In Olching

Gaffer filmen Kranken beim Abtransport

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Immer wieder kommt es bei Rettungseinsätzen zu Problemen mit Gaffern. Zuletzt am Wochenende in Olching. Schaulustige filmten aus nächster Nähe den Einsatz – und einen Kranken.

Olching – Die Rettungsdienste und Feuerwehren von Olching sowie Esting wurden am Sonntagvormittag zu einem Rettungseinsatz in die Olchinger Hauptstraße gerufen. Es gab einen medizinischen Notfall. Der Betroffene konnte dabei nicht wie üblich durch das Treppenhaus zum Rettungswagen gebracht werden. Deshalb kam die Drehleiter der Feuerwehr Esting zum Einsatz.

Die Rettungsaktion verlief größtenteils problemlos. Doch ein immer wiederkehrendes Problem störte die Helfer. Wie die Feuerwehr Esting berichtet, versammelten sich um den Einsatzort viele Anwohner und Fußgänger, um das Geschehen zu beobachten.

„An sich ist das nicht schlimm. Wir sind alle nur Menschen und wir sind einfach neugierig“, sagt die stellvertretende Kommandantin der Estinger Wehr, Bianca Nierlein. Aber wenn die Gaffer und Schaulustigen die Privatsphäre der Betroffenen und Angehörigen verletzen oder sogar den Einsatzkräften im Weg stehen, hat das nichts mehr mit der Befriedigung der Neugier zu tun.

Was die Vize-Kommandantin und ihre Kameraden besonders erbost: Einige der Zuschauer filmten den Notfallpatienten aus nächster Nähe mit ihren Handys. Das Dokumentieren von Notfallsituationen durch Gaffer hat – vor allem mit der Entwicklung der Technik und der Allgegenwart des Internets und der Sozialen Medien – stark zugenommen, wie Einsatzkräfte immer wieder berichten.

„Schaulustige gab es schon immer“, relativiert Bianca Nierlein, „aber das Filmen und Fotografieren geht einfach gar nicht. Wenn man selbst in der Situation ist, will man ja auch nicht gefilmt werden.“ Für die Gaffer hat die Vize-Kommandantin dann auch noch einen halb ernst gemeinten Tipp: „Wer unbedingt in der ersten Reihe stehen will, der kann sich gerne bei uns als Freiwilliger melden.“

Auf der Facebook-Seite der Estinger Wehr kam es inzwischen wegen der Sache zu einer regen Diskussion. Ein Nutzer warf der Feuerwehr in einem Kommentar vor, extra nach Filmern zu suchen, um sich über sie zu beschweren. Doch die Floriansjünger konterten geschickt: „Uns ist es in einem gewissen Maße egal, wenn wir gefilmt werden, doch die Rechte der Patienten sollten gewahrt bleiben.“

Bei dem Einsatz konnte der Betroffene nach gut einer Stunde mit der Drehleiter geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden. Durch das wiederholte Üben solcher Situationen und mit Hilfe der Olchinger Kollegen konnte der Rettungseinsatz problemlos abgeschlossen werden.

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