Faschingszug in Olching
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Beim größten Gaudiwurm in der Region muss es auch ein überdimensionaler Bürgermeister sein: Der MSC Olching hat mit seinem Wagen wieder Maßstäbe gesetzt und stellte Andreas Magg als Riesen-Rattenfänger dar.

Um die 20.000 Besucher

Faschingszug in Olching: Rathaus-Chef als Rattenfänger - erste Polizei-Bilanz

  • vonHans Kürzl
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Die lokalen Politiker wurden beim Olchinger Faschingszug nicht geschont. Für die Zuschauer eine Mords-Gaudi. Weniger lustig war allerdings eine Entdeckung der Polizei. 

Olching – Dass fünf Kontrahenten nicht unbedingt eine Stichwahl nach sich ziehen, zeigte die Landratswahl 2014. Diesen Ball nahm die Faschingsgilde Olching auf: „Schleppt der Magg sie wieder alle ab, oder wird’s heuer für ihn knapp?“ Eine gewisse Vorauswahl trafen die Showtanzspezialisten aber dann doch: „Gigl, Eibl oder Maier: Wer geht dem Magg am meisten auf die Eier?“

Als Spezialist für Faschingszüge hat sich der MSC Olching einen Namen gemacht. Wieder einmal ist es den Wagenbauern gelungen, ein Gefährt auf die Räder zu stellen, das allein schon optisch für einen der Hingucker des größten Gaudiwurms in der Region sorgte und so von der Jury auch auf Platz eins gesetzt wurde.

Höllische Begegnung: Pfarrer Josef Steindlmüller wagte sich zwischen die Teufel von der Volksbühne Olching.

Als „Olchings Rattenfänger“ war überdimensional Bürgermeister Andreas Magg (SPD) dargestellt, der seine Gegenkandidaten nach seiner Pfeife tanzen ließ. Eine Art Humor, die, neben aller Bissigkeit, immer noch ein Augenzwinkern zuließ. Das unterstrich schließlich noch der Spruch über Magg, den der MSCO auf die Frontseite gepinselt hatte: „Wenn ich auf meiner Flöte spui, dann wählt’s ihr mi’, weil ich des wui.“ Die bekannten Ampernixen, die als Fußgruppen unterwegs waren, waren noch rigoroser: „Die Stadträte schicken wir alle heim, wir Hexen regieren mit Magg allein.“

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Ansonsten konzentrierte sich ein Großteil der Wagen, wie schon am Sonntag beim Zug in Gernlinden, auf überregionale Themen: Pflegenotstand und Klimawandel. Einer der auffälligsten Wagen hier war der der Freiwilligen Feuerwehr Gernlinden, die mit dem „Fluch der Greta“ den Wirbel um die Umweltaktivisten unter die Lupe nahmen. „Für den Klimaschutz segeln wir Piraten los, macht mehr Eindruck als Greta mit ihrem Floß.“

Faschingszug Olching 2020: 27 Wagen und zehn Fußgruppen waren dabei

Insgesamt gestalteten 27 Wagen und zehn Fußgruppen den 67. Olchinger Faschingszug. Bewährt hat sich dabei die Regelung, Wagen nur noch auf Einladung des Zugkomitees zuzulassen, so dass aus diesem Kreis der Teilnehmer keiner allzu sehr aus dem Rahmen fiel. Allerdings waren bei einigen Teilnehmern Werbebotschaften von Sponsoren zu sehen. Andere, wie der Bauwagen Überacker, verrieten zwar architektonisch viel handwerkliches Geschick und mit einer eingebauten Western-Saloonbar Liebe für’s Detail. Ein Motto oder ein flotter Spruch waren da aber nicht zu erkennen.

God save the Queen: Die Briten durften mit ihrem Brexit-Wahnsinn beim Olchinger Fasching auch nicht fehlen.

Für bunte und fantasievolle Farbtupfer sorgten fast durchweg die Fußgruppen. Am Besten gelang dies den „Lady Gracha“, die diesmal als „Candy Girls“ mitmarschierten. Sie machten gute Laune – wie der ganze Zug. Und die Besucher hatten diesmal mehr Platz. Sie standen nicht ganz so dicht gedrängt.

Faschingszug 2020: Sicherheitsmaßnahmen haben sich bewährt

Im Auftreten an sich zurückhaltend, zeigte die Polizei nach den Vorkommnissen im nordhessischen Volkmarsen am Rosenmontag deutliche Präsenz und war teilweise mit Maschinenpistolen ausgestattet. Die Seitenstraßen entlang der Zugstraße waren durch Absperrungen beziehungsweise durch Polizei oder Feuerwehr abgesichert, um das Durchbrechen von Fahrzeugen soweit wie möglich zu verhindern. Bürgermeister Magg erklärte, dass niemand totale Sicherheit erreichen könne. Er verwies aber auf das bewährte Konzept vor Ort, bereits die Anfahrtswege weiträumig zu sichern.

Kunterbunt und gut gelaunt: Die Frauen von „Lady Cracha“ brachten als „Candy-Girls“ ordentlich Farbe ins Spiel.

Faschingszug Olching: Polizei erwischt Besucher mit Waffe

Die Polizei hat bei zwei Besuchern des Faschingszuges verbotene Gegenstände entdeckt. Ein Mann hat laut Polizeibericht eine unerlaubte Waffe mit sich geführt. Konkreter wird es nicht. Bei einem anderen habe man ein illegales Messer entdeckt. Gegen beide Männer wird wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. 

Der Umzug verlief für die Polizei zunächst friedlich, wie es heißt. Erst im Nachgang wurden drei Schlägereien vorwiegend unter stark betrunkenen Jugendlichen gemeldet. Dabei wurden insgesamt sechs Menschen leicht und ein Mann mittelschwer verletzt. Letzterer bekam einen Schlag ins Gesicht ab und kam ins Krankenhaus.

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