Das sieht mehr nach Gaudi als nach Stress aus: Radsport-Weltmeisterin Denise Schindler mit ihren Umzugshelfern in Olching.  Foto: weber
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Das sieht mehr nach Gaudi als nach Stress aus: Radsport-Weltmeisterin Denise Schindler mit ihren Umzugshelfern in Olching.

Olching

Wenn eine Weltmeisterin umzieht

  • Peter Loder
    vonPeter Loder
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Bisher war Denise Schindler nur Wahl-Olchingerin. Nun ist die Radsport-Weltmeisterin endgültig in der Amperstadt angekommen und richtig eingebürgert. Dem Tagblatt verriet sie beim Umzug, warum es ihr dort so gut gefällt.

Olching – Die in Chemnitz geborene dreimalige Weltcup-Siegerin hat ihre vor viereinhalb Jahren bezogene Mietwohnung im Olchinger Osten verlassen und im westlichen Stadtteil eine 200 Quadratmeter große Doppelhaushälfte gekauft. Wenige Tage nach ihrem 35. Geburtstag war jetzt Umzugstermin in „unser erstes gemeinsames Eigentum“.

Wobei die mehrfache Paralympic-Medaillengewinnerin (Kampfname „Killerbiene“) ihre bessere Hälfte nach dem Motto „Umzug ist Frauensache“ ins Büro schickte. Denn: „Mein Mann ist nicht gerade der geborene Handwerker.“ Statt Ehemann Sascha half deshalb Oma Barbara (75) beim Packen der 110 Umzugskartons und versorgte mit einer deftigen Brotzeit die fünf Männer einer Jesenwanger Spedition. Der Trupp war für den Transport der Möbel und der von Schindler sorgsam gehüteten Hightech-Rennmaschinen zuständig.

Das neue Eigenheim verfügt neben Fahrradwerkstatt und -garage über einen Wellness-Bereich und eigene Trainingsräume im Keller. Via Instagram durften Fans und Göttergatte den raschen Fortschritt des Umzugsgeschehens live verfolgen. Zugeschaltet war auch Oliver Pocher.

Schindler war Trauzeugin bei der Hochzeit des Star-Comedians, ihr Ehemann Sascha Rinne (46) ist sein Manager und pendelt ständig per Zug ins Kölner Pocher-Büro. Weshalb das seit einem Jahr verheiratete Paar auch mit einem Umzug ins ICE-angebundene Pasing geliebäugelt hatte.

Warum letztlich Olching den Vorzug bekam? „Es ist einfach nett, hier zu wohnen“, erklärt Denise Schindler, die als Kind einen Straßenbahnunfall in Chemnitz hatte und seitdem mit einer Unterschenkelprothese lebt und sportelt. „Außerdem habe ich auf den vielen Radwegen rund um Olching beste Trainingsbedingungen.“

Nächstes sportliches Ziel der 35-Jährigen sind die Weltmeisterschaften im März in Rio de Janeiro. Doch wegen der Corona-Krise glaubt Schindler „eher nicht“ an eine planmäßige Austragung. Trotzdem wird sie ihr neues Domizil in Olching bald wieder für einige Wochen verlassen, um „irgendwo im Süden, wo gerade Pandemie-frei ist“, ein Trainingslager aufzuschlagen.

Denn die um ein Jahr verschobenen Paralympics in Tokio stehen im August weiterhin dick unterstrichen im Rennkalender. Nach Silber und Bronze in London (2012) und Rio (2016) fehlt der Olchingerin noch Gold in ihrer olympischen Medaillensammlung.

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