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Rote, saftige Tomaten – geerntet im Graßlfinger Moos: Die CSU unternimmt einen erneuten Vorstoß, große Gewächshäuser in dem Gebiet zuzulassen und will einen entsprechenden Antrag im Stadtrat einbringen. Denn so könnte die Restwärme der Müllverbrennungsanlage genutzt werden – und zwar für die Beheizung der Gewächshäuser. Geht es nach den Christsozialen, könnten dann im Moos auch tropische Früchte wie Maracujas und Bananen angebaut werden.

Restwärme der Müllverbrennung nutzen

Graßlfinger Moos als Ernteparadies

Olching - Die CSU liebäugelt weiterhin mit der Idee, im Graßlfinger Moos Obst- und Gemüseanbau in großen Gewächshäusern zuzulassen. Die Fraktion will nun einen entsprechenden Antrag im Stadtrat einbringen.

Der Bebauungsplan für das Gebiet soll künftig Gewächshäuser oder Fischzuchtbecken zulassen. 

CSU-Ortsvorsitzende und Stadträtin Martina Drechsler verweist auf die im Moos angesiedelte Müllverbrennungsanlage des gemeinsamen Kommunalunternehmens für Abfallwirtschaft (GfA) der Landkreise Fürstenfeldbruck7 und Dachau, in der neben Strom auch Fernwärme erzeugt werde. Ihren Informationen zufolge werde der Großteil der Niedrigtemperaturenergie nicht genutzt beziehungsweise in die Atmosphäre geblasen. Das seien zwei Drittel der erzeugten Energie. „Diese Restwärme könnte ökonomisch und ökologisch sinnvoll genutzt werden, zum Beispiel für ein Gewächshaus“, sagt Drechsler.

„In Olching brauchen wir keine Geothermie, die Heizwärme der GfA ist schon da.“

Als Beispiel nennt Drechsler ein junges Unternehmen im Landkreis Rosenheim, das mit Erdwärme ein 115 000 Quadratmeter großes Gewächshaus beheize. 80 Mitarbeiter produzierten dort Tomaten für den Großraum München. Das erspare dem Verbraucher Importe aus Südeuropa und der Umwelt jährlich 1,1 Millionen Lkw-Kilometer. 

„In Olching brauchen wir keine Geothermie, die Heizwärme der GfA ist schon da“, betont die CSU-Ortsvorsitzende. In Tettau in Oberfranken gebe es ferner ein erfolgversprechendes, „Klein-Eden“ genanntes Forschungsprojekt, bei dem in einem Gewächshaus tropische Früchte produziert werden. „Warum sollten in Zukunft nicht Bananen und Maracujas aus dem Graßlfinger Moos kommen?“, fragt sich Drechsler. Die Idee, mit der in der Müllverbrennungsanlage erzeugten Energie im Graßlfinger Moos große Gewächshäuser zu beheizen, ist nicht neu. Vor fünf Jahren wollte ein Gemüsebauer aus dem Landkreis Dachau auf einer rund 20 Hektar großen Fläche nahe des GfA-Betriebes Tomaten anbauen und dafür zwei riesige Gewächshäuser errichten. Beheizt werden sollten sie durch die Abwärme der Müllverbrennungsanlage. 

Das Projekt war im Stadtrat umstritten, auch in der CSU-Fraktion gab es damals Befürworter und Gegner. Letztlich lehnte die Mehrheit das Bauvorhaben ab. Auf Beschluss des Stadtrates verhängte die Stadtverwaltung eine Veränderungssperre für das Areal. Das bedeutete, dass auf dem Gelände erst einmal nicht mehr gebaut werden durfte. Stattdessen wurde angestrebt, den Standort für Windkraftanlagen zu nutzen. 

Wie der Leiter des städtischen Bauamtes, Markus Brunnhuber, auf Nachfrage bestätigt, ist die Veränderungssperre mittlerweile abgelaufen. Zudem ist es äußerst fraglich, ob sich auf absehbare Zeit ein Investor findet, der im Graßlfinger Moos ein Windrad errichten will. „Durch die Mindestabstandsregelung in Bayern haben derartige Investitionen doch deutlich an Attraktivität verloren“, sagt Brunnhuber. Derzeit gebe es jedenfalls keine Anfragen von Investoren in dieser Hinsicht an die Stadt. Die Zeichen für die Gewächshaus-Befürworter stehen also günstig, einen neuen Vorstoß zu wagen. 

Beim nächsten CSU-Stammtisch am Dienstag, 12. Juli, um 19.30 Uhr im Kolpingheim an der Wolfstraße, werden sich die Christsozialen mit dem Thema auseinandersetzen. Dann ist GfA-Vorstand Thomas König zu Gast und wird erläutern, wie man aus seiner Sicht die Restwärme der Müllverbrennungsanlage nutzen könnte.

von Stefan Weinzierl

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