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Josef Haas liebte das Schreinern.

Nachruf

Für Familie und Nachbarn war er Schreinermeister Eder

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Dass er eine unbändige Willenskraft besaß, das hat Josef Haas in seinem Leben mehrfach bewiesen. So gelang ihm eine erfolgreiche Berufslaufbahn – von einer abgebrochenen Lehre zum langjährigen Direktor der Sparkasse Fürstenfeldbruck.

Olching – 1931 in Mammendorf geboren, fiel Josef Haas’ Schulzeit mitten in den Krieg. Nach der 8. Klasse beendete er die Volksschule und begann eine Schreinerlehre, die er aufgrund einer Erkrankung nicht abschließen konnte. Ab September 1947 lag er ein ganzes Jahr mit Beckengips zu Hause und musste anschließend mit Hilfe eines Schienenhülsenapparats das Gehen wieder lernen.

Beginn als technische Hilfskraft

Nach dem Besuch der Handelsschule in München fing der damals 21-Jährige als technische Hilfskraft bei der Brucker Sparkasse an. Einen Lehrvertrag gab man ihm nicht. Da nahm Josef Haas die Sache selbst in die Hand und bildete sich nebenberuflich weiter. Es war ein stolzer Moment, als ihm im April 1958 die IHK den Kaufmannsgehilfenbrief übergab. Im selben Jahr führte Josef Haas seine Eleonore zum Traualtar und bezog mit ihr die erste gemeinsame Wohnung über der Sparkasse in Olching.

Ab jetzt ging es nur noch bergauf. Der junge Familienvater – 1960 kam Sohn Werner zur Welt, sieben Jahre später Tochter Marianne – erklomm in den folgenden Jahren die nächsten Stufen der Karriereleiter. Er bestand die gehobene Sparkassenprüfung, übernahm die Leitung der Geschäftsstelle Fürstenfeldbruck-West und kam als Sparkassendirektor schließlich ganz oben an. Als Vorgesetzter hatte Josef Haas seine Mitarbeiter stets auch als Menschen im Blick. Und als Bankdirektor half ihm seine gute Menschenkenntnis bei der Vermeidung von Risiken.

Die Liebe zum Schreinern

„Mein Vater hatte ein Gespür dafür, wer seinen Kredit zurückzahlen würde“, sagt Tochter Marianne Haas. Wenn sie an ihren Papa denkt, dann sieht sie ihn in einer ganz anderen Rolle – als „Meister Eder“ seiner Olchinger Nachbarschaft. Denn die Liebe zum Schreinern blieb Josef Haas immer erhalten.

In seiner Garagenwerkstatt fertigte er für die Familie Eckbänke, Sideboards und Garderoben an, für Freunde und Bekannte reparierte er Möbel und für das Heim des Vereins für Sport, Gymnastik und Rehabilitation (VSG) schreinerte er gleich die komplette Inneneinrichtung. Aufgrund seines Engagements – der Unermüdliche übernahm auch das gesamte Abrechnungswesen mit den Krankenkassen –bekam das Vereinsgebäude den Namen Sepp-Haas-Heim. Nebenbei fand er noch Zeit, sich als Gründungsmitglied des TSV Fürstenfeldbruck-West und 34 Jahre lang als Kirchenpfleger in Olching zu engagieren. Sein Einsatz für das Gemeinwohl wurde 2007 mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland belohnt.

Im vergangenen Jahr feierten Josef und Eleonore Haas ihre Diamantene Hochzeit – geistig fit und guter Dinge, obwohl er nach einem Treppensturz gesundheitlich schwer angeschlagen war. Mit eisernem Willen schaffte er es, das Gehen wieder zu erlernen und kurze Strecken mit dem Rollator zu meistern. Die Ärzte hatten das für unmöglich gehalten. Auch die Hochzeit einer Enkelin erlebte der dreifache Großvater noch. Josef Haas wurde 88 Jahre alt. 

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