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Eine Reise in die Vergangenheit vom Graßlfinger Moos

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Von: Kathrin Böhmer

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Torf als Brennmaterial war besonders in den Jahren nach dem Krieg gefragt. Im Graßlfinger Moos gab es jede Menge davon, Torfstecher
Torf als Brennmaterial war besonders in den Jahren nach dem Krieg gefragt. Im Graßlfinger Moos gab es jede Menge davon, Torfstecher © mm

Im Graßlfinger Moos soll ein Mini-Museum entstehen: eine Hütte, die an die Zeiten des Torfstiches erinnern soll. Laut Verein Dachauer Moos handelt es sich dabei um etwas ganz Besonderes. Eröffnet werden soll möglichst noch in diesem Jahr.

Graßlfing – Ganz nahe bei der Traditionsgaststätte Haderecker hat der Verein Dachauer Moos eine Fläche gepachtet. Diese weist eine Besonderheit auf: „Hier sind noch Reste eines Torfstiches zu sehen“, wie Robert Rossa, Geschäftsführer des Vereins, berichtet. Das sei eine absolute Rarität und, wenn auch nicht offiziell ausgewiesen, ein Bodendenkmal.

Denn die meisten Torfstiche seien nach Einstellung der Arbeiten in den 1960er- und 1970er-Jahren zugeschüttet worden. Die wenigen noch erhaltenen, ehemals landschaftstypischen Torfhütten würden zusehends verfallen oder als Lagerraum genutzt werden.

Dabei hat der Torfabbau die Landschafts-, Kultur- und Siedlungsgeschichte des Mooses laut Rossa bis in die Gegenwart hinein entscheidend geprägt. Im Graßlfinger Moos gab es jede Menge Torf, teilweise waren die Torfwände zwei Meter tief. Nach dem Krieg, als Brennmaterial knapp und teuer war, war die Ressource aus dem Moos begehrt. Genauso wie in den Nachbarkommunen hatte dies einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes. Und genau dieses Erbe soll der Öffentlichkeit nun angemessen präsentiert werden.

Grünes Licht vom Bauausschuss

Geplant ist, eine Torfhütte zu rekonstruieren und die Vergangenheit mit Infotafeln erlebbar zu machen. Ein Ausflug in frühere Zeiten, allerdings mit einem kleinen Manko: Das Torfstechen selbst wird nicht mehr möglich sein wegen des gesunkenen Grundwasserstandes und der daraus folgenden Zersetzung des Torfes.

Der Bauausschuss in Olching hat bereits grünes Licht für das Vorhaben an der Allacher Straße (Ecke Beim Himmelreich) gegeben. Gegen das kleine Museum im Graßlfinger Moos gab es keine Einwände.

Nun liegt der Plan dem Landratsamt in Fürstenfeldbruck vor. „Hoffentlich nicht mehr lange“, so Rossa. Denn danach soll es schnell gehen. Arbeiten müssen ausgeschrieben werden. Dann hofft der Verein auf bezahlbare Angebote und Unternehmen, die die Baumaßnahme noch in diesem Jahr durchführen können. „Wir würden gerne im Herbst 2022 eröffnen.“ Die genauen Kosten werden zu diesem Zeitpunkt bislang nur geschätzt.

Der Verein Dachauer Moos aus dem Nachbarlandkreis wurde 1995 gegründet. Sein Motto: „Naturschutz endet nicht an Gemeindegrenzen“. Die Mitglieder haben sich Arten- und Umweltschutz zur Aufgabe gemacht sowie auf die naturräumlichen und kulturhistorischen Besonderheiten im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangeboten aufmerksam gemacht.

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