, wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. „Es steht zu befürchten, dass nicht unerhebliche weitere Straftaten durch den Angeklagten ohne Therapie begangen werden“, so der Sachverständige.

Die Therapie sei auch nicht aussichtslos – zumal der Angeklagte laut Sachverständigengutachten nunmehr in einem „gefestigten“ Alter ist und er bei der Unterbringung in einer Übergangswohngemeinschaft gezeigt habe, dass er in der Lage sei, sich zu integrieren und für einige Zeit straffrei zu bleiben, so das Urteil des Amtsgerichts. Die Waffe samt Munition wurde eingezogen.

tb

Rubriklistenbild: © dpa

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