Beliebte Strecke bei Radlfahrern, aber gefährlich: Wer auf dem Ammer-Amper-Radweg in Richtung Dachau unterwegs ist, fährt über die Wehrstraße. Hier kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen mit rangierenden Fahrzeugen des Amperverbandes.
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Beliebte Strecke bei Radlfahrern, aber gefährlich: Wer auf dem Ammer-Amper-Radweg in Richtung Dachau unterwegs ist, fährt über die Wehrstraße. Hier kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen mit rangierenden Fahrzeugen des Amperverbandes.

Olching

Gefahrenstelle nähe der Müllverbrennungsanlage: Beliebte Radlstrecke soll verlegt werden

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Der beliebte Radlweg an der Amper, im Norden Olchings, soll verlegt werden. Grund sind neben einem erhöhten Unfallrisiko diverse Baumaßnahmen des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) und des dort ansässigen Amperverbands (AV). Der Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zugestimmt.

Olching – Die sogenannte Wehrstraße verbindet als landwirtschaftlicher Weg den Josef-Kistler-Weg auf Geiselbullacher Flur und die Graßlfinger Straße auf Bergkirchner Flur (Landkreis Dachau). Das Areal gehört dem Amperverband. Eine Widmung der Straße liegt nicht vor.

Die Trasse, die zum überregionalen Ammer-Amper-Radweg gehört, ist sehr beliebt bei Ausflüglern. Sie wird von Radlern stark genutzt, genau das führte aber offenbar immer wieder zu Problemen. Denn hauptsächlich wird die Straße vom Amperverband befahren, da sie als Zufahrt zu Kläranlage, Werkstatt und sonstigen Betriebsanlagen dient. Dadurch ist es laut AV immer wieder zu brenzligen Situationen zwischen rangierenden Fahrzeugen und Radfahrern gekommen.

Die Situation würde sich noch verschärfen, wenn der neue Wertstoffhof gebaut und die Kläranlage erweitert wird. Um die Lage zu entspannen, soll die Wehrstraße verlegt werden. Die Planungskosten im aktuellen Haushalt betragen rund 30 000 Euro.

Umgesetzt werden soll das Ganze im Zuge des Baus des Wertstoffhofes im Jahr 2022. Mit den Grundstückseigentümern wurde laut Stadt schon gesprochen. Es ist vorgesehen, die Radler und den landwirtschaftlichen Verkehr vor der Wertstoffsammelstelle wegzuleiten. Die Wehrstraße soll im Bereich zwischen dem Josef-Kistler-Weg und der Freileitung der Deutschen Bahn parallel zum heutigen Verlauf um etwa 160 Meter östlich verschoben werden.

Amperverband muss zustimmen

Auf Höhe der Freileitung soll sie dann wieder auf den bestehenden Feldweg, an der nördlich gelegenen Ruderalfläche des Feldes, zurückgeführt werden. Entschieden wird das aber erst, wenn das auch der Ausschuss des Amperverbandes zustimmt.

Eine Debatte gab es im Bauausschuss vor allem deshalb, weil Heide Kuckelkorn (Grüne) zum wiederholten Mal einen getrennten Radweg für Fahrradfahrer forderte. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) wurde recht deutlich. „Langsam nervt mich das Thema.“ Für diesen Radweg, für den man auch eine Autobahnbrücke berücksichtigen müsse, müsste man Unmengen an Geld ausgeben. Das wäre sogar etwas für das „Schwarzbuch der Steuerzahler“, so Magg. Und wenn es den Grünen ernst damit sei, dann sollten sie einen Antrag stellen. Dieser sollte aber auch Vorschläge zur Finanzierung beinhalten, etwa des Brückenbaus.

Kuckelkorn entgegnete daraufhin, dass Autofahrer sich nicht an die Abstandsregeln halten würden. Gerade in der Hauptstraße sei das für die schwächeren Verkehrsteilnehmer eine Zumutung.

Da platzte Josef Gigl der Kragen. Nach einer beinahe schon satirischen Rede über den Sinn und Zweck des Areals rund um den neuen Wertstoffhof wetterte er: „Es gibt nicht nur Radfahrer, sondern auch Autofahrer. Und da hinten ist vor allem Entsorgen angesagt.“

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