Gute Bohnen bieten wahre Geschmacksexplosionen: Mario Frank (l.) und Sebastian Ullmann mit ihrem Rohkaffee.
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Gute Bohnen bieten wahre Geschmacksexplosionen: Mario Frank (l.) und Sebastian Ullmann mit ihrem Rohkaffee.

Olching

Für sie ist Kaffee mehr als ein Wachmacher

  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Für viele beginnt der Tag mit einer guten Tasse Kaffee. Dabei gibt es aber gravierende Unterschiede in der Qualität, finden zumindest zwei Olchinger Unternehmer.

Olching – Sie wollen die Menschen nun mit ihrer Kaffeerösterei in die Welt der schwarzen Bohnen einladen. Und aufzeigen, welche unterschiedlichen Geschmacksrichtungen es zu entdecken gibt.

Olching hat seit Kurzem eine Kaffeerösterei. Sebastian Ullmann und Mario Frank, beide 34 Jahre alt, wollen damit den Leuten Zugang zur Welt des Kaffees verschaffen. Denn die beiden, die in Gröbenzell und Maisach aufgewachsen sind, sind überzeugt, dass die meisten in Deutschland nur den „Industrie-Einheitsbrei“ kennen.

Bohnen aus Brasilien sind schokoladig

„Wenn man wert auf die Qualität der Früchte sowie der Ernte legt und beim Rösten den Charakter des jeweiligen Rohkaffees hervorhebt, gibt es drastische Unterschiede zwischen den Sorten“, schwärmt Frank. So schmeckten Bohnen aus Brasilien eher schokoladig und nussig, während Kaffees aus Afrika eine fruchtige Note habe. „Beim Rösten kann man durch die Dauer und die Temperatur den jeweiligen Geschmack verstärken“, erklärt Frank.

Viel Wissen darüber sammelte Frank bei einem längeren Aufenthalt in Australien. „Dort habe ich den Kaffee ganz anders kennengelernt als in Deutschland. In jedem Kaffeeladen hattest du eine riesige Auswahl – vergleichbar mit einer Weinkarte. Es hat total Spaß gemacht, sich durchzuprobieren.“ Er blieb einige Zeit in Melbourne und arbeitete dort als Barista.

Beide haben viel Gastro-Erfahrung

Als er nach Deutschland zurückgekehrte, schwärmte er seinem Schulfreund Sebastian Ullmann – ebenfalls passionierter Kaffeetrinker – davon vor. Die beiden beschlossen 2016, ein Unternehmen zu gründen, das Kaffee-Catering anbietet, also mit einer mobilen Kaffeebar zu Veranstaltungen kommt.

Beide brachten bereits Erfahrungen mit: Frank hatte fünf Jahre im Catering-Bereich gearbeitet, Ullmann war Systemgastronom. „Alle sind auf der Suche nach Angeboten, die begehrenswert für Events sind. Wir waren uns sicher, dass wir das mit hochwertigem Kaffee erreichen, weil wir den Leuten ein gutes Erlebnis verschaffen“, sagt Frank.

Corona stoppte das Kaffee-Catering

Sie täuschten sich nicht. „Es lief wirklich gut und ging stetig bergauf“, so Frank. Sie boten ihren Kaffee an Messeständen verschiedener Unternehmen, bei Rock im Park oder in einer Vip-Lounge beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an. Doch dann stoppte sie Corona.

Experimente beim Rösten

„Größere Zusammenkünfte waren nicht mehr möglich. Uns war schnell klar, dass es nicht in ein paar Wochen ausgesessen ist“, so Frank. Sie hatten schon länger im Hinterkopf gehabt, eigenen Kaffee zu rösten, aber bisher nie die Zeit dafür gehabt. Also nutzten sie die Pandemie, um ihre Rösterei aufzubauen.

Dabei setzen sie auf sogenannten Spezialitätenkaffee. Das bedeutet, sie achten auf eine hohe Qualität des Rohkaffees. Die Kaffeekirschen werden händisch geerntet, sodass unreife oder kaputte Früchte aussortiert werden können.

Die Bohnen werden nicht so dunkel geröstet wie beim Industriekaffee, damit die Röstaromen nicht den Geschmack des Kaffees überlagern. „Wir haben beim Rösten viel mit der Temperatur und der Dauer herumprobiert. Selbst wenn man nur Nuancen verändert, kommt sofort ein ganz anderes Ergebnis heraus“, sagt Frank. Das Resultat sind derzeit fünf Filterkaffees und sechs Espressi, die je Kilo zwischen 25 und 35 Euro kosten.

Weitere Infos

gibt es auf der Internetseite www.contains-coffee-roasters.com.

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