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Ein Knopferl nach dem anderen: Beim Anprobieren helfen die Schwestern Antonia und Miriam zusammen.

Große Auswahl beim Secondhand-Markt

Fesch machen für die Biergartenzeit

Olching – Dirndl, Lederhose oder zumindest einen Trachtenjanker – ein echter Bayer hat’s im Schrank. Und meistens nicht nur eine Garnitur. Vom Traditionsgewand kann man kaum genug haben. Beim Secondhandmarkt in Olching kleideten sich Burschen und Madl für kommende Feste ein.

Die Vorfreude auf Bierzeltabende auf den Volksfesten der Region oder auf einen zünftigen Nachmittag beim Maibaumaufstellen am kommenden Sonntag scheint groß zu sein. Denn beim ersten Olchinger Trachten–Secondhandmarkt, organisiert vom Pfarrkindergarten und der Schützengesellschaft Gemütlichkeit Olching, am Samstag im örtlichen Schützenheim war der Andrang riesengroß. Einfach alle wollten für anstehende Feierlichkeiten ihre Traditions-Garderobe um ein Dirndlkleid, eine Lederne oder Trachtenzubehör erweitern. Die Olchingerin Nicole Grain (29) zum Beispiel suchte aber nicht für sich nach bayerischem Gewand, sondern für Tochter Emily (5).

„Eigentlich sind wir nur zum Schauen vorbeigekommen“, erzählte Grain mit ihrer Kleinen an der Hand. Die Oma hatte ihr von dem Flohmarkt erzählt und da hätten die Zwei nicht lange überlegt. „Wir tragen Tracht nicht nur zum Volksfest, sondern auch gerne zu Hochzeiten oder an Geburtstagen“, sagte Grain. Zwei schöne Dirndl habe sie an diesem Nachmittag bereits gefunden. „Die nehmen wir auf jeden Fall mit.“ Falls der Secondhand-Trachtenmarkt wiederholt wird, plant die Olchingerin, beim nächsten Mal selbst Kleider zu verkaufen.

Neues Lieblingsstück: Sophia Wörmann vom Berater- Team schnappte sich diese schöne Jacke.

Auch Markus Bauer aus Eichenau suchte an den vielen Kleiderstangen nach Dirndl für Kinder. Der 44-jährige Familienvater war mit seinen kleinen Töchtern Miriam (6) und Antonia (4) gekommen, um die zwei strohblonden Mädchen mit neuen Kleidern glücklich zu machen. Und tatsächlich: Zumindest für die ältere von beiden wurde der Papa fündig. Miriam schlüpfte in ein grünes Dirndl mit hellem Blumenmuster und lila Rüschen und Schürze. Die kleine Schwester half ihr beim Zuknöpfen und Schleife binden. Und das Kleid passte. „Die Auswahl an Kinderdirndln ist groß. Das ist alles sehr gelungen“, lobte Bauer den ganzen Markt.

Die Organisatoren sind keine Anfänger. „Wir veranstalten regelmäßig Kinder– und Kommunionflohmärkte“, erklärt Martina Drewnick vom Secondhand-Team. Dass diesmal Trachten verkauft werden, liegt an der großen Nachfrage. „Viele Besucher von vergangenen Märkten haben sich danach erkundigt. Also haben wir diese Lücke füllen wollen.“ Der Erlös geht übrigens an die Schützen.

Von wegen Frauending: Auch einige Männer, darunter Wolfgang Schweyer aus Olching, besuchten den Markt.

Vereinsmitglied Sophia Wörmann (20) aus Olching erzählt begeistert: „Der größte Andrang war gleich zu Beginn. Da wurde schon viel weggekauft. Wir konnten sogar eine Scharivari-Kette für 600 Euro verkaufen.“ Sie selbst habe sich schon vorab ein Schnäppchen gesichert: eine edle, rote Trachtenjacke.

Flohmärkte sind ja eigentlich eher ein Frauending. Überraschenderweise waren aber auch einige Männer zwischen den Kleiderstangen mit vielen Markentrachten unterwegs – zum Beispiel Wolfgang Schweyer (52) aus Olching. „Eigentlich bin ich nur zum Stöbern hier. Aber am Ende finde ich doch immer was“, sagte er und wühlte sich weiter durch das Riesenangebot aus Hosen, Hemden, Gürtel, Westen, Strümpfe und Haferlschua.

von Lana Gottwald

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