Fußball

Wann darf sich ein Fußball-Schiedsrichter bedroht fühlen?

Und wieder gab es einen Spielabbruch. Den zweiten innerhalb von drei Wochen. Was läuft da schief? Fühlen sich die Schiedsrichter zu schnell bedroht?

Fürstenfeldbruck Erst unlängst war die C-Klassen-Begegnung bei GW Gröbenzell abgebrochen worden, weil sich ein mittlerweile zurückgetretener Schiedsrichter aus Geiselbullach bedroht gefühlt hatte. Nun beendete am Mittwochabend der Münchner Referee Ralf Schmidt die A-Klassen-Begegnung zwischen Olchings Reserve und dem Fürstenfeldbrucker BVTA vorzeitig nach 67 Minuten. Olching führte nur 2:1, was angesichts der Wichtigkeit der Partie vor allem für die abstiegsbedrohten Brucker ein Wiederholungsspiel nötig machen könnte.

Nach Verteilung von drei Platzverweisen gab es eine Rudelbildung, die der Schiri zum Anlass nahm, die Begegnung abzubrechen. Liga-Leiter Bernd Reiser (Mammendorf) wollte zu dem Vorfall gegenüber dem Tagblatt keine Stellung beziehen, weil ihm bis zum Zeitpunkt der Anfrage (15 Stunden nach den Ereignissen) noch keine Schiedsrichtermeldung vorlag. Im Übrigen sei dies erst der zweite vorzeitige Abbruch eines Spiels in der fast zu Ende gehenden Saison. Ein Ersatztermin für eine Neuansetzung der Begegnung werde kein Problem sein, weil das Sportgericht relativ rasch über den Fall entscheiden werde, so Reiser.

Der zuständige Sportrichter Franz Pölt (Benediktbeuern) hatte nach dem Abbruch in Gröbenzell auf eine Neuansetzung entschieden. Das Urteil war bei vielen Vereinsfunktionären auf Unverständnis gestoßen. Denn im Gegensatz zum Olchinger Verlauf wurde die Partie gegen Breitbrunn erst vier Minuten vor dem regulären Ende und mit einer schier unaufholbaren 5:2-Führung der Gröbenzeller abgebrochen. Das Spiel wurde trotzdem wiederholt, dann aber auf sportlichem Weg mit einem erneuten 7:1-Sieg beendet – vorläufig zumindest. Denn noch ist unklar, ob diesmal die Breitbrunner nicht Einspruch einlegen. Angeblich hätte Gröbenzell nicht spielberechtigte Akteure eingesetzt.

In Fürstenfeldbruck hat unterdessen der gegen den Abstieg aus der Kreisklasse kämpfende Kreisstadtverein die Hoffnung auf den Klassenerhalt und eine Spielwiederholung noch nicht aufgegeben. Mert Özkan, der die erste Rote Karte erhielt, sagt: „Es drohte zu keinster Zeit eine Ausartung oder gar, dass sich der Schiri bedroht hätte fühlen müssen. Es lief alles in emotionslosen Bahnen ab.“ Was von Olchinger Seite bestätigt wird.

Auch der Vize-Obmann der Schiedsrichtergruppe Ammersee, Michael Stahl (Emmering), teilt die Meinung von Olchings Manager Christian Keil, dass der Unparteiische womöglich nicht alle Möglichkeiten zu einer Spielfortsetzung ausgeschöpft habe. Bei den Sportgerichtsverhandlungen sei dies aber ein entscheidendes Kriterium. Christian Erdle, der oberste Schiedsrichter im Landkreis aus Aufkirchen, glaubt nicht, dass seine Kollegen zu dünnhäutig geworden sind. „Im Übrigen ist der Schiri von Olching nicht aus meiner Gruppe. Unsere Schiedsrichter werden einmal im Jahr geschult. Da erfährt jeder, welche Maßnahmen er zu ergreifen und wann er ein Spiel abzubrechen hat.“ Zu den Gröbenzeller Vorfällen meint Erdle: „Über so ein Sportgerichtsurteil kann man schon schimpfen. Aber wenn vom gastgebenden Verein ein Ordnungsdienst da gewesen wäre, wäre das alles nicht passiert.“

Dieter Metzler

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