Einige Millionen Euro kommen heuer durch die Gewerbesteuer in den Haushalt der Stadt Schongau. Aus diesem Grund muss die Gewerbesteuer auch nicht erhöht werden.
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Einige Millionen Euro kommen heuer durch die Gewerbesteuer in den Haushalt der Stadt Schongau. Aus diesem Grund muss die Gewerbesteuer auch nicht erhöht werden.

Olching

Grüne fordern mehr Geld für Kulturvereine

  • Andreas Schwarzbauer
    VonAndreas Schwarzbauer
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Die Olchinger Grünen wollen die Zuschuss-Richtlinien der Stadt anpassen. Es sollten dieselben Regeln gelten wie beim Sport. Die Mehrheit im Hauptausschuss sah das aber anders.

Olching – Die Grünen kritisieren, dass kulturelle Vereine bei der Förderung durch die Stadt im Vergleich zum Sportbereich schlechter gestellt werden. Bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses berieten die Mitglieder über neue Richtlinien für die finanziellen Zuschüsse an Vereine und Einrichtungen in Olching. Ziel war es, die geltenden Regelungen anzupassen und zu vereinfachen.

Im Rahmen dessen forderte Marina Freudenstein (Grüne), dass bei den kulturellen Aktivitäten auch Proben berücksichtigt werden. Nach der Vorlage der Verwaltung erhielten die kulturellen Vereine nur für ihre Mitgliederzahl sowie Seminare und kulturelle Veranstaltungen, die sie organisieren, Punkte, nach denen sich der finanzielle Zuschuss richtet. „Im Sport gibt es für jede Einheit mit einem Übungsleiter Punkte. Das sollte man im kulturellen Bereich genauso machen, um die Aktivität der Vereine zu belohnen“, schlug Freudenstein vor.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) sprach sich dagegen aus: „Kultur ist durch Veranstaltungen und Auftritte nach außen gewandt.“ Das sei beim Sport anders. „Es gibt Vereine, die keine Spiele oder Wettkämpfe haben. Es geht einfach darum, dass die Kinder rennen, laufen und sich bewegen.“

Ingrid Jaschke (Grüne) konnte das nicht nachvollziehen: „Beim Chor beispielsweise geht es vor allem um das gemeinsame Singen. Sie treten vielleicht einmal im Jahr auf, um zu zeigen, was sie können.“ Doch mit dieser Meinung war sie auf verlorenen Posten.

Auch Maximilian Gigl (CSU) meinte: „Die Stadt möchte im Bereich Kultur einen Anreiz schaffen, um viele Veranstaltungen zu haben. Beim Sport geht es dagegen darum, die Aktivität zu fördern.“ Kulturreferent Ewald Zachmann (FWO) sprach sich ebenfalls gegen den Vorschlag der Grünen aus: „Sport und Kultur sind nicht miteinander vergleichbar. Ich halte es außerdem für ungerecht, einen Selbstzweckverein, der übt und übt, stärker zu fördern als einen Verein, der das Risiko einer Veranstaltung eingeht.“

Für Gigl ist ein weiteres Problem, dass der Stadtrat die Vereine durch den Vorschlag der Grünen dazu einladen würde, möglichst viele Proben anzusetzen. „Bei den Sportvereinen macht man das doch auch“, ärgerte sich Freudenstein. Dennoch stimmten nur die beiden Vertreterinnen der Grünen für die Änderung.

Auch der Grünen-Vorschlag, den maximalen Förderbetrag bei Denkmalschutz-Projekten von 20 000 auf 10 000 Euro zu reduzieren, wurde nicht angenommen. „Das ist keine kommunale Aufgabe, sondern Sache des Landkreises oder des Landes“, erklärte Freudenstein. Bürgermeister Magg wollte damit jedoch ein Signal setzen, dass der Stadt dies auch wichtig sei.

Zachmann verwies darauf, dass andere Gemeinden wie Maisach solche durchaus förderten. Zuletzt kritisierte Jaschke, dass der Bereich Umwelt- und Naturschutz nur eine „geringe Beachtung“ in den Förderrichtlinien finde. Dennoch stimmten am Ende alle Mitglieder des Hauptausschusses für das neue Regelwerk. Die letzte Entscheidung fällt der Stadtrat am 24. Juni.

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