Olau! Der Olchinger Faschingszug ist der größte in Oberbayern und hat seinen eigenen Schlachtruf. 

Zehntausende Besucher

Olau in Olching: Alles rund um den größten Faschingzug in Oberbayern

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Der Faschingsumzug Olching ist das größte Event der fünften Jahreszeit in der Region. Jedes Jahr kommen zehntausende Besucher in die Amperstadt.  Im Jahr 2018 stand ein Jubiläum an: Der 65. Gaudiwurm. 

„Olching Olau“: Der Faschingszug Olching hat einen eigenen Schlachtruf, der sich auch großer Beliebtheit erfreut. Rund 25 000 Besucher werden bei dem Event im Landkreis Fürstenfeldbruck, das immer am Faschingsdienstag ab 14 Uhr über die Bühne geht, regelmäßig gezählt.Im Jahr 2018 fiel der Faschingsdienstag auf den 13. Februar. Die Party gilt als gelungen.

Die Besucher kommen aus allen Altersschichten, auch viele Familien mit Kindern sind dabei. An diesem Tag werden die Straßen in der Innenstadt ab Mittag gesperrt.

Ein Foto aus dem Jahr 2014

Als neuralgischer Punkt gilt die Bahnunterführung. Hier wurden immer wieder pyrotechnische Sätze gezündet oder Nebelmaschinen in Betrieb genommen. Das wurde im Vorfeld des Zuges 2017 verboten. 

 Wägen, die beim Faschingszug Olching dabei sein sind, erhalten 25 Euro Startgeld. Anders als bei anderen Umzügen müssen sie also keine Teilnahme-Gebühr bezahlen, im Gegenteil. Sie müssen sich rechtzeitig vorher anmelden und auch vom TÜV auf ihre Sicherheit überprüft sein. Fußgruppen dürfen auch spontan erscheinen. Sie erhalten ebenfalls eine Teilnahmeentgeld. Die besten Wagen werden prämiert. Dafür gibt es Preisgeld, das allerdings seit 2016 nicht mehr bar ausbezahlt wird. Ein allgemeines Motto wird nicht ausgerufen. Die Teilnehmer suchen sich ihre Themen selbst - oft werden politische Themen aufgegriffen.

Faschingszug in Olching: das ist neu  

Zu den weniger beliebten Begleiterscheinungen des Großevents Faschingszug Olching gehören Wildbiesler und zerbrochene Flaschen am Straßenrand. Im Februar 2016 etwa beklagten Geschäftsleute aus der Hauptstraße immer schlimmer werdende Auswüchse. Teils schützen Bauzäune private und geschäftliche Bereiche. 

Organisiert wird das Event in Olching vom Komitee Faschingszug, für das das Jahr 2016 einen einschneidenden Vorteil brachte: Nach mehreren Umzügen in den Jahren zuvor fand  das Komitee, ein eingetragener Verein, eine dauerhafte Bleibe in einer Halle an der Johann-G.-Gutenbergstraße. Die Halle wurde nach dem langjährigen Schatzmeister des Komitees, Robert Brogl, benannt. Das entsprechende Schild an der Halle ließ sich das Komitee damals 44 Euro kosten. Insgesamt kostete die Halle, in der auch der Komitee-Wagen gebaut wird, um die 180 000 Euro. 20 000 wurden in Eigenleistung erbracht. Der Rest kam via Kredit und mit Hilfe der Stadt, der das Gelände gehört. Aktueller Chef beim Komitee ist Johann Krämer.

Mit dabei ist immer auch aus das aktuelle Prinzenpaar der Stadt Olching. 

Die Stadt hilft jedes Jahr bei der Organisation des Faschingszugs Olching. Über 350 Arbeitsstunden wenden die Bauhof-Mitarbeiter jedes Jahr auf - es müssen beispielsweise diverse Verkehrsschilder und über 30 mobile Toilettenhäuschen aufgestellt werden. Danach gilt es sauber zu machen. Zwischen sechs und acht Tonnen Müll fallen jedes Jahr an. 

Für das Jahr 2018 gibt es einige Neuerungen: Wägen, die höher sind als 4,20 Meter werden nicht zugelassen. Und jeder Wagen bekommt eine Startnummer sowie eine Anfahrtszeit mitgeteilt. Dies soll der Straffung der Organisation dienen. Außerdem soll die Sicherheit erhöht werden: Abschnittsweise werden Seile gespannt, die die Wagen und die Zuschauer von einander trennen sollen. Damit soll verhindert werden, dass die Zuschauer zu den Wagen drängen, was als gefährlich gilt. 

Faschingszug Olching: So läuft er ab

Die Organisatoren melden für den Faschingszug 2018 in Olching eine rekordverdächtige Beteiligung. 51 Wagen und Fußgruppen sind diesmal dabei. Die teilnehmenden Wägen stellen sich am Veranstaltungstag an der Feursstraße auf, vom Golfplatz bis zum Daxerhof. Der Olchinger Faschingszug wendet am Roßhaupterplatz und endet am Josef-Kistler-Ring. Auf der Bühne am Nöscherplatz ist immer ein buntes Programm geboten. Hier werden nach Zugende auch die schönsten Wagen oder Fußgruppen prämiert. An die Besucher und Teilnehmer ergeht regelmäßig die Bitte, mit dem Alkohol vernünftig umzugehen. Auch ein erträglicher Umgang mit der Lautstärke von den Anlagen auf den Wegen wird immer wieder angemahnt. Auf den Wagen sind harte Alkoholika verboten. Auch entlang des Zugs sind die Geschäfte angehalten, auf das Thema Alkohol zu achten. An einigen Buden/Wägen werden Würstl verkauft - harte Alkoholica gibt es hier nicht. Nicht wirklich erwünscht ist das Zuprosten vom Wagen aus in Richtung Publikum - weil da ja auch viele Kinder darunter sind. Besucher werden gebeten, auf den Gehsteigen zu bleiben. Bei Stillstand sollten Buben und Mädchen nicht unter den Wägen nach Bonbons suchen. Außerdem rät das Komitee: Wird das Gedränge zu dicht, sind kleine Kinder auf dem Arm der Eltern oder von anderen Erwachsenen am besten aufgehoben.

Am Zugrand verkauft der Veranstalter Festzeichen. Sie kosten zwei Euro und dem Komitee, die Kosten für den Umzug zu bestreiten. 

Bilder vom Faschingszug Olching 2017

Olau: Die Bilder vom Olchinger Gaudiwurm 

Impressionen vom Faschingszug Olching 2015 

Bilder vom Faschingsumzug in Olching

Faschingszug Olching: Hier können Sie parken

Kostenlose Parkplätze für Besucher in großer Anzahl stehen am Volksfestplatz zur Verfügung, wobei die Anfahrt dorthin über Neu-Esting erfolgt. 

Faschingszug Olching: Die Auflagen machen Probleme

Im Jahr 2017 krachte der Besucheransturm beim Faschingszug Olching deutlich nach unten. Nur 12 000 Zuschauer kamen, obwohl 33 Wägen und zehn Fußgruppen unterwegs waren. Auf einem der Wagen wurde aufgegriffen, was im Vorfeld schon immer wieder als Problem genannt worden war: „Die Auflagen werden immer mehr, drum gibt es bald keinen Fasching mehr“, hieß es bei der Faschingsgilde Olching. 

Beim Zuschauerrückgang dürften in diesem Jahr aber auch die Temperaturen eine Rolle gespielt haben: Beim 64. Olchinger Zug war es bitterkalt. Nach den Terroranschlägen unter anderem von Berlin waren Ordnungs- und Security-Kräfte sehr präsent. Polizisten trugen Maschinenpistolen. 

Die schönsten Bilder vom Faschingszug Olching 2014

Bilder: Olchinger Faschingszug

Faschingszug in Olching: Die Wurzeln des Umzugs

Die Wurzeln des Events gehen ins Jahr 1923 zurück, als der Olchinger Burschenverein einen Umzug organisierte. Damals gehörte ein Schubkarren-Rennen dazu. 1927 kamen einige Wagen dazu. Zwischen 1938 und 1952 war Pause. Im Jahr 1953 folgte der Neubeginn: Sechs maskierte Gaudiburschen griffen die alte Tradition wieder auf. Für den im Jahr 1994 verstorbenen Sepp Miller bedeutete die Wiederbelebung des Umzugs den Start zu einem 35-jährigen Wirken als Organisationsleiter.

Der Faschingszug muss auf seinem Weg die Bahnstrecke München-Augsburg passieren. Bis 1971 gab es keine Unterführung. Das heißt: bis dahin musste der Gaudiwurm halten, wenn die Schranke geschlossen war. Gleich nach der Eröffnung der Unterführung tauchte ein neues Problem auf, das bis heute immer wieder aktuell wird: In der Unterführung sammeln sich die Zuschauer, die besonders ausgelassen feiern. Hier ist es immer besonders laut.

Zwischen 1938 und 1952 fanden keine Umzüge statt. Erst 1953 ging es weiter. Bis zum Jahr 1980 war vor allem Sepp Miller die prägende Figur des Zugs. Mittlerweile ist der Olchinger Faschingsumzug der größte in ganz Oberbayern. Nicht stattfinden konnte er  im Jahre 1962 (Flutkatastrophe in Hamburg)  im Jahr 1990 (Orkan Wiebke) und  1991 (Golfkrieg).  

Thomas Steinhardt

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